Ein rasendes Freßmonster jagt dann einer ehemaligen Schönheit hinterher
Haltlos was die Sicht. Auf so die Zeit. Oder so.
Jetzt weiß ich noch mal was genauer. Beim unaufhörlichen Vorangehen kam es ins Bewußtsein. In ein paar jener huschigen Lese-Momente hat man es mir mitgeteilt.
Lesbar war ungefähr das, daß Wissenschaftler animiert Modelle arbeiten ließen. Modellschauen der Vergangenheit, Zukunft. Dabei war am Bildschirm zu sehen, daß die Milchstraße mal in so zwei Milliarden Zukunftsjahren zunächst einmal eine der kleineren Magellan'schen Wolken treffen wird.
Die "Milchstraße", im übrigen eine Galaxis, wie die Gestalt einer Elfe. Eine wahre spiralenförmige Schönheit. Wohl vom Aussehen her so, wie was gewöhnlich aussehen sollte. Das jugendlich munter ist, fettlos, durchtrainiert. Elfenartig eben. Welch eine einwandfreie Hübsche, in Spiralenform. Voll gut gewachsen, von einer relativ üblichen Galaxiengröße.
Was Jüngeres noch, wie man sich was vielleicht so vorstellt. Auf der Höhe der Agilität. Gelenkigkeit. Lebhaftigkeit. Alles mögiche haut einwandfrei hin. Fast könnte man die Milchstraße wie jemanden betrachten, nicht zu jung, nicht zu alt, gut im Wuchs, sportiv. Kaum was an den Hüften an angelagertem Fett und so. Kann sich jeder den Mann, die Frau seiner Wahl aussuchen. Jedenfalls sieht die einheimische Galaxis, die "Milchstraße", allerbestens aus. Wie was mit jungem Elan. Was, das noch kein wahrhaftiges Alter kennt.
Derweil man es, kann man dem der Wissenschaftlerwelt Glauben schenken, nicht fassen mag, wo diese "Milchstraße"-Schöne demnächst hineingeraten wird. In welche Szene. So bei der freischwingenden Voranfahrt, auf der Reise.
Wäre die "Milchstraße" nämlich ein lebendes Wesen, umgucken dürfte sie sich nicht. Nach nichts in der Landschaft schauen, um es nicht mit der Angst zu tun zu kriegen. Denn die "Milchstraße", ihr wird hinterhergejagt. Sie wird von was Rasendem verfolgt. In allerhöchstem Tempo kommt ein "Jäger" daher. "Jemand", "etwas" sitzt der Milchstraße "auf den Fersen". Ein wahrhaft gräuliches "Monstrum". Ein unvorstellbarer "Kannibale". Ein "Maßlos-Fresser", sich "Einverleiber". Längst ist das "Vieh" unförmig, aufgedunsen, fett unmittelbar bei der Milchstraße. Irre lange ein Gigant an "Leibesumfang" und voller unsäglicher Gewalt.
Monstös, der Hunger. Mächtig, das Begehren. Das "Opfer", die "Milchstraße", es kennt kein Entkommen. Das präsentiert die Modellschau auch.
"Nebel", "Wolke", so wird die die Milchstraße verfolgende Unförmigkeit genannt. Etwas, das bereits kleine Körper wie eine "Motorenhaube" vor sich herschiebt. Dinger sind das, gleichschnell wie der liebestolle, umarmungswillige Freßsack, die nahezu denn selber an eine gewisse Galaxienklasse heranreichen. Obwohl man das nicht so genau sagen kann, was sie sind. Jene kleineren Gestaltungen, die die Große Magellan'sche Wolke so voranschiebt.
Man siehe: entweder beides eigenständige Galaxien. Auch zufällig am Fahrweg. Oder aber: "Halos", Diverses, von der einen Großen Magellan'schen Wolke "ausgeschieden".
Was sind sie, jene "Halos"? "Halos", die ergeben sich im Laufe der Zeit, nachdem es zu Zusammenstößen unter Galaxien gekommen ist. Beispielsweise sprechen sie ja in jenen Textzeilen, daß das Erdensystem nach dem ersten Zusammenstoß mit der einen der Kleinen Magellan'schen Wolken, circa in zwei Milliarden Jahren, in einen "Halo"-Bereich jenseits der üblichen Milchstraßenlandschaft abgedrängt werden wird. Zusammen mit anderen Sternen, daß das "Solarsystem" als Galaxienausläufer endet.
Obwohl längst außerhalb, noch von den Gravitationsmächten der Milchstraße gehalten, nachdem die eine der Kleinen Magellan'schen Wolken und die Milchstraße aufeinandergestoßen und sich somit "vereinigt" haben. Daß da was innerhalb der Milchstraße dadurch viel durcheinandergewirbelt wird.
Gut möglich, daß sich die herrliche Spiralenausformung der "Milchstraße" als Folge verliert. Daß diese hübsche Galaxien-Wuchs einer Spirale nicht länger zu gewahren sein wird. Daß sich die "Milchstraßen"-Gestalt demnach nach der ersten Vereinigung ziemlich verändert zeigt.
Bis dann das eine wahrhaftige Großereignis ansteht: die Große Magellan'sche Wolke, sie wird dieses neue Galaxiengebilde treffen. Dieses eine Galaxien-Monstrum, Große Magellan'sche Wolke geheißen, sie wird sich die Milchstraße einverleiben, sie "mit Haut und Haaren auffressen, verschlingen". Galaxien-"Kannibalismus".
Wodurch wieder noch was Größeres entsteht. Was noch schrecklich Unlenkbareres, als es die Große Magellan'sche Wolke so bereits seit Ewigkeiten ist. Daß man das Geschehen vielleicht so in einer "Straßenverkehrssprache" beschreiben könnte: daß auf der Straße besser keine größere Kurve, bessere Abzweigung kommen sollte. Daß da dem im Hochgeschwindigkeitsegment voranrasenden Monstergefährt die Breite der Galaxien-Straße nicht zu eng würde. Daß es da bei einer relativen Kurvenfahrt nichts zu böse "seitlich legt", es von daher nicht "zu weit hinaustrüge". Daß man nicht blöderweise abkäme, von der normalen Straßenumgegend. Man nicht den Abflug macht. Hinaus in die wüsteste Weite. Geradezu ins umdüsterte Nichts der nächsten Weltenblase, auf der man momentan längs der Straßenreise eingetroffen ist. Damit es mit nichts nicht sein schnödes Ende nähme. Daß die Tage dort nicht gezählt wären. Irgendwo in der Dunkelblase oder beim Eintreffen in der nächsten, in der man frei und ohne viel Halt rumdüst. Nicht das geringste spürend, als der eine Gigant, der man weiterhin ist. Als den Effekt, daß man immer weiter nach irgendwohin voranjagt. Ohne je wieder irgendwo eine der weitläufigen Galaxien-Straßen zu treffen, die man ehedem in Äonen bereiste. Selbst abgebremst werden kann man irgendwann doch böser. Bis alles so weit kommt. So, wie es kommen muß ... Daß irgendwann das mit dem käme, was man den "letzten Akt" nennen könnte. Alles, das noch nicht erloschen ist, das nun restlos verlöscht. Und damit auch alles der "jugendlichen" Milchstraße, die sich die "Große Magellan'sche Wolke" einfing. Sie auffraß. Mitnahm. In der Ewigkeit einer unfaßbaren Unendlichkeit nichts mehr, das an die frühere hübsche "Milchstraßen"-Schönheit erinnert. Außer so manch ein scheinbar sinnlos herumwaberndes Stäubchen.
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