Erst im Doppelpack war man komplett
Was derweil kaum einer Mitte der Siebziger zunächst beim "punker", "punk rocker" mitkriegte: er hatte einen Begleiter. Er kam in Begleitung.
Da war einer, der bei der Anfahrt als Glatzkopf zwar mit dabei im Siebziger-Jahre-Auto hockte, aber übersehen wurde. Weil er nicht im ewigen Blitzlichtgewitter ausstieg, wie das angepriesene Marketing-Produkt "punk". Der "LInke", als den man den "punk" auszeichnete. Ab Mitte der Siebziger, nachdem SIE den großen Schnitt an den Mann, die Frau bringen wollten. Es ihn auch großflächig für jedermann gab: den unvorstellbar gewaltigen Einschnitt. Der bis auf die Knochen jener Jugendkultur bis Mitte der Siebziger schneiden sollte. Auf der Bodenfläche der Musikszene und bei den jungen Leuten sollte das mitten ins Ziel treffen.
Blattschuß. Zentrumstreffer. Mittenrein ins Herz. Bei den Drei-Minuten-Lieder-Ansagen und all der "punk"-Folklore, die man wortreich mitteilte. Auch beim Thema der prekären Plattenverträge, mit denen man die anderen unter Druck setzte. Die, die ab dem einen Mitte-der-Siebziger-Moment urplötzlich anders wirkten. Zum Frisör, daß man scheinbar schickte, Leuten einen Haarschnitt aufzwang. Eine Tatsache, von der man wirklich viel auf den Schallplattendeckeln ab Mitte der siebziger Jahre entdecken darf. Daß bei welchen der Absacker sein sollte, der Halbmast. Das Herunterkommen von einem Heldentum. Fast könnt man überall meinen, bestaunt man die Szenerie, es wäre irgendwas irgendwie weggekommen, entfernt worden.
Derweil da der"skinhead", jener eine bestimmte Verhuschte, über den man zu anfangs beim "punk" dauernd drüberweg sah, immer deutlicher aufzuscheinen begann. Die restlichen siebziger Jahre durch. Der "skinhead", derjenige, den man, obwohl er beim "punk" doch überall mit dabei war, zumeist weniger in die Wahrnehmung kriegte. Trotzdem der "skinhead" das zweite vorbereitete, präparierte Handpüppchen doch war. Ebenso wie der "punk" bestens modisch für die sofortige Kennung ausstaffiert, definiert. Bei der Ware, die man jenen rechtskonservativen Politikern, die anfangs der Siebziger in den Vereinigten Staaten was für sich bestellten, aus Britannien freiweg auslieferte. Beim "punk" war auch der noch mitinbegriffen: der "skinhead".
Der "punk" und der "skinhead", die beiden Kasperle-Theater-Püppchen für den allerhöchstem Wiedererkennungsfaktor. Und doch ließ es sich ab und an schwer sagen, wer gerade "punk" war, wer "skinhead". Auch ein Punkt.
Der "skinhead", der mit dieser besonderen politischen Rechtsrausdrehung, dem "punk" mit der scheinbaren Linksorientierung gegenübergestellt.
Der "skinhead" war von seinen "Designern", seinen modischen Schöpfern, Erschaffern, an der Puppe nebendran ausgestattet worden. Bloß, der eine, der "skinhead", der war beim "punk" nicht der, der vorne im Blitzlichtgewitter rummarschierte. Es brauchte jedesmal ein geraumes Weilchen, bis der "punk" verstohlen zur Hintertüre huschen konnte. Sein "Bruder", der "punk", der den "skinhead" geschwind hinten zur Tür reinmachen ließ, ihm das Bier in die Hand drückte. IHM, dem "skinhead". Der "skinhead", das so richtig abgrundtief hintergründige Späßchen beim "punk". Die "Weimarer Republik"-Szene hätte man am liebsten mit ihm gehabt. Schon unvorstellbar, was man mit dem, der das beim "punk" erst komplettierte, beabsichtigte. DAS, was man mit dem dem doofen "Teen", von dem nicht das geringste was hielt, hämevoll nahebringen wollte: das erste Mal eine rechtsgerichtete Gesinnung, Die wollte man sehen, unterbringen. Nicht immer nur dieses anständge Links der Mitte, den aufmüpfigen Trotz. Gegen die Eltern, die Gesellschaft. Redete was der "punk" eigentlich lange wie die von der Elternpartie die fünfziger, sechziger Jahre immer geredet hatten. Bei den Themen, was einem "punk" so beiläufig gefiel, was nicht. Nichtsdestotrotz war der "punk" weiterhin der "punk". Während das wahre abgründige Ansinnen der "skinhead" war. Die "Weimarer Republik"-Szene hätte man gerne zurückgebracht. Weltweit.
Ab Mitte der Siebziger war denn allerhöchstens noch der Fünfziger-Jahre-James Dean immer drinnen. Tatsächlich rollte die "punk"-Welle rund um den Globus, brachte über vieles einen hintergründigen Wandel. Total eine veränderte Stimmung kann sich jeder im nachhinein besehen. Fast in allem. Ab Mitte der Siebziger. Der "punk", die "punk rock"-Welle, brachte DAS mit sich, war dafür der besondere Türöffner. Mit dem "punk" war eine echte Zäsur, Mitte der Siebziger kann jeder, der hinschauen möchte, eine ungeheuerliche Zeitenwende blicken. Vom "Paketdienst" von der britischen Insel runter wurde an konservative Politiker ausgeliefert. Politikererwartungen erfüllten sich im wahrsen Sinne des Wortes. Mit dem "punk", der den "skinhead" mit dabei hatte.
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