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Blog von TeddeMehr

Die Institutionen genommen

17. Januar 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Was es da alles zu lesen gibt, von wegen dieses "Schrecknisses" des "Brexits".

Weil jetzt gegen einen Austrittsvertrag gestimmt wurde, ist jetzt für jeden am europäischen Festland Weltuntergang. Halbmast. Trauerbeflaggung.

Fast alles schlimmer wie für jeden Briten, der sich mit so was wie diesem "Brexit" für so die britisch-exklusiven Rechtsraus-Drängler aus dem Champagner-Segment der Superreichen bespaßt. Für so was wie DIE hat man für so was wie diesen "Brexit" gestimmt. Für was britisch-einheimischer "Dexter"-Ware. Ein "Dexter", bloß "very british". In Anzug und Melone, nicht welt-, sondern rückwärtsgewandt. Ein Dreißiger-Jahre-Brite, als der diese Epoche so nach dem "Duce" glotzte, sich vom "Führer" direkt was abschauen wollte.

Ich meine, die Briten, die haben ja schon mal was veranstaltet. Das denn auch eine "Dexter"-Weise mitkriegte. So Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Den "punk" brachten die britischen Inselbewohner exklusiv unter die Leute, erzählten einem von ihm Geschichten. Vom "punk". Fast in jeden Winkel dieser Welt, daß es ihn trug, den "punk". Weil das Englische und das der englischen Insel-Musikwelt damals die Tage öfters was Besonderes war. Daß es bald wurde, als könnt man sich auf was verlassen, nur weil es so von der Briten-Insel käme. Dort, die Insel-Region, die mit den "Beatles", den "Rolling Stones", die fast haltlos abgingen, in den Sechzigern. Zusammen mit ein paar Leuten mehr, die sich zu Musikgruppen zusammenfanden.

Und dem wollte man was draufsetzen, Mitte der siebziger Jahre. Als man befand, man wolle das Rad am liebsten zurückdrehen. Was war, das war welchen zuviel. Viel zuviel. Das erste Mal, daß richtig ein Ruder herumgeworfen wurde, um nach einem Gestern zurückzukommen. Nach all dem, was man bei der Jugendkultur über Jahre an den Tag legte. Bei all der jahrelangen eher psychedelischen Liedgutware, der Lebenseinstellung, die die bei der Jugend mit sich brachte. Sexuelle Befreiung, all das, Freigeist, Aufmüpfigkeit. Da sollte was unternommen werden. Und die Briten auf der Insel, gut der weltweite Ruf - fast fraß man dem Inselbewohner unbesehen alles aus der Hand -, die unternahmen denn was: SIE brachten IHN unter, als erstes ihn, den "punk".

Die Briten betrieben das ganz groß, das Radzurückdrehen. Zunächst mit dem "punk". Und tatsächlich: der Wahnsinn geschah, der "punk", der wurd beinahe blind, kritikbefreit genommen. Es war nahezu das Unglaubliche in Reinkultur, oberphantastisch. Ein Träumchen. Das Ruder, es war herumzuwerfen. Mindestens mal zurück in die Fünfziger. Aussehenstechnisch. Obwohl man noch sonstwohin wollte. Großer, boshafter Ehrgeiz.

Scharf war er, der Schnitt. Auf englisch: "cut".

Da sieht man was Musikalisches dann nach dem einen "cut", Mitte der Siebziger. Und dem, was es davor noch Schönes, Besseres gab. Als da noch nicht "punk" war. Weil, mit dem "punk" vereinfachte sich was, sparte man sich Produktionskosten. Derweil spöttisch bereits Demo-Bänder für alles und jedes hinreichten, was Veröffentlichung hieß. Vor allem die großen Musikgruppen, einigen von denen nahm man gerne ihre besondere Wucht. Entzauberte sie geradezu.

