Jäger von Gegenwart und Zukunft im All
Das Licht, es knallt jedem nur so in die Augen. Macht "peng", "peng".
Und doch ist das Licht etwas, das eine Höchstgeschwindigkeit hat. Das von dem her immer länger braucht, mit seinem Gegenwartsmoment bei einem einzutreffen, je mehr es an Entfernung zurückzulegen hat
Je mehr Strecke Licht nehmen muß, desto größere Probleme hat das Licht, noch das kleinste bißchen Gegenwartsbezug zu entwickeln, wenn man sich den Lichtschein genauer betrachtet.
In den unendlichen Weiten des Weltalls präsentiert sich einem beim Lichtgefunkle irgendwann nichts mehr anderes als tiefste Vergangenheit. Daß man sagen könnte: du siehst zwar was unmittelbar, aber Gegenwärtiges ist davon beinahe nichts. Kaum mehr was davon wahr. Nicht mal der Einscheinung eines Galaxienhaufens darfst du trauen: gut möglich, daß du den nicht mehr entdeckst. Würdest du versuchen, seiner Bahn zu folgen, um ihn nochmals ins Auge zu fassen.
Schwierig, selbst für die allergrellste Erscheinung, sich dir im All noch als was Gegenwärtiges zu präsentieren. Allerhöchstens ist das ein Denkfehler, zu wähnen,, was Gegenwärtiges irgendwo in einer Nachthimmelsternenferne zu sehen? Jegliches mag längst der Vergangenheit angehören, nicht mehr der Wahrheit entsprechend.
Wenn du am Sternenguckerhorizont was in der universellen Ferne zu schauen kriegst dann ist das eine, bestimmte Gegenwartsmoment - das, das du bei dir wahrnimmst - unwahrscheinlich lange her.
Nebenher, daß es an sich in den unendlichen Weiten des Weltenraums kaum was an Feststoff gibt. An nichts solltest du dich da festhalten: Ständig ändert sich alles, stapelt sich um. Die Dünenwanderungen irdischer Wüsten, im Weltall die universelle Tatsache.
Woanders setzen sich Dinge aufs neue zusammen. Hat was Neuentwicklung. Wobei sich festhalten läßt: Sonne, Mond und Sterne, das scheint eine relativ ausdefinierte Struktur zu sein. Was, zu dem es bei im Weltall rumschwirrenden Staub, der Materie zwangsläufig kommen muß. Ballt sich was zusammen, verdichtet sich. Ereignen sich in den "Laborbedingungen" infernalischer "Suppen"-, "Hexenküchen" bei einem Schwarzen Loch Kleinigkeiten, schlagen sich selbst noch die winzigsten Atome auf, ist das ein gesichertes Ergebnis.
Das Weltall-Motto, demnach das der Erdenwüsten. Das der Sanddünen. Alles in der Wüste irgendwo dasselbe wie gestern, vorgestern. Und doch hat manches an einem Ort ganz anders ausgesehen. Am Ende war da mal ein fruchtbarer, belebter Ort, wo heutzutage Dünen sich bilden, wandern. Bloß, auch eine gewisse Fragestellung, die sich daraus ergibt: Schert dich DAS? Bereitet dir das irgendwelche Kümmernisse? Bist du selber denn nichts als flüchtig. Ein sich verflüchtendes Gas.
Höchstens neugierige Forscher besorgt da was.
Die Wissenschaflter, SIE jagen sie, die zwei Momente: die Gegenwart und Zukunft. Während du dich am Nachthimmel erfreust, naiv, traut zu ihm hochglotzt.
Die Wissenschaftsleute suchen in den Weiten der Milchstraße oder anbei von ihr dieses eine Moment: die Gegenwart. Den Tag, in dem man lebt. Genauso wie sie den der Zukunft sich wünschen.
Bei so viel Vergangenheit allüberall, wüßten SIE gerne, was in der Gegenwartsepoche im All tatsächlich los ist. Oder zukünftig. Zwar ist der Blick in die Vergangenheit auch bloß einer, krude, aber sie wollen das, diesen gewissen Hauch an Gegenwart und Zukunftsperspektive. Deshalb versorgen sie ihre Rechner mit Gegenwarts- und Vergangenheitswahrnehmungen, was zukünftig Gegenwartsgeschehen zu entdecken. Darüber Bescheid zu bekommen.
Nicht die Vergangenheit in der Ferne, an die Gegenwart bei ihr wollen sie ran. An die Zukunftszeiten. An das Heute im Universum. Nicht die Ewigkeit des Gestern. Vorgestern.
Nachdem das ihr Begehr ist, konnten sie einem ja auch über das eine Bescheid geben. Über das, das die Kleine Magellansche Wolke mal in zwei Milliarden und die Große Magellansche Wolke selber in zwei Milliarden Jahren drauf mit der Milchstraße anstellen wird.
Keine galaktische Einzelparzelle wird die Milchstraße dann in vier Milliarden Zukunftsjahren mehr sein. Genauso wie die Erdsonne in zwei Milliarden Jahren demnach einem Vergangenheitshorizont angehört.
Ein Teil der Großen Magellanschen Wolke wird die Milchstraße werden. Vielleicht, daß die Große Magellansche Wolke dann eine dritte Kleine Magellansche Wolke kriegt. Eine weitere Scheingalaxie zu den beiden anderen dazu. Da vielleicht andern Galaxien was die und die "Galaxie" anzutäuschen. Bei dem Trügerischen, als das man die Kleinen Magellanschen Wolken durchaus verorten darf. Nachdem sie nichts sind als was des "Halo"-Bereichs der Großen Magellanschen Wolke. Zwei Dinger, in denen die Gravitationsmacht der Großen Magellanschen Wolke regiert, herrscht. Während die der Milchstraße, hat sie ein paar Kleinigkeiten erst erfahren, der matten Vergangenheit angehört. Irgendwo noch so ein Lichtlein, das scheint auf, Herkunft: die Milchstraße. Bis das denn auch noch mal verlöscht, weil irgendwann von der Milchstraße nichts Neues an Lichtphotonen hinterherkommt. Das heißt, unterscheiden wird diesen Lichtschein dann von dem der Großen Magellanschen Wolke nichts mehr. Die Große Magellansche Wolke, die geblieben ist und aufscheint, ihre eine Identität, die DIE sich behält.
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