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Blog von TeddeMehr

Die Vorstellung von zwei Stimmen

7. Oktober 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Die erste Stimme sagt: "Schon doof."

Die zweite Stimme: "Stimmt. Wieder hat's kein Ende. Echt blöd."

Die erste Stimme: "Wenn wir das jetzt weiter fortsetzen, herausfiltern, sehen wir auch wieder nur ein Weilchen nichts anderes. Alles wie eh und je. Wir müssen wieder zugeben, daß wir weiter hinausblicken, auf dasselbe. Bloß, Schluß geht anders."

Die zweite Stimme: "Wir blicken schon irre weit hinaus. Und es will einfach nicht aufhören. Es nervt."

Die erste Stimme: "Stimmt, hübsch bescheiden. Wieder was Besseres draußen von der Erde, und was ist? