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Blog von TeddeMehr

Kreischalarm für Handpuppen, bei Marionettentheater

22. Februar 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Alles mögliche womöglich noch ein wenig unübersichtlicher, beim "punk". Aber, es könnte das durchaus drinnen sein, daß die erste große Gruppe des "punks" so eine Retortengruppe war. Eine, wie sie sie die Briten schon mal öfters gerne hatten. Auch bereits die sechziger Jahre bisweilen, beispielsweise das mit den "Monkees" und so. Oder "The Sweet". "The Sweet", eine Musikgruppe, von der es in Lexikas heißt, daß ihre Mitglieder ab und an vom Produzenten richtig ausgesperrt und nicht ins Plattenstudio gelassen wurden. Währenddessen andere Leute die Lieder für "The Sweet" schrieben und bezahlte Studiomusiker die Stücke einspielten, die "The Sweet" dann im Fernsehstudio und bei dem der umfänglichen Promo-Arbeit darzustellen hatten.

Demnach, gut die Möglichkeit, daß dergleichen auch noch Teil der ganzen "punk"-Bespaßung war. Angesichts des Spöttischen und Hämeerfüllten des "punks" ganz im allgemeinen. Das als Grundsatz, beim "punk".

Bei mancherlei gegenwärtigerem lustigem Kreischalarm. Dem der Mädels. Mit dem man sich bei der Thematik "Retorte" exklusiver seit Mitte der neunziger Jahre bespaßt. Bei dem mit den Mädels, die in der Lage sind, selbst noch die besten Marionetten für sich anzunehmen und voll ergriffen von ihrer besten Kreischerei mit tränenüberflossenen Wangen anzuhimmeln.

Weil sie das als Mädels irgendwie einfach ganz besonders dolle können.

Wie das sehr gut hinhaut, da, erfüllt von Hämevollem, als was Inszeniertes klappt, das beweisen einem all die schrecklichen "boy group"-Szenen, seit mindestens ab Mitte der neunziger Jahre. Diese allerbesten Gruppenzusammenstellungen aus der Retorte; alles bei ihnen angesagt und durchkomponiert von A bis Z. Genauso wie das, das sich bei so "Talente"-Schauen abbildet. Wo ebenfalls nichts ist als dieses Industrielle im Musikgeschäft. Das für die nächste Nummer eins in der Hitparade. Auch dort, wo sie einem erzählen, daß sie "Talente" suchen, sind die, die auftreten, zumeist nichts als Interpreten. Solche die ihre Gesangskünste und den Rest anderen zur Verfügung stellen. Ausschließlich für ein Produkt wird gegangen, die Verkaufszahlen.

Mit der vorausberechneten Erscheinung, daß so größere, kleinere Teenager, meist weiblich, in kreischende Ekstase ausbrechen. Sehen sie einen Sänger oder sonst einen der Vortänzer. Die Tränen laufen ihnen nur so die Wangen runter. Während irgendein Jammer ihre Gesichter zu verzerren scheint. Derweil sie so einen bei sich in der Nähe sehen, er ihnen vielleicht mal müde-milde lächelnd ein Autogramm hinschreibt.

Er, einer, ausgerechnet so einer, der mitunter nichts weiter als ein billig eingekaufter Schauspieler ist. Vorne und hinten nichts bei ihm als Plastikware. Eins der Wegwerfgesellschaft. Ein aufgesetztes Konstrukt. Ein Kunstobjekt. Was für ein kürzeres, längeres Weilchen von langer Hand Geschaffenes. Jemand, der eine Rolle spielt, mit dem ansonsten nichts los ist, als daß er sich so und so verhalten kann, dabei angelernten Text absondern.

Er allerdings ab und zu einer, der dann und wann vergißt, bei so den haufenweise Mädchen, die bei ihm rumhängen, ihm eins herkreischen, daß er nichts darüberhinaus ist, als das. Ein Püppchen, bei dem nach Marionettenart an den Schnüren gezogen wird.

