Die das Fahren unter falscher Flagge gerne haben
Muß man sich überlegen: Ihre eigenen Fahnen zeigen sie den Leuten immer noch nicht so gerne. Zumindest nicht so unbedingt bei Gegenwartsversammlungen, auf denen es zu kameratechnischen Ereignissen kommt, bei denen distanziert-kühle journalistische Berichterstattung möglich sein kann. An den wahren Begebenheiten, Sachverhalten eines Auftritts orientiert.
Da halten sie sich lieber ein wenig zurück. Willens, nichts und niemanden zu sehr zu irritieren. Möglichst wenig Schaden zu nehmen, sollte jemand nach Symbolik aus längst vergangenen Zeiten Ausschau halten.
Das war wahlweise auf der Anzeige, nicht? Die Ansage, daß welche trügerisch Schwarz-Rot-Gold als Fahne rumwedeln. Als "Landes"-Flagge. "Heimatland"-Beflaggung. Wie so was bei üblichen Fußballanhängern bei einem Länderspielwettstreit genauso die Möglichkeit sein kann, ohne Argwohn zu erwecken.
Von einem Flaggenjubileum wurde beiläufig auch Mitteilung gemacht. War medial überall einiges mitzukriegen, wie es von früherdings her zu den Farben schwarz, rot, gold kam. Schwarz-Rot-Gold, auf einem Flaggenleinen, an so Uniform von Kämpfern und so dergleichen.
Jedoch war insbesondere das der Erwähnung wert, daß was oberkomisches Volk heutzutage Schwarz-Rot-Gold schwingt. Als wären diese Fahnenfarben auch nur igendwie das IHRIGE. Wo sie doch ganz andere Flaggenware auf Lager hätten, daß es echt seltsam ist, wenn DIE die Schwarz-Rot-Gold-Fahne wedeln. Sie die wie begeistert rumschwingen lassen. So am Horizont des Nationalen, beim uralt-profanen Nationalstaatengeist, der sich trotz all seiner Tristesse in Gegenwartstagen auf dem Vormarsch wähnt.
Hauptsache scheint ihnen ja das Fahnenhochrecken von wegen der Lokalkoloritsicht zu sein. Daß sich bei der Fahne was örtlich-knappe Herkunft abbildet. Das Enge in der Kiste. Daß ihnen da die Fragestellung beinahe gleichgültig ist, ob sie sich beim "Europa der Nationen" nicht trotzalledem bei all dem mit dieser Schwarz-Rot-Gold-Beflaggung vertun.
Andererseits: Man muß Kreide fressen, auch dann und wann unter falsche Fahne fahren. Derweil IHNEN andere Fahnenpräsentationsflächen überhaupt nicht so gut täten. Weiterhin.
Bloß auf älteren Fotoabbildungen ist zu gewahren, nimmt man so die heutigen Demokratiezeiten, was Sache sein könnte. Da war schon mal öfters das eine oder andere anders. Da hatten sie beispielsweise "Reichskriegsflaggen" am Start. Als Rechtsrausdrehende. Bei jeder Menge sonstiger Symbolik, die auf eine Ära verweist, die beruhigt dort bleiben dürfte, wo sie ist, ein Umstand, über den zu viele durchaus des weiteren krude immer noch ein bißchen Bescheid wissen könnten. Daß da mal was Sache war. Schon wieder etwas länger her. Als da was Epoche hatte, mit dem man epochal dermaßen neben der Spur war, daß man selbst in den Gegenwartstagen bei jedem deutschen Gedenken daran sofort jede Flaggenstange auf Halbmast setzen könnte. Und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Mit dem Alten, etwas der Altvorderen, hätte jedermann den Halbmast augenblicklich erklärt.
Deswegen, so kommt es vor, daß so welche, die sich auf jede Gestrigkeit beziehen, das bevorzugen, selbst noch Schwarz-Rot-Gold zu schwingen, hat da was eine "nationalere" Bedeutung. Richtiggehend, als ob da Fahne Fahne wäre. Auch noch für SIE. Für SIE, bei Schwarz-Rot-Gold.
Bloß, wenn wo Begebenheiten sind wie sie sind, ist IHNEN selbst das Schwarz-Rot-Gold noch kurz gleichgültig. Auch wenn sie sich gräßlich herumbiegen, bei Schwarz-Rot-Gold. Während SIE weiter die Befürchtung haben, kommt eine ihrer wahren Fahnen zum Vorschein, daß es in der Wahlkabine vielleicht vor Schreck eine Wählerstimme weniger mal geben könnte. Und, würde sich so was ansammeln, dann wäre man am Ende bei den Wahlstimmenauszählungen am Wahlentscheidabend prozentual nicht größer vorne dran mit dabei.
Das wahrscheinlich IHR Hauptgrund für Schwarz-Rot-Gold, nicht wahr? Der EINE. Wie sich einige bei ihnen auch weiter bei der Thematik der "Toleranz der anderen" üben. Sich nur sehr beiläufig mit der Wahrheit belauschen lassen, daß man überhaupt nicht so tolerant ist.
Schwarz-Rot-Gold, das sind SIE doch eigentlich nicht. Warum deswegen nicht die Frage stellen, warum SIE auf keine IHRER ursprünglichen Beflaggungen zurückkommen wollen?
Eine Fragestellung, die sich jeder für sich selbst beantworten muß.
Bei mir ist es jedenfalls eins klar: Europafahne. Blau und mit Sternen. Wenn wo eine Hymne, dann die europäische. Oder die Internatonale.
Der Rest kann sich gut und gerne sonstwo wiederfinden. Selbst noch im Trug von Schwarz-Rot-Gold. Mit Schwarz-Rot-Gold, da fahren SIE doch in diesen Gegenwartstagen wie unter falscher Flagge.
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