Nach der Europawahl
Wählen gewesen, eine Stimme abgegeben.
Erstmalig eins mit einem Ergebnis. Muß richtig zugeben werden: das war noch nicht.
Kein Nichtwähler, und trotzdem: als hätte man überhaupt nicht gewählt. Wäre man dem Wahlentscheid gegenüber ignorant gewesen.
Kein einziger der Spitzenkandidaten, deren Namen die Wahlzettel zuoberst schmückten, die miteinander in den Medien stritten, die derzeit ...
Jeden Mann, den sieht man praktisch überall, nur nicht auf den Plätzen, für die er zur Wahl stand. Für die bei ihm angekreuzt wurde.
Muß sich der oder die eine oder andere unter der Voraussetzung nicht gelinkt fühlen? Angeschmiert? Bei dem, was statt dessen zum Vorschein kam. Was es nach oben schwemmte. Sich hochgeschwemmt vorzeigt.
Erst mal: der Frauenrock. Der stand nicht so zur Wahl. Hatte auf keiner Wählerliste eine besondere Drängelei auf den vorderen Plätzen. Nicht so weitreichend, wie es derzeit fast überall in den Überblick gerät. Weibsbilder, geradezu so weit das Auge reicht. Alles nichtgewählte Bräute. Keine, die Kernerarbeit verrichtet haben, sich bei Wahlveranstaltungen nervig mit wen auseinandersetzen mußten. Massenweise was, nicht über Los gegangen. Vielleicht, daß die sich erst in der Zukunft zur Wahl stellen werden. Beim nächstenmal, kommt es zu einem nächstenmal. Schließlich: Hat man sich erst besser an sie gewöhnt, kreuzen mit Sicherheit mehr krakelig bei einem vertrauteren Namen an.
War jemand kein "Nichtwähler", war entschieden für das Resultat am Wahlentscheidabend dabei, direkt ist er das doch: ein Nichtwähler.
Schon fast ein Rätsel, was da im Nachgang der Europawahl passiert sein könnte. Aber nur fast.
Zunächst hat jeder, der wählen ging, offenkundig man bei einer europäischen Wahl mitgemacht, deren Ergebnis faktisch annulliert wurde. Als wäre es eine Schein- oder Probewahl gewesen. Ohne daß man einem Dinge wo so benennen würde. Umschrieben werden Sachverhalte ganz anders. Zudem die Ansage allüberall: Man sollte da über den Fortgang der Geschichte noch glücklich sein. Etwa da drüber, daß so rasch eine Mehrheit im Europaparlament gefunden werden konnte. Daß es da kein langes Hickhack gab, sondern die unmittelbare Fortsetzung. Beim kleinsten gemeinsamen Nenner: dem Weiberrock. Bei dem wohl wer an leichtes Spiel für sich denkt. Daß da welchen die große Überzeugung für Europa fehlt. Sobald man mit nationalen Regionalangelegenheiten vor sie hintritt, daß ...
Sonnenklar, die "Regierungschefs" und "Staatsmänner" - was DAS bei denen war. Deutlich das politisch rechtslastige Gusto, aus dem heraus man handelte. Faktisch die Europawahl Mitte Juli in die Tonne kloppte. Der borniert-blasierte Nationalhorizont, das eng Regionale, JENES, das sein Zepter schwang. DAS, daß es sich anmaßte. Das Altvordere des Altvorderen.
Weil das mit der Rechtslastigkeit in Europa derzeit so groß ist, soll man nun über das Hervorgebrachte noch froh sein. Darüber, daß da ein europäischer Motor doch weiterläuft. Als hätte er keine Unterbrecher gesehen. Man soll sich doch lieber an den Massen Frauengesichtern und -gestalten erfreuen, den siebenfachen Müttern und so weiter. An denen, deren Kerle daheim bei den Kindern bleiben, damit da die Frauenkarrieren steil gehen. Die Weiberpartie allüberall, die kein Mensch zuvor größer am Plan hatte. Weil sie dem Wähler auf den Zetteln und bei Kampagnenauftritten unsichtbar blieb. Dafür meldeten SIE sich nicht entschlossener an. Die, die mit dem einen Wahlendergebnis nicht größer was zu schaffen haben. Nicht mal Frauen konnten DIE wählen gehen. Zigfach Namen, auf keinem Zettel in den Wahlbriefen aufgeführt. Die in den formlosen Frauenkostümen, die Verbeamtung andeuten, waren da im Grunde weniger dabei. Die brachte nun was ANDERES als die Wahlkampfdiskussion mit sich. Eben das kleinteilig vorgestrige Nationalhorizontale, das es bei der Frauenerwähnung zu einem Kopfnicken brachte. Dafür gerne die "Frau", die mit ein wenig alternativen Kleiderfarben. Klamotten von etwas anderer als üblicherer Farbgebung, gerade noch statthaft für manche Orte. Gut und gerne "pinker". Ist man schließlich dem weiblichen Geschlecht zuzurechnen; da mag man was Pinkeres als Farbe.
