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Blog von TeddeMehr

"Raus!"

15. August 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Im Aufbau war die Szene zweigeteilt, genau wie die beim letztenmal. Auch da wurde er von einer der Rezeptionsdamen in weißen, enganliegenden Hosen- und Oberteilen in das Arztzimmer hineingebeten. Zweimal Frauenwelt, die zwar jung war, als Auszubildende in dem Beruf eventuell, aber doch nicht so wirkte, als wäre sofort, kaum daß eine etwas angeschickst wäre, ohne weiters bei ihr zu Potte zu kommen. Beim Ringelpietz-mit-Anfassen, unter Umständen. Da sollte wer wohl Zeit haben, Geduld mitbringen. Für DAS im "Nahkampf" mußte einer wahrscheinlich öfter mit jeder der beiden ausgehen. Das zuerst mal schaffen. Da was für sich ein wenig auf den Busch zu klopfen. Um irgendwann mittendrinnen eventuell doch ein wenig weiter zu kommen, bei ihnen, auf manchem Gebiet. Bei zweien, die beide ihre Gesichter hatten, ihr reizvollen Formen, aber wohl nicht die waren, zu billig für jeden zu haben. Schnell geht eine von ihnen allerhöchstens alleine im Bettchen schlafen. Sonst nicht allzuviel, zu oft und kein bißchen was davon zu geschwind. Außer, wenn Ausnahmen mal die Regeln bestätigen. Ansonsten mußte man sich bei Bräuten Vertrauen erwerben, den Hof machen, DAS. Und vielleicht einer wie so ein Doktor sein, einer von einer Partie, wie sich so die Eltern eine für eine ihrer Töchter wünschen.

Dasselbe war im Angebot, als in die Räumlichkeit hineingeschritten war. Ein großer Schreibtisch, der geriet in Sicht, einer mit großen Flachbildschirm droben, Tastatur. Dieses Hauptsächliche. Dann faszinierte irgendwie der Drucker mit seinem Mehrfachfächern fürs Papierauswerfen. Eine Gerätschaft, eine Fußlänge hoch. Der war auch noch von Interesse, stand bedeutsam da seitlich rum. Bei der gesamten Fensterperspektive, dem Blick nach draußen, nachdem auf dem einen ledergepolsterten Metallstuhl Platz genommen war. Allzu Aufregendes war den Augen zwar nicht geboten. Ein flaches Gartenpanorama bei kaum einem nennenswerten Bewuchs und gut was die Fassade, das Aussehen von einem mehrstöckigen hellgrauen Mietblock mit niedriggehaltener grüner Hecke.

Der Herr Doktor kam bald, es gab eine Begrüßung. Der Mann setzte sich hinter seinen Schreibtisch, hatte anscheinend das und das längst voreingestellt am Schirm, mußte nicht langwierig rumklicken. Es war eine Sekunde von einem "Wasserbruch" die Rede. Eine Neuigkeit an Information, der "Wasserbruch". Was was sein könnte, wie Kleinigkeiten einen Namen haben könnten, von derartigem war beim vorigen Mal der Gegenwart nicht viel die Rede. Das mit der Stelle des "Wasserbruchs", da hatte sich nichts verschlimmert, gab der aus dem Wartezimmer Reingekommene kund. Das eine, das hätte sich eher zurückgebildet und so, statt ...

Fürs Nachschauen war man zusammengekommen, deshalb ging's nun eine Runde nach nebenan. Ins Behandlungszimmer mit seiner weit mehr als mannslangen Liege und dem Gerätezeug für den Ultraschall und dieses Pipapo. Auch hier war die Szene bereitet. Die eine Arzthelferin, bekannt als die brünette Schönheit, die schon alle möglicher Entschlußfreudigkeit an den Tag gelegt hatte, die vor dem großen Monitor rumstand. Ihr wurde vom Onkel Doktor eins hingegrinst, denn sie hatte nun zu gehen. Mußte da bei nichts mit dem Mann notwendig unbedingt dabeisein und zusehen. Die Türen sollten auch zugemacht werden.

Dann mußte der Patient sich auf die Liege legen. Auf so eine breite weiße auswechselbare Papierbahn von Übermannslänge über der Lederpolsterung drauf. Der eine, der legte sich nieder, auf den Rücken, machte sich, als er dazu aufgefordert war, untenrum frei. Dort unten war alles eher mickrig, zusammengezogen anzusehen, mußte nebenher erst irgendwie raussortiert werden. War der Ort ja an sich auch nichts für die große Freunde und so. Sachlich wurde vom Arzt an dem zum Vorschein Gebrachten herumgedrückt, dort, wo zuletzt was noch größer Umständlichkeit verursachte. Zu dem Thema wurd was gesagt, bezüglich dem, was beim früheren Ankommen ärger sich präsentierte. Getan werden müßte bei der gesamten Angelegenheit denn an sich nichts. Alles weiter beobachten und so. Wenn da aber etwas neuerlich wüchse, so zu einer Kleinvogeleigröße. Dann sollt wieder vorübergekommen werden. Zuletzt schob der Urologe so nebenher was die Vorhaut am gut bedeckten Oberstück herunter, legte im Kern da was frei. Auch das nichts einer Besonderheit, an sich, bei der Örtlichkeit, an der man sich aufhielt. Auf der Wiederholungsschiene wurd gemeint, daß alles beobachtet werden sollte, sonst müßte echt nichts getan werden. Erst wenn sich was Anderweitiges ergäbe, müßte weitergesehen werden.

