Die Weimarer Republik wollte man inszenieren
Die "Weimarer Republik" als Siebziger-Jahre-Späßchen. Die Weimarer Republik hätten da britische Inselbewohner liebend gerne untergebracht. Während jenen Tagen. Bei zwei Figuren. Dem "punk" und dem "skinhead". Dem "punk" auf offener Schaubühne, während der "skinhead" beim "punk" verstohlen schleicht.
Zwei Handpüppchen, vom Modehinterhof: der "punk", der "skinhead". Umgesetzte Schnittzeichnungen, Anliegen: die Massetauglichkeit. Bei verhältnismäßig uniformen Kleidervorschriften bei beiden.
Extra, daß man sich ab Mitte der Siebziger jedesmal für den "punk" umzog. Mit einem kurzen Abstecher beim Frisör. Der einem so was wie einen "Igel-Haarschnitt" verpaßte. Bei dem, was man denen aus der Medienwelt zwischendurch zu erzählen vergaß: daß man in Wahrheit ein Erfüllungsgehilfe war. Mit bestellter Ware, daß man als "punk" auf der Bühne erschien, um vielen ein Vorbild zu sein.
Es war schon voll krass, was der "punk" am Ende mit sich brachte. Bis heute in seiner Wirkung zu erkennen. Der "punk"-Mehltau, obzwar von langer Hand vorbereitet. Trotzdem hatte man das Glück nötig, daß es sich zu treffen schien. Als hätte da wer Mitte der Siebziger blöde gerade auf so was wie den "punk" gewartet. Daß es mit DEM tatsächlich durch die Decke gehen konnte. Schwer zu sagen, warum die Gelegenheit günstig war, und warum einem nicht so dahintergestiegen wurde.
"Weimarer Republik"? Warum? Beim "punk" wurde beständig gemeint, er solle dem politisch äußerst rechten "skinhead" sofort in die Visage steigen, sobald er ihn wo sieht. Und auch beim "skinhead" war die Rede davon, daß der "punk" für ihn ein rotes Tuch sein sollte. Bei der ersten Sichtung eines "punks": nicht lange auf was warten - Angriff.
Von dem her ...
Bloß, so recht kriegten die "punk"-Anreißer den Spaß damals nicht geregelt, den mit der "Weimarer Republik", von dem sie aus der Schule was wußten. Im größeren Maßstab inszenieren ließ die Weimarer Republik in den siebziger Jahren nicht.
Nicht so viel und so oft wie erhofft war sie, die "Weimarer Republik". Die Weimarer Republik mit ihren vielschichtigen Zuspitzungen. Die im Despotentum endete.
Allem Spott der Reißbrettschöpfer des "punks" und des "skinheads" zum Trotz. Das, was SIE von den jungen Leuten hielten, sich dachten, was sich alles mit DENEN anstellen ließe und so dem. DAS - die unmittelbare Szene der Weimarer Republik - war in den Siebzigern nicht drinnen. Größer fand die "Weimarer Republik" mit seinen Straßenschlachten, all dem, was sich da bei den Deutschen so Ende der Zwanziger, Anfang der Dreißiger ereignete, in den siebziger Jahren nicht statt. Allerhöchstens ab und zu kam es besser zu was. Enttäuschend.
Allem Angesagten - dem, was man jungen Leuten, Jugendlichen als Gebrauchsanweiung für den "punk" vorrredete - trotzend., Weimarer-Republik-Zustände, die spielten sich nicht häufiger als nötig ab. Obwohl der "punk" und der "skinhead" vor allem diesem einem Zweck dienen sollten: sich bei Straßenauseinandersetzungen an die Gurgel zu gehen. Wie so die "Nationalsozialisten" und die "Kommunisten" zuhauf die Jahre der Weimarer Republik durch.
Größer wollte das die Siebziger einfach nicht zünden. All das, was heutzutage vielleicht besser hinhauen könnte. Das mit dem hinterkünftigen "Weimarer Republik"-Geschehen. Dauernd diese Straßen- und Stadtplatzschlägereien. Ungehemmt. Es kochte sich was hoch, in der "Weimarer Republik", entzündete sich. Bis hin zu Mord und Totschlag. Schließlich ereignete sich DAS: Zum Untergang der Weimarer Republik, daß die gesamte Szenerie letztendlich führte.
Überlegt man sich, wie mancher heutzutage beim Dreißiger-Jahre-Augenzwinkern - ganz ohne einen "Führer", einen "Duce"; das Potenzial hat man durchaus selber inbegriffen -, dergleichen Szenenbild auch liebend gerne für sich zurückgebracht hätte. Währenddessen man den "Führer", den "Duce" nur so vor dem geistigen Auge sieht. Reine Vorstellungskraft. Erst mal das wähnt, vermutet, wo solche ungefähr rumgestanden sind. Von wo sie beispielsweise herabgewunken haben. Und so. Da zeigt man sich selbst, grinst freiweg mit sich. Noch nur als Möchtegern.
Den Untergang der Demokratien hätten sie in Begehr, vielleicht restlos europaweit. Alles in Europa nur noch Autokratie, Despotismus. Bei jede Menge altertümlichem Exklusiv-Nationalgetue. Diesen absurd-gewöhnlichen Nationalstaatsstrukturen aus dem Vorgestern. Das Abgestandene des Abgestandenen. Hätte man für sich diese Profan-Nationen erst umfangreich genug zurückgebracht. Dafür sollen die Bestrebungen fehlschlagen, daß sich die einzelnen europäischen Staaten immer noch weiter annähern. Bis dorthin, zu diesem Moment, daß jedermann all die gestrigen, dumben europäischen Urweltnationen auf breiter Front wiedersähe. Wenn möglich bei einer umfangreichen Restaurierung all dessen, über das man aus der Vergangenheit krude Bescheid weiß. Weil man davon derzeit eher was in Geschichtsbüchern lesen muß. Wie was mal war, gesehen hat das länger niemand. Bei so vielen Jahren Frieden in Europa. Da hat man ja europäisch fast keine Ahnung mehr von all den anderen Zeiten, jenen mit ihren abgründigen Schäbigkeiten. Ewigkeiten so nicht gesehen, erfahren. Nachdem all DIESE Unzeiten beinahe mit jedem Tag, der anders verstreicht, immer länger her sind.
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