Mit dem "punk", daß sich DAS ereignete: abgeschlafftere Musikproduktionen. Lieblosigkeit, all das. Man kann das in Tönen hören: die, ungefähr vor '75. Und schließlich DIE Klänge von manchem: nach '75. '75, als sie so war, die Zeitenwende, eine, die bis in die Gegenwart hineinreicht. Bei so ein paar hämischen Bespaßungen, die die Jahre beiläufig so mit sich brachten. Man nehme nur das mit den Schauspielern, Marionetten. Die am Reißbrett zusammengestellten Jungs- und Mädchengruppen. Und dann das, die andauernden talentefreien "Talente"-Fernsehschauen. Das meiste, nichts weiter als was fürs Wegwerf-Portfolio.

"Sabotage", so hieß so ein Schallplattentitel einer Rockmusikgruppe zu jener Zeit, Mitte der Siebziger. Ein kryptischer Titel, der mit der Scheibe an sich nichts zu schaffen hatte. Kein einziges Lied hatte so eine Benennung. Viel Begriff hatte irgendwie keiner, was da "Sabotage" sein hätte können. Und doch wurde was sabotiert.

Eine ganze Jugendszene: Sabotage.

Da, diese Scheibe, "Sabotage", auch schon ein wenig was ein Anzeichen des gewaltigen Wandels. Eine für das DANACH. Bei einer relativen Hast-Produktion. Noch ein klein wenig unmerklich. Als wäre man jedoch bereits schneller zufrieden gewesen. Mit dem und dem. So kommt "Sabotage" daher. Es war DORT, auf "Sabotage", wirklich bloß noch nicht so eindeutig verortbar. Und doch konnt man es da lange mithören: DAS. Als hätte man sich mit was zufriedengegeben und so ein Zwischenstadium veröffentlicht. Absichtsvoll. Vielleicht, weil eine Scheibe bereits so und so viele Vorbestellungen, Anfragen hatte. Deshalb, Abwinken. Zeit, weitere Mühen, Produktionskosten, die konnt man sich sparen. Einfach so die Ansage: "Macht euch keinen Kopf.  Alles paßt, gut genug."

Auch auf "Sabotage" kann man diesen Unterschied schon belauschen. Den vor '75, den hernach. Er deutete sich dort bereits an. Das, was viele andere Gruppen noch böser anbetraf. Die vorher noch so erstklassige Klänge am Start hatten. Um bei matteren Texten und Musikstücken aufzuschlagen. Im Trivialeren. Daß, aus heutiger Sicht, von einer gewissen Absicht die Rede sein könnte, die dahintersteckte. Wenn man sich um wen oder was nichts weiter scheren wollte. Weil man mittlerweile anderes zur Hand hatte. Das weniger von Bedeutung war.

Wobei der "punk" erst mal noch was Wilderes war. Großer Gitarrenlärm. Eine Aufgeregtheit reiste um die Welt, als wäre da mit dem "punk" irgendwelcher gesellschaftlicher Protest unterwegs.

Der "punk", den benannten sie einem als was politisch "Linkeres". Während denn der "punk", als der zwischendurch voll abging, wie nebenher so einen Begleiter kriegte: IHN, den "skin head". Der "skinhead", der war aber mal so richtig ein boshafter britischer Versuch. Einer, damals, so die späteren siebziger Jahre, so was wie Rechtsrausdrehung einer breiteren Jugend nahezubringen. Aus so was wie den allerbesten faschistischen Anklängen, erfüllt mit Böswilligkeit, Häme, Spott, eine Bewegung für junge Leute zu erschaffen.

