Eine Wegstrecke gegangen
Etwas war beständige Gegenwart, dann endete die Gegenwart.
Was ist dabei dieser Moment, der jetzt - er ist ebenfalls bereits vorbei. Dorthin gibt es kein Zurück mehr.
Nach nichts, was gestern war, kommt man zurück. Das heißt, wenn es tot ist. Erst mal vergangen. Dann ...
Das andere war derweil ein lange währender Moment. Wie die Spanne eines Lebens. Geburt, Herumkrabbeln. Größer werden. Rumspringen.
Dann hat man was Leben. Hatte es. Ein länger anhaltender Augenblick. Immer in einer Sekunde. Beständig war alles längst am Vergehen. Haltlos.
Am Ende: überhaupt nichts mehr irgendwo festzuhalten. Ist was dahingehend vergangen, ist es vorbei. Dorthin wieder hinzukommen, so, die alte Art, das haut nicht hin. Es kennt keine Wiederkehr. Höchstens für was Neues.
Noch was eine Erfindung könnte man machen. Eine, daß man durch Raum und Zeit wo hinreisen könnte, würde man es wollen. Um vielleicht etwas zu retten, einen begangenen Fehler oder so wiedergutzumachen. Obwohl, das Vergehen, es würde sich lediglich noch mal wieder hinauszögern. Wenn das mit dem Vergehen ein Stückweit herangekommen ist, kommt er, der Punkt.
Ist man dort angenähert, herrscht eine Strenge. Man sollte sich deswegen bewußt sein, einen Moment genießen. SO. Denn, wenn dieses eine wirklich fort ist, dann kommt das nicht wieder. In der Weise kriegt man nichts wieder.
Man ist bei einer strammen Voranfahrt. Bei Jahren, die man zählen kann. All das, es kennt keinen Halt. Allerhöchstens innehalten kann man dann und wann. Diesen Versuch unternehmen, sich was klarzumachen, -werden, das, daß was Sache ist. Daß man mal keine Weile haben wird.
Ist in dem Sinne was vorüber: Umkehr unmöglich. Am Ende rammt das Dampfschiff den Eisberg. Ist es das für den Untergang. Ein letztes Zucken, Gähnen, Sichdurchstrecken.
Es muß gut sein damit, sich dem und dem Gegenwartsmoment mal gewahrer werden zu lassen. Der auch lange rasch vorüber ist: Jetzt ist er vorbei, verflogen. Unaufhaltsam wird gereist, wie so die Galaxien unaufhaltsam reisen. Auf ihren zahlreichen Straßen. Bei ihnen ist hauptsächlich all das Licht. All das Glitzern, Funkeln. Flackern. Bloß, der Lichtschein, der ist was Selteneres. In der Weite eines Raums kann eher das Dunkel allumfassend sein. Wo Helligkeit ist, brennt was, ein Feuer. Und wo eine Glut was verbrennt, verlischt die brennendste Glut irgendwann. Ist all der Kraftstoff erst verbraucht, selbst wenn etwas Äonen währte. Das, was für einen das Leben eines Sterns heißt. Im Beilauf zu erwähnen: ein Stern, er kann auch eine ganze Galaxis sein.
Wo Lichtschein die Szene beherrscht, kennt alles einen Anfang und ein Ende. Selbst wenn das dazwischen eine halbe Ewigkeit des Lebens zu haben scheint. Ewiglich das Sekündchen. Scheinbar scheinen die Galaxien ebenso endlos rumzufahren.
Fragestellung: War schon mal mehr Licht im gesamten Universum? Herrschte schon mal eine größere Helle? War die Finsternis weniger weit? Kann das gesamte Licht im Universum verlöschen? Mit Sicherheit ist das eine Möglichkeit, daß all das Sternenfunkel verlöscht. Vielleicht nicht nur regional wo, daß es ist, das Düster, die Dunkelwüste. All das, das nach nichts was fragt.
Weshalb eigentlich sollte das Glühen für alle Zeit sein? Eventuell, weil die endlichen Galaxien, die hinterlassen was, haben ihre Hinterlassenschaften. Auch wenn alles mit ihnen nicht mehr ist, ist was Rest geblieben. Ein sinnloses Staubgewaber. Materiewolken, die einfach so mir nicht, dir nichts rumziehen. Dunkelmaterie. Das, das die letzten Überbleibsel eben sind. Das, was nichts schert. Von so einer Galaxis, einem Sternenhaufen. Das ist das, das verbleibt: das "Stäubchen". In der unendlichen Weite eines Raumes. Staub ist man. Den Funken Bewußtsein, den hat einer kurz, ein längeres, kürzeres Weilchen. Dann ist alles wieder wie üblich. Wie sonst auch. Nichts mehr größer irgendwo vorhanden.
Überall auf der Welt sieht man Sterne. Ein paar Sterne sind äonenweit entfernte Galaxien. Weitest entferntes Galaxienlicht. Uralt. Äonen. Wie sich auch jede Menge Lärm schon äonenweit verbreiten konnte. Bei den dauerreisenden Galaxien. Denen auf ihren Fahrbahnen, Kurven, Abzweigungen. Die, die auf den Dunkelblasenoberflächen sich be- und einfinden. Dort sind sie, auf Rändern. Das Gefunkle, das sind SIE. Hauptsächlich dort.
Gibt es wo neues Licht, sieht man es bisweilen erst mal nicht. Wiewohl das Licht ein verräterisches Wesen hat. Sich streunend, streuend nach überallhin verbreitet. Sich stolz präsentiert, nicht sich birgt. Schließlich jedoch auch eins an Gewißheit: Jedes Lichtlein, das muß sich im Weltall erst bemerkbar machen. Es dauert auch die Reise eines Lichtstrahls manchmal ewig. Ewig, bis er sich verrät. Ist es neues Licht im Finstern, muß es wohin gelangen. Dort ankommen. Aufscheinen.
Hier, in der Milchstraße, ist sie, die relative Gegenwart. Ansonsten ist da nichts mehr viel an Gleichzeitigkeit. Wenigstens nicht für ein Menschenalter. Was man so als Mensch blickt, das ist irrsinnig weit entfernt und uralt. Ururalt. Man sieht da eine Galaxiengeneration von vor 18 Milliarden Jahren, dort, wo man den "Urknall" in der Nähe vermutet. Das "singulare Böllerchen", das hochgegangen sein soll.
Lediglich hier in der Milchstraße, hier befindet man sich in einem relativen "Gegenwarts"-Horizont. Das heißt, was das Licht hier, das kann von Orten kommen, nicht weiter als vier bis fünfzig Lichtjahre entfernt. Das ist ein kleinerer Unterschied. Das ist das am unmittelbarsten bei einem selber. Der Rest ist ein ständiger Blick in die Untiefen der Vergangenheit. Auf Augenblicke, die lange nicht mehr sind.
Alles kommt bei einem selber nur darauf an, welche Wegstrecke man bereits gereist ist. Was sich ja nicht nur in Entfernungen mißt. Sondern in der Art: jung, dann etwas älter, alt. Und das Alter, das Durchlebte, bringt ihn schließlich: den einen Moment. Daß man sich was der Strecke bewußt wird. Oder ein Unglücksfall. Daß man zu erkennen hat: eine Rückkehr, ein Ding der Unmöglichkeit. Eine Rückkehr nach dort, was zu sich zurückzuholen: geht nicht. Vorüber ist vorüber. Dem hat man sich zu ergeben. Ob man will oder nicht. Wie man sich am Schluß selber zu ergeben hat.
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