Das Heutige, das Gestrige
Wie was früher war? Durchaus vieles vergleichbar zu dem heutiger Tage.
In Großbritannien wurde Fluchtwilligen früherher auch schon die Türe zugeschlagen. Wie woanders ebenso.
Da verfiel man dann, als man davon sprach, die Insel wäre "voll", auf so eine Idee, daß nur mehr Kinder einreisen dürften. Bloß Kinder, Jugendliche, die bis zu einem gewissen Alters noch zu den Briten auf die Insel durften. Nachdem es für Deutsche mit jüdischer Fragestellung immer schlimmer wurde, bei den "Nationalsozialisten", die deutschsprachig daherredeten.
Da machten die Briten, die vom damals noch weitaus größerflächigen, bedeutenderen "Commonwealth", schon mal die Schotten dicht. Aber, Kindern, Jugendlichen, denen gestatteten sie bei ein wenig Gesichtskontrolle noch die Einreise, die durften knapp zu Pflegefamilien oder gab man zur Adoption frei. Während Vati und Mutti, Verwandte Zugfahrt hatten oder so. Bestimmungsort "Vernichtungslager". Verschiedenes bei "Arbeit macht frei".
Derweil es andere, etwas die Eltern, Verwandtschaft, diejenigen, die es schließlich doch noch mal irgendwie aus dem "Deutschen Reich" rausschafften, auch auf mancherlei Schiffen gab. Oftmals überfüllte Schiffe, denen es verboten wurde, in Häfen einzufahren. Dieses Problem führte dazu, daß es Flüchtige aus dem "Dritten Reich" noch bis Südafrika runter verschlug. In allerlei fremder Herren Länder. Wobei es kaum wo schlimmere, befremdlichere "Herren" wo geben konnte, als jene blasierten, rassistischen "Herrenmenschen", denen man floh.
Alles war früherdings auch, alles ähnlich, wie man von Begebenheiten im Heute aus den Nachrichten Kleinigkeiten vernimmt. Ob irgendwo bei einem rechtsnationalen herrischen Senn auf der Alm in den Schweizer Bergen oder im Irgendwo eines afrikanischen Landes, wo man auch Beamte in den unterschiedlichsten Amtsstuben kennenlernte, den "langen Arm der Nazis". Wohin immer es einen eben verschlug. Vereinzelt gegangen. Als Paar. Mittelloser oder nicht.
Alles mit einer Ähnlichkeit zu Geschichten, wie sie sich in der Gegenwart ebenfalls zuhauf abspielen. Auf das eigene Glück im Prekären, daß es bei einem ständig ankam. Auf so Zufälle.
Ungeheurer Druck, der durch die Nationalsozialisten angefacht wurde. Bei grundsätzlichen Rassefragen, dem mit den Minderheiten im Land. Oder wer wen lieben sollte und wen nicht. Nach dem Geschlecht, das derjenige hatte, hatte man haarscharf Ausschau zu halten, bei sich achtzugeben, bei den Küssen.
Dahingehend hatte es der "Röhm-Putsch" wirklich in sich. Viel kann man in manchen Texten lesen, daß man das nicht versteht, warum man das mit diesem "Röhm-Putsch" als das Fanal sehen sollte, mit dem es dann wirklich mit der "Weimarer Republik" vorbei war. Schließlich meinen sie, die "Weimarer Republik", die wäre da doch schon längst Vergangenheit gewesen. Nur, dem EINEN, dem war wer aus der "Weimarer Republik" geblieben. Weiterhin mächtig, Herrscher über zahlreiche Kader, die vielköpfige "SA"-Struktur. Die Lästigkeit eines lästigen Widersachers, potentiellen Machtgefährders, der traut zu einem hinschwatzte, einem die Hand hertätschelte. In der "Weimarer Republik" hatte man DIE ziemlich nötig gehabt, die Kerle. Diese mehr oder weniger zu zügelnden Häuflein. Alles störte da jetzt das eigene Machtbild, also mußte man sich IHRER mal entledigen. Damit war endgültig nebenher auch ein wenig was der "Weimarer Republik" noch loszuwerden. So etwa die Toleranz, die in Sachen Liebe in der "Weimarer Republik" geübt wurde. Viele der SA-Führung waren damit bekannter gegangen, der gleichgeschlechtlichen Liebe nicht abgeneigt zu sein. Mit dem Ableben Röhms und einiger seiner Gefolgschaft hatte sich das mit diesem Bild denn endgültig für den einen mit dem "Breitbärtchen" erledigt. Nur wegen der ehemaligen Dienlichkeit der SA ließ man die Organisation noch krude weiterbestehen. Wiewohl sie hernach für nicht mehr allzu viel was eine gesonderte Rolle noch spielte. Wen der eine auf sich einschwören ließ, das waren die SS-Kohorten. Von denen ließ er sich auch beschützen, so was. "Leib-Standarte SS", irgendwas.
Und so in jene Tage wünscht sich wer im Heute zurück? Weil er, sie, es das wähnt, man wüßte nicht mehr allzuviel davon. Wäre langsam mal trübe gegangen. Beim romantisierenden Verklären auch noch dieses Alten angekommen. Bei der allgegenwärtigen Demenz, mit der sich jeder andauernd von Haus aus abzumühen hat, mit ihr herumzukämpfen, weil die im Leben mit inbegriffen ist. Dauernd bringt jeder neue Moment auch so das Vergessen mit sich. Und diese Vergeßlichkeit, die scheint gegenwärtig das IHRE. Grundsätzlich das IHRIGE. Richtiggehend überall auf der Welt. Gerne genommen auf europa- wie weltweiter Bühne. Daß man beim Mienenspiel eines "Schein-Anständigen" in Anzug und Krawatte die frühere Fratze nicht mehr länger sieht, bei viel Schmelzanwandlung und einem Normalklang der Stimme.
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