Bis er es doch mal zu begreifen hat, weil das mit der Veranstaltung, für die er sich verrenkte, unvermittelt ausgelutscht ist. Daß er sich irgendwo wiederentdeckt. Als was schnöde ins Abseits Gestelltes. Beinahe Weggeworfenes. In die Tonne Geklopptes.

Worte hat er im Ohr: "He, du, du bist jetzt raus. Raus aus der Nummer. Wir haben alles mit dir gemacht. Mehr geht nicht. Wir machen wieder was Neues, mit anderen. Geh wieder studieren, Oder mach 'ne Lehre. Mann, Mann, Mann! Hast es doch gewußt. Hättst eben besser auf dein Geld aufpassen müssen, statt rumzuprassen. Wir hatten alles mit dir, es gibt da keine Neuigkeiten mehr. Nichts größer neu an deiner Visage. Verzapf dich. Von mir aus kannst du auch sterben gehen, wenn du meinst."

Dabei hatte der eine Kerl was mit jede Menge der jüngeren, älteren Weibsbilder. Gekreisch und Heulerei und alles der Ekstase klingelte bei ihm, direkt, als wär er einer der "Beatles" gewesen. Oder ein Mitglied der "Rolling Stones".

Bloß, daß er das nicht war. In Wirklichkeit war er das eben nicht. Seine Wahrheit war: daß er ein Handpüppchen war. Eine Marionette. Die man fürs Rumhüpfen in der Choreographie einstellte und bezahlte. Sonst für nichts.

Er hätte lediglich das mit den Marionettenschnüren nicht vergessen dürfen. Die an ihm zogen und zerrten. Die Tatsache, daß keine Rechte hatte, außer diese, einen monatlichen Gehaltsscheck überwiesen zu kriegen, wie überall auf der Welt der und der Angestellte auch. Als das, was er war, einer in einer Anstellung. Eine Rolle hatte er gelernt, diese gespielt. Nach der Art eines Rollenspiels sprach er die Satzzeilen entsprechend seines verordneten Charakters auf. Dafür kriegte er ein klein mehr Asche ab, als anderswo üblich. Aber auch nicht zu dolle, im Grunde. Daß er es bei Bedenkenlosigkeit belassen hätte können. Sich das erlauben hätte dürfen. Zu vergessen, daß er einer in einer prekären Anstellung war. Jederzeit sein Vertrag kündbar. Oder man konnte den zur gegebener Zeit auslaufen lassen.

Jetzt gab es ihn bei ihm, den Schnitt. Jetzt hatte er abzugehen von der großen Schaubühne. Sollte damit zurechtkommen, sich lieber im Alltag zurechtzufinden. Oder ... Oder ...

Obwohl ihm die Kreischemädchen in den Ohren schrillten. Die eine oder andere konnte er sich auch auswählen. Die führte sich auf bei ihm, als wäre das mit und bei IHM was ganz Besonderes. Weil Mädchen DAS nun mal ziemlich können, Dinge aufzuheizen, aufzubauschen. Mädchen haben anderen Sex, die explodieren besser, wenn sie mit einem zusammen sind, von dem sie denken, daß er kein Allerweltstyp wäre. Sondern könnten was einer Besonderheit in einem sehen.

Dann können sie sogar noch ohnmächtig werden, im Angesicht von einem.

Bei einem gewöhnlichen Kerl allerdings, einem, der nichts weiter zu bieten hat. Bei dem. Bei dem ist so was schon schwieriger.

Gestern noch umgekippt, die eine oder andere, bei und wegen ihm, der mit ein paar anderen rumtanzte, was dahersang. Um dann ... Zu sich, daß sie kommt. Mit einem nahe bei sich, der urplötzlich niemanden mehr darstellt ...

Was hat er ihr erzählt? Taxi fährt man? Wird sie deswegen etwa feuchter als notwendig?

He, ein Taxifahrer ...? Taxifahren könnt sie selber gerade auch noch wo. Nicht?

 

 

 

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