Der Vorzug des "Knalls"
Viele Leute kennen die Dan-Brown-Bücher. Im vornehinein weiß jedermann darum Bescheid, daß die Inhalte erdacht sind. Trotz aller Realität, die Dan Browns große Kunst ist, sind seine Werke Spanungs- und Unterhaltungsliteratur. Mit dem nötigen Schuß Geheimnis beste Abendlektüre. Etwas, im allgemeinen der Zerstreuung dienlich. Ernster braucht man nichts zu nehmen, falls man mal was überliest.
Das Große bei Dan Brown: Ausgedachtes, Konstruiertes läßt er wie was Wirkliches erscheinen. Als was darüberhinaus betrachtet da keiner Dan Browns Bücher. Bei Orten, die man durchaus als Tourist auch besuchen kann, sich ganze Straßenzüge und Gebäude noch erwandern. Die Helden, Figuren Dan Browns hatten dort ihre Nöte, mancherlei, das sich abspielte, daß es zahlreich Seiten füllte und spannend zu lesen war.
Dan Brown, bei dem ist einem das grundsätzlich klar. Daß man höchstens was meinen sollte. Bei Dan Brown herumzulesen, da ist einem das sonnenklar, daß Dan Brown sich mit wahren Begebenheiten herumspielt, statt sie wahrhaftig dokumentieren zu wollen. Einiges, das der Wahrheit entspricht, das Restliche ist die Freiheit des Autors. So viel, das sich bei Dan Brown an realvorhandenen Plätzen abspielt, unter der Voraussetzung, daß da verschiedenes auch in Echt sein könnte. Wie etwa im Zwischenmenschlichen und so. Selbst noch unterschiedliche Verschwörungsmotive, die Dan Brown erwähnt, könnt's denn tatsächlich so geben und gegeben haben. Nichtsdestotrotz: Dan Brown, der geht einem klar. Damit arbeitet Dan Brown. Er verfälscht diese und jene Realität, ändert da was an ihr für seine literarischen Zwecke leicht ab.
Was man durchaus auch als Religionsmotiv sehen kann. Die Religionen leben gut davon. Wie sie bestens davon leben, daß vieles bei ihnen länger her ist, Altvordere Geschehnisse schwerlich wissenschaftlich nachprüfbar sind. Wobei es manche Orte bis in die heutigen Tage hinein tatsächlich gibt, die Erwähnung finden. Bei Dan Brown sind diese Verhältnisse das Angesagte, Bei Dan Brown weiß man das, was bei ihm Sache ist - bei den Religionen im Grundsatz schon mal weniger. Die soll man derweil auch für bare Münze nehmen, aller Glaubenansage zum Trotz. Daß Glauben ein Sachverhalt ist, den du glaubst, der jedoch nicht so gesichert ist. Religionen, die werden einem zwischendurch trotz allem schließlich auch noch detailliert an Universitäten gelehrt. Schüler und schreiben da was Exen, über Religionsunterrichtinhalte, die sie sich bestmöglich haarklein reinzupauken hatten. Dafür kriegen sie besseren Benotungen ab. Fast dasselbe, als wären da der Religions- und der Geschichtsunterricht vergleichbar. Bei dem Umstand, daß das eine eine reine Glaubensangelegenheit ist, während das zweite echt die Geschichtswirklichkeit abbilden soll.
Muß man sich überlegen, das Ding mit dem Universum, da füllen übergroße Lücken einen Raum. Herrscht in Wahrheit jede Menge unscharfe Vermutung vor. Trotzdem ist da heutzutage zig Zeug einem festgemacht, fixiert. Beim "Urknall". Das bei dem dort nicht unbedingt das Erwähnte, daß da bei den Sternenguckern fast ein religiöses Motiv am Sternenhorizont mit rein spielt. Nichts teilen sie mit, daß man da was morgen eventuell schon grundsätzlich in die Tonne kloppen könnte, wird man von wirklichen Erkenntnissen überrumpelt. Was man statt dessen in der Gegenwart sieht, ist, daß allüberall Sicherheit, Gewißheit vorgespiegelt wird. Es gibt eine wissenschaftliche Lehre. Eine, fast mit der Entsprechung einer Religionslehrmeinung. Weil da was fast wie was endgültig Bewiesenes als Lehrstoff und Inhalt von Wissenschaftswerken und so Verbreitung findet. Als wäre da was etwas ein letzter Schluß. Jenseits von dem nichts mehr Platz finden kann. Dabei haben sich vor Jahrzehnten bloß so Menschen, Leute, die Wissenschaftler als Berufsangabe im Paß stehen hatten, auf was geeinigt. Auf einen Ansatz. Dem des "Urknalls", des "big bang". Daß sie als Wissenschaftler nur mehr diesem Blickwinkel dem Vorzug geben wollten. Der Rest, der sollte im Abseits stehen. Nicht länger gehört werden, wollte man im Beruf vorankommen.
