Zweimal Typisierung, Parallelflug, Mitte der Siebziger
Dann entdeckte man sich mal im Englischen als was, das Schulunterricht hatte: Geschichte. Geschichtsstunden. Geschehnisse, die sich während der "Weimarer Republik" abspielten, die waren einem bekannt. Als der, der den "punk" anriß, war man in die Schule gegangen. Hatte dann und wann nicht im Unterricht gefehlt.
So das hatte man in der Betrachtung: die "Weimarer Republik"-Szenerien mit den Straßenkämpfen. Zwischen so jenen, den Rechts- und den Linksraus. Bei dem, wie es zu Zeiten der "Weimarer Republik" so zuging, zwischen zwei Lagern.
Vielleicht hatte man sich da auch, so in den Siebzigern, durchaus einen "Sieger" im voraus gedacht. Kein Ding der Unmöglichkeit, daß da Siebziger-Jahre-Leute die sich überlegten, die die gesamte Geschichte dann mit einem Wahlerfolg, dem des Jahres '33, entschieden. Als da noch kurz eine Zeitang "Weimarer Republik" war. Bis sich da ein Abgrund auftat. Ein abgrundtiefer Schlund.
Denn, wenn eines klar ist: Man hatte zwei Typisierungen zur Hand. Kam damit allem und jedem rüber. Mitte der Siebziger.
Mit dem "punk" eröffnete man das Spiel. Bei dem, was beim "punk" mitinbegriffen war. Unmittelbar dem "punk" auf dem Fuß folgte nämlich ER, der eine: der "skinhead". Ohne daß es erst mal den Eindruck machte, das eine hätte mit dem anderen gröber was zu schaffen.
Der "skinhead", auch was absichtsvoll Wohlvorbereitetes. Etwas eines Entwurfs, den man ein Weilchen bereits in der Schublade rumliegen haben hätte können. Auf so eine gute Gelegenheit wartend. Bei der einen Frage: Wie könnte man so ein Späßchen in der Welt unterbringen? Wie das mal an den Mann, die Frau bekommen? Eventuell wäre DAS ein Fall, einer für die nächste Jugendkultur: nicht DAS, sondern DAS.
Der "punk", einer mit einem Modedesign. Eine "Modeschöpferin" der Siebziger, die lebt heute noch, Jahr '19 nach dem Millenium. Reich und berühmt geworden. Die entwirft sie weiter, irgendwelche Kleidung.
Der "skinhead" nun, bei so den Angelegenheiten "Mode" und dem, ebenfalls einer, einer mit einem glasklar umrissenen modischen Design. Eine Reißbrett-Erscheinung, eine für jüngere Leute. Wenn die zur Abwechslung mal eine rechtsgerichtetere Gesinnung herzeigen wollten. Sich wünschten, mit so was sich zu präsentieren. Zu repräsentieren. Nicht bloß immer so das etwas politisch Linksgerichtetere, wie man einen Typen schon wieder so ungefähr mit dem "punk" im "Portfolio" hatte. Sondern einen Charakter, wirklich mal ganz was anderes. Echt was, was man sich für sich gut überlegen mußte. Ob man danach eine Begehr hatte. Nach so was wie den "skinhead". So gedankenfrei konnte man die eigentlich nicht für sich annehmen, die zweite Figur im großen "punk"-Spiel.
Der, von dem die Rede hier ist: der "skinhead". Der "skinhead", im Grunde jedermann sofort kenntlich. Der in den Springerstiefeln, Röhren-"Dschiens" mit den hochgerollten Hosenbeinen und eben dem einen Hauptmerkmal: eine Vollglatze. Glattestrasur. Am besten etwas glänzenderer Natur, die Glatze.
Demnach direkt zu übersehen: zwei Handfiguren wie für jedes Kasperle-Theater: der "punk" und der "skinhead". Erkennungsfaktor: hoch.
Zuweilen war es auch bald so, nach dem Jahr '75, daß es zu was Erinnerung an die "Weimarer Republik" kam. Weil sich zwischen was "punk", dem "Linken", und dem "skinhead", dem "Rechten", Auseinandersetzungen entspannen. Das, was man sich insbesondere gewünscht hatte, weil dergleichen ein Hintergedanke beim "punk" war.
So die Siebziger jedoch, daß da sich nicht so viel großartig was daraus ergab. Außer so gehaltslosen gröberen Suffpöbeleien und -prügeleien passierte nicht allzu viel. Bei Bierflaschenwürfen ein Polizeieinsatz und das. Damit hatte es sich allerdings. Darüberhinaus brachte die eine Briten-Häme, "punk" & "skinhead", nichts Größeres unter. Nirgendwo auf der Weltkugel.
Nichts als kleinere Scharmützel.
Wobei das dann und wann doch Mord und Totschlag beinhalten konnte. Erwischten so "skinhead"-Rumgeher einen, dessen Nasenspitze, Hautfarbe ihnen nicht gefiel. Dann konnte das eine oder andere losgehen. Böse für Einzelschicksale. Wie erwähnt: keine weiterreichenden größeren Geschichten. Irgendwas Tiefschürfenderes bewegte sich deswegen nicht. Außer dem, daß da Einzelne Gefängniszellen blicken konnten. Was Einträge in ein Vorstrafenregister kriegen. All das, das einem ein weiteres Leben etwas verkomplizierte.
Aber sonst war echt nichts Weltbewegenderes. Das sich ereignete. Vielleicht eine kleine Enttäuschung. Bei Verschiedenen der "punk"-Anreißer, da. Weil die doch das Ergebnis der "Weimarer Republik" im Blick gehabt hätten. Wie alles damals kam, nach einem Wahlentscheidabend im Jahre '33. Mit dem das Schicksal der "Weimarer Republik" alsbald besiegelt war. Und was ab dem Zeitpunkt da als "Drittes Reich" losging, das ... Das hatte man als ein Schulklassenbesucher späterer Epoche mitunter im Unterricht mitzukriegen. Wie da ein paar ebenfalls Schulbesuche gehabt hatten. Die, die sich das mit dem "punk" und dem "skinhead" hämevoll für Jugendliche vorstellten. Szenerie sich hübsch ausmalten. Ab Mitte der Siebziger brachten sie es in Großbritannien zum Vorschein. Spielen sollte man mit so den Klischee-Figuren dann selber. Erst als "punk". Bis man beim "punk" mitkriegte, daß der doch eine Begleitung hatte: den "skinhead".
Man konnte noch ein anderer werden als ein "punk". Konnte sich in einen "skinhead" verwandeln.
Rasch vom "punk" zum "skinhead" und zurück. Gleichfalls nicht das größte aller Probleme.
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