Der Nutzen des Knalls
In der Wissenschaft, daß beim "Urknall" der reinste religiös motivierte unduldsame Fundamentalismus aufscheint. Regelrecht eine Art "Kreationismus".
Bei den Wissenschaftsleuten werden zumindest mal unübersichtliche "vierzehn bis achtzehn Milliarden Jahre" für das Gesamte rundum um einen veranschlagt. Im "Kreationismus" manch anderer beim religiösen Fundamentalismus ist das ein ziemlich knappes Zeitfenster von zehntausend Jahren für alles auf Erden. Soweit welche die Welt von einem heiligen Buch aus in Augenschein nehmen, genügen ihnen schnöde zehntausend Jahre. Für die "Schöpfung".
Der Urknall": Alle Materie sammelt sich an einem exklusiven Punkt. Ballt sich solange dort zusammen, bis sich die verschiedenen Kräfte nicht länger konzentrieren lassen. Die Folge: ein Knall. Ein universeller "Böllerschlag".
Seit dieser einen Explosion vor vierzehn bis achtzehn Millionen Jahren fliegt alles auseinander, verteilt sich rein ins Rund.
Die Knallwucht, mit der soll sich alles der Reise und Fahrt von allem und jedem erklären.
Alles reduziert sich in Weltallfragen ständig auf eins. Auf den exklusiven einen "Urknall"-Moment. Wie das Wort "Singularität" auch verrät. Etwas war vereinzelt. Wie "Ein Gott" oder so ebenso was eine "Singularität" ist.
Die Wissenschaft erläutert einen den weltlichen, relativ profanen Horizont, die Religionsschriften sind für den Rest gedacht. Die "Urknall"-Welt mit dem einen "Gott" zu vesehen.
Dieses eine Thema: In der Wissenschaft findet wer "Gott" nur nebenher. Der "Urknall", erst mal eine Wissenschaftssicht, ohne irgendeine Gottheit direkt im Angebot. Derweil das Religiöse des "Urknalls" schon deutlicher zu werden beginnt, sobald man in den Sinn kriegt, daß der eine singulare "Urknall", doch im Grunde jene "Im Anfang"-Sequenzen von Religionswerken abbildet. Mit einem Gott eröffnet sich da bei "exklusiv" geheißenen Buchseiten der Text.
"Sieben Tage" soll der eine einzige - der "Singulare" - gebraucht haben, bis ER fand, alles wäre zu seiner Zufriedenheit geschehen. ER könnte es so bei dem belassen.
Also: der "Urknall", der stellt ein ultimatives Anfangsereignis dar. Mit dem jegliches hier erst loslegte. Gleichzeitig verheißt der "Urknall" als eine "Singularität" alles mögliche, das an die "Ein Gott"-Szenerie mancher Religionen denken läßt. IHN müßte man tatsächlich bei allem "Urknall"-Geschehen lediglich immer hineinformulieren.
Wobei ein "Urknall", so ein Anbeginn von allem hier die Materieregion, noch was anderes mit im Angebot hat: eine Endspielperspektive. Einen Abschluß.
Bei jeder Explosion auf Erden wird einmal ein Ausdehnungshorizont errieicht. Weiter reicht so die Explosionswucht einfach nicht. Ist bei keiner Handgranate anders, die man am Erdboden hochgehen läßt. Das mit der zerstörerischen Einflußsphäre der Granate, die hat eine natürliche regionale Begrenzung, Einschränkung.
Sieht man in vielerlei Religionen nicht nur eine Spieleröffnung, sondern man legt bei ihnen auch auf die Ansicht eines Endes wert.