Schon zu überblicken, das mit dem "Urknall", das ist mit Anfangsbegebenheiten in Religionswerken zu vergleichen. Religion, ein Umstand, der ernsthaft noch an Universitäten gelehrt wird. "Theologie" heißt man das dort. Tatsächlich sollt man den "Urknall" viel mit "Theologie" in Verbindung bringen. Bei fast den gleichen Unschärfevoraussetzungen. Bloß, daß hier Wissenschaftserkenntnis vorgegeben wird. Da wird einem mit dem "Urknall" was unterbreitet, als wäre der des Pudels Kern, hätte alles an Gültigkeit bewiesen. Nochgerade, SIE kennen sogar noch den einen Punkt, an dem das mit dem "Urknall" stattgefunden haben soll. Vor so vierzehn, bis siebzehn Milliarden Jährchen. Das scheint ihnen doch nicht so klar. Da kann man oft unterschiedliche Zahlen lesen. Als gäb es damit doch noch ein Problem.
Klar, beim "Urknall" handelt es sich um nichts weiter, als darum, daß sich vor Jahrzehnten bei einer großen Wissenschaftlerversammlung auf diese Perspektive als das Gemeingültige geeinigt hat. Mit jeder Menge religiösem Bezug. Voll der Religionshintergrund. Vor allem das mit der Religion war als Motiv groß. "Urknall" - "Singularität", was "Singularität", die dir was verklausulieren soll. Die "Ein Gott"-Sicht. Waren auch jede Menge der damals angereisten Wissenschaftler Theologen und selbst noch echte abgesandte Priesterschaft. Mit denen man sich zu unterhalten und herumzuschlagen hatte. Jene, in der Sorge um ihre Religionen. Wegen der Wissenschaft und den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die trafen denn bei Wissenschaftlern auf fruchtbaren Boden, die ohnehin einem Glaubenshintergrund anhingen. Aus dem heraus diverse Wissenschaftsarbeit vorantrieben. Um die "Gegenwart Gottes" unmittelbar zu beweisen.
Manches Für und Wider wurde dort besprochen, damals. Und denjenigen mit der Religion in der Hinterhand, denen wurde nachgegeben. Das mit dem "Urknall" wurde als tatsächliche Begebenheit für die Universumssicht beschlossen. Zur Allgemeingültigkeit erklärt. Als das, aus dem heraus man überall lehren und das und das in der Weise kundgeben wollte. Der "Urknall" denn mit seinem "Im Anfang"-Blickwinkel. Mit der einen sich an einem winzigen Punkt zusammenballenden Masse, mit der fängt die "Urknall"-Kunde an. Bis sich die Kräfte, Mächte denn nicht mehr am Pünktchen halten ließen. Alle Materie, die hochging, von dem Exklusivpünktchen aus ins Rund davonflog.
Beim "Urknall", das sollt man für die Religion sehen, kann man ein Ende einer Geschichte absehen. Da fällt das gesamte Zeug, das sich ein Weilchen lang in die schrecklichsten Weiten ausdehnte, verstreute, irgendwann denn wieder ganz von selbst nach dorthin zurück, wo alles seinen Ursprung nahm. Also, das "Ende der Welt" kommt einem beim "Urknall" ebenfalls in Sicht - und beim Ende das eine: die "Wiederauferstehung". Die ist da mal gesicherter. Der Zeitpunkt, der wird erwartbarer, an dem man sich vor "Gott verantworten" muß.
Weil wo mal endgültig Schluß ist mit was, was sonst ja noch ewig weitergehen würde. Nimmt was gar kein Ende, kann man ja in aller Ewigkeit auf was hinwarten.
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