In großer Zahl DIE, die mit dem geschichtsträchtigen Motto "Zum ersten Mal" an der Kommissionsspitze aufscheinen und sich breit grinsend "weiblich" antäuschen.
Überdeutlich bereits, wem da diese Neuigkeiten von der Frauenpartie denn dankbar zu sein beabsichtigen. Gewissen aus den europäischen Randgebieten. Es ist echt die Rede davon, für wen oder was man in nächster Zukunft wieder mehr Verständnis aufbringen wolle. Jene Demokratiefeinde, die man bald kleiner zu reden gedenkt. Wie man aufklärt. Daß man in der Anlage "Europa" demnächst über manches an antidemokratischen Erscheinungen hinwegsehen wolle. Nichts mehr von dort ganz so eng sehen. Wie zuletzt. Daß Verfahren drohen und so fort. Bei den politisch rechtslastigen Anwandlungen auf den so und so genannten Kleinflächen, bei denen sie davon sprechen, daß die mit einem "Führer" und so diesen Knilchen nichts zu schaffen hätten. Auch wenn man Bevölkerungen mit dergleichen Anwandlungen daherkommt. Allerdings mit polnischen, ungarischen Sätzen und so weiter. Hört sich auf Polnisch, Ungarisch alles ein klein wenig anders an, als auf Deutsch, Italienisch. Auch der heutige Brite kann davon ein Lied singen. Bei sich daheim auf der Insel. Bei ihm klingt was auf Englisch und mit einer sonoren Sympathieträgerstimme. Alles fürs schlichte Gemüt.
Nicht zu fassen, daß da einer in Italien im Jetzt nicht den rechten Begriff davon haben möchte. Am Schlauch steht der rum. Als ein Italiener, groß am Aufgehen, Aufsteigen am italienischen Nationalfirmament. JENER sieht nicht ein, was der ganze Hintergrund des europäischen Frauenspaßes ist. Wegen einer "Deutschen". Blickt nicht, wer da "Frau" nach vorn brachte. Wer da besser anschob, daß das Endergebnis einer demokratischen Wahl locker vom Tisch gefegt werden konnte. Er, der gerne von Balkonen herunterspricht, von denen früher nie ein italienischer Politiker was runterreden wollte. ER beklagt, daß er keinen Plan hätte. Muß man sich mal vorstellen. Er einer, nicht wie die ehedem, die in Italien als Italiener nicht den Wunsch hatten, mit was oder jemand in Beziehung gesetzt zu werden. Was mal Teil der Vergangenheit der italienischen Europaregion war. Kleinigkeiten, von denen im heutigen Italien auch viele fast nur mehr aus den Geschichtsbüchern und vom Hörensagen her was kennen.
Er dagegen, IHN bekümmert da lange nichts weiter. Ihn besorgt dahingehend und bei den möglichen, auf ihn abzielenden Kommenaren des politischen Gegners nichts weiter. Grinsend gestikuliert er von oben runter. Winkt überall im Rund seinen Huldigern und den verteilt rumstehenden Polizisten munter zu, die sich durchaus versammeln könnten, ihn von der Balkonbrüstung runterzuholen und zu inhaftieren. Nachdem er sich an ein Örtchen hinplaziert hat, von dem aus es vor Jahr und Tag der "Duce" liebte. Der "Duce", der von dort herabplärrte. Ehedem mal waren diese Balkone und alten Orte was Verpöntes. Wie der "Faschismus". Eher nicht, daß man sich mit so was erkennen lassen wollte. Vor Volk.
Erst im Heute scheint sich das geändert haben, sorgt man sich weniger um so was. Haut das einem bei so was wieder besser hin, sich wo mit derartigem blicken zu lassen. Unmißverständlich. Als so was, daß man sich vor Menschen auf so einem Balkon vorzeigt. Nicht beim Wäscheaufhängen, sondern als Politiker. Bei so den politischen Rechtsrausanwandlungen: beizeiten könnte man was wie der "Duce" doch selber werden. Das hat bei den Italienern ja hübsch lange gedauert, bis der mit dem Kopf nach unten von einer Brüstung einer Tankstelle runterhing. Samt Geliebter neben sich. Eine, bei der keiner größer Gedanken an Brüste und Beine verschwenden wollte. Sondern sie dem "Duce" mitgab. Denjenigen, den sie begleitete, begleitete sie weiterhin.
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