Diese letzte Grenze, bis zu der die "Urknall"-Ausdehnung noch reicht, die will man nebenher auch entdecken. Bei jedem Blick hinaus ins Weltall ist das mit inbegriffen. Unter anderem auch deswegen werden die hochauflösenden Teleskope für teuer Geld gebaut, mit denen immer noch tiefer ins Weltall hineingeblickt werden soll. Um etwas Bestimmtes mitzukriegen. Danach, ob man eine Ausdehnungsgrenze wahrnehmen könnte, wird mit geguckt. Danach, ob da nicht irgendwie ein Umkehrhorizont aufschiene. Auch ein Momentum, bei dem sich festhalten ließe: hier wäre es, das längst Erwartete, Erhoffte. Das, daß sich das mit dem Materieschwall umkehrt. Womit sichtbar geworden wäre, daß alle Materie zurückfliegt. An seinen Ausgangsort zurück. Alles aufs neue dem einzigen Minimalpunkt entgegen, mit dem sich das Szenenbild eröffnete.
Womit jedem gläubigen Sterblichen doch Hoffnung gegeben wäre. Erführe er die Botschaft, wäre das für ihn eine "frohe Botschaft". Ein relativ gesichertes Ende, das durch einfaches Gucken zum Vorschein gekommen wäre. Ein sicherer Blick auf ein Aus und Vorbei. Ein Schluß, Aus, "Amen". In den Religionswerken hat ein Aus und Vorbei schlußendlich eine Gottes-Verheißung anbei. Ein dem Gläubigen gegebenes "Gottes"-Versprechen. Eins für ein Leben nach dem Tod. Das, daß mit dem Tod doch nichts vorüber wäre. Man hat so schließlich das Begehr nach dem "ewigen Leben". Zumindest dann hofft man auf was, wähnt man, man war "gut" im Leben. Ein guter Mensch bei den Gebeten, im Glauben. Daß, nachdem "Gott" alle Toten aus den Gräbern ins Leben zurückrief, jeden "wiederauferstehen" hat lassen. Dann erzählt das eine Schriftwerk davon, daß "am jüngsten Tag" in "Gut" und "Böse" aufgeteilt würde. Den einen wäre das "Paradies". Die anderen allerdings, die würden "fortgeschickt", die bekämen die "ewigliche Verdammnis" ab.
Man sehe demnach den Religionsaspekt des "Urknalls". Weswegen der die Wissenschaftler und die Kleriker miteinader versöhnte. Was das große Wissenschaftlerfriedensangebot war: das mit den Begebenheiten des "Urknalls". Der "Urknall", der seit der einen großen Wissenschaftlerzusammenkunft als das eine exklusiv Abgesicherte hergenommen wird. Als eine wahnsinnige Gewißheit. Fast wird sich verhalten, als ginge es in aller Forschung nur noch eins: um die Absicherung des "Urknalls". Man zweifelt in der Wissenschaftlerwelt seit diesen einen Konferenztagen an sich an nichts mehr weiter. Sondern nimmt den "Urknall" als die eine reale Begebenheit hin. Nach dem Motto: Vorüber all der Glaube, die Unsicherheit, Gewißheit, das Wissen hat mit dem "Urknall"-Denken Einzug gehalten. Ausgerechnet in der von Religiösen mit Mißtrauen beäugten forschenden Wissenschaftlerzunft hat man DAS abgekriegt.
Geradezu der Witz jener einen Wissenschaftlerversammlung, als man Hubble'sche Erkenntnisse beredete: Alle Religion, sie hat mitzuteilen, daß bei ihr gezweifelt werden darf. Daß Religion Glaube ist, kein letztes Wissen. Aber, am "Urknall", weil ein kleines Völkchen sich mal auf ihn einigte, darf nicht mehr gerüttelt werden. Entweder ist man mit dem "Urknall". Oder man ist sonstwo. Könnt unter Umständen auch außen vor bleiben, möchte man was.
Dieses Späßchen, das muß man schon begreifen. Die Wissenschaft mit was "Gesichertem". Nicht so einfach, diesen "Urknall" zu bannen. Währenddessen ... Das Ding mit dem Glauben und der Religion ... Da muß mancherlei Inhalt darauf verzichten, als "Wissen" im Lexikon Erwähnung zu finden.
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