Wie es schon beim "punk" hieß, der "punk" ein ganz besonders ungezogener Trotzender war. Einer, voll der Abneigung gegenüber all den Gitarrenheroen, die zuvor, vor dem bestimmten Jahrgang '75, so die Musikzeitschriften zierten. Gegen diesen gitarrespielenden "Helden", daß die "punks" insbesondere aufbegehrten. Der "punk", der wollte allerhöchstens Drei-Minuten-Lieder. So war alles eine große Ansage jener Zeit. Und dem Gesamten kam am Ende noch gewaltig ein Ding dazu. Dieses Hämevolle, etwas noch darüberhinaus: so was wie der eine, der "skinhead". Der "skinhead", der einer war, einer mit einer wohlvorbereiteten Mode. Sein uniformes Aussehen, Erscheinungsbild: Springerstiefel, Röhren-"Dschiens", hochgekrempelt. Und eben: die Glatze. Wie der "punk" ein ziemlicher Biertrinker. Der "skinhead" aber: noch mehr Bier. Bier und noch ein paar Flaschen Bier hinterher. Eher beim Bier sollte er bleiben, der "skinhead".

Also: der "skinhead", der sollte einen modischen Stil an den Tag legen. Biertrinkend rumlümmeln, abhängen und jedermann angreifen, dessen Nasenspitze nicht gefiel. Einem rechtslastigen "skinhead". Besonders "punks" und "skinheads" sollten sich bekriegen, miteinander schlägern und all das. Alles mögliche an Brutalität war dem "punk", "skinhead" erlaubt. Jeder, der einem eventuell nicht passen konnte, mochte, den durfte man sorglos in die Herdresch-Rechnung miteinbeziehen.

Man siehe: Das war knapp jene Zeit, siebziger Jahre. Als DAS mit dem "punk" groß ging, mit dem "skinhead". Und jetzt also DAS: dieser britische "Brexit". Jener Ausstieg Großbritanniens aus der europäischen Staatengemeinschaft. Daß einem einfallen kann, daß dieser eine britische "skinhead" von damals im Heute sich langsam dem Rentenalter nähert. Ein gesetzter Mann, ein Familienvater mit erwachsenen Kindern. Ziemlich bieder kommt er rüber, dabei jedoch immer noch so mit dem: so jene "Rübe ab"-Ansichten. Mit all den vorschnellen, seichten "Mob"-Meinungen.

Selbst Parlamentarier könnte so einer heute sein, der ehedem, als Jüngerer ,"skinhead" war. Ein geläuterter "punk". Einer, der sich in Anzug und Krawatte kleidet. In einem Anzuggewand nahm man nun, im gesetzteren Alter schon, teil. War Teil jener Kampagne, die über zehn Jahre anhielt. Eine, die im "Brexit" gipfelte.  Immer wieder befeuert, das Kampagnen-Aufkommen, durch reiche Leute. Erben, Geschäftsleute, eben das, diverses Volk mit Geld.

Von denen vor Jahren  auch mancher ein "skinhead", "punk" gewesen sein könnte. Auch als weibliche Person konnte man "skinhead" sein. Als eine Weiblichkeit eine Frisur mit Glatzenandeutung und Haarkranz-Fransen tragen. Manche Mütze konnte gut jederzeit was verbergen. So was, mit dem man ebensogut zum "punk" rüberlatschen konnte. Öfters früherdings nicht so ständig genauer verortbar, wer gerade "punk" war, wer "skinhead". So diese Übergänge, die konnten einigermaßen fließend sein.

Und jetzt haben diese "Ehemaligen" ihren einsamen Höhepunkt gekriegt. Momentan in Britannien. Den wahr und wahrer werdenden "Brexit".

Durch die Institutionen ist man gewandert. Als so der britische Rechtsrausdreher. Lediglich die gestrige Springerstiefeluniformität, die außen vor blieb, der "baseballschläger". Dafür hatte man, im Trüben geblieben, bei mancher Oberflächensicht eines "Rechtskonservativen", ein Durchhaltevermögen. Was der "Brexit" heute weltweit jedem beweist, Daß es so eine Kampagnenwirtschaft doch noch wohin schaffen kann, kann man das jahrelang: Geld "verbrennen". Weil man sich darum am allerwenigsten seine Sorgen machen muß.

 

 

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