Dann war es das. An sich. Es war das Hosenhochziehen wieder fällig. Die Bedeckung. Von der Liegefläche war herunterzukraxeln. Die Verabschiedung war an der Reihe. Zu manch Mitgebrachten war sich hinunterzubücken, das hochzuheben. Der Herr Doktor, schwer zu sagen, was der wollte, ob der nun die Hand darreichen wollte oder nicht. An sich war der Mann nicht mittelbar und doch ein wenig unmittelbar. Selber hatte man in Person an sich nicht den Wunsch, zum Pfötchengeben. Der Herr Doktor unternahm ebenfalls nicht viel, da die Hand zu einem Händeschütteln auszustrecken. Was an sich klarging: Händeschütteln war nicht unbedingt das, was hier von jemand gebraucht wurde, wenn es nicht gebraucht wurde. Die Szene, die schien eine Zeitlupe zu haben, zu langsam abzulaufen. Auch weil das nicht so sonnenklar deutlich wurde, ob der andere nicht doch noch die Hand ausstrecken würde, damit man die nehmen sollte. Da war unvermittelt ein bißchen ein grobschlächtiges "Raus" aus einem Männermund zu erlauschen. So ein kerniges "Raus", bei dem, was im Grunde das Geschehnis war. Weil, der Weg, der führte einen ja schlußendlich hinaus. Auch wenn es dabei bedächtig zuging, zeitlupenartig. Die Geschichte, gewaltig schlecht war die nicht gelaufen, bei was, das im Grunde eine schlimmere Doktorszene war. Trotzdem war der ohne was ärgere Neuigkeiten zu entkommen. Bei der Tatsache, daß zuvor die Weile, beim Hinwarten noch im Flurgang, einer regungslos zu sehen war, Auf einer Trage, daß man ihn abtransportierte. Ein unbewegter Herr. Konnte an dem Ort direkt auch ein Toter gewesen sein, den man unaufgeregt hinausfuhr. Ohne den Verstorbenen abgedeckt zu haben. So was, als führe man einen Reglosen rasch wohin, das war durchaus unverdächtiger. Mußte niemand insbesondere Anteil an einem Mißgeschick nehmen.

Das bleibt nun hier das eine Beschließende, dieses eine abrupt losgeraunte ungeschlachte "Raus". Das das war, das im Raum stehen blieb. Als wär da jemand nicht ohnehin im Weggehen begriffen gewesen, nicht direkt unerfreut, unberührter von was kurz noch von dem herrlichen Ort wegzukommen. Auf den eigenen zwei Beinen. Im Rückblick, so der Blick zurück, bei dem einen "Raus". Die eine Tasterei, die Fummelei, über die war jetzt erst noch mal so richtig nachzusinnen. Nachdem dieses "Raus" so komisch war. As wären da im Parallelflug bei den Geschehnissen so unterschiedliche Dinge noch am Mitschwingen. Auf die dieses eine "Raus" einen eigentlich erst bringt. Muß man sehen, der Arzt, der hatte dann so seine Gummihandschuhfinger noch so länger an der einen Eichel dran, schob an ihr herum und was dran zurecht. War ziemlich sauber dort, an sich, alles. Blieb ein wenig klein. Nur, der Punkt war der, dort war eigentlich nichts, was mit dem zu schaffen hatte, wegen dem in diese Arztpraxis gekommen wurde.

Die Idee, die ergibt sich eigentlich nur aus einem, diesem "Raus". Als wäre man da beim Rausgehen in zwei unterschiedlichen Parallelwelten gewesen. Meinte der andere nicht das Händeschütteln, wie der zweite. Sondern hatte so die Überlegung, daß da das Herumzupfen an einer Eichel nebenher, daß das DAS war. Etwas ... Etwas, ein kleines Stückweit darüberhinaus. Das etwas, das den Blickwinkel beim "Raus" verriet? Was der eine beim andern vielleicht in Verdacht hegte, daß der beim Fortgehen in seinen Überlegungen trüge?

Ohne dieses "Raus" wäre das ALLES hier jetzt nicht größer erwähnenswert. Hätte da ein "Raus" nicht was an Kleinigkeiten am Mitschwingen.

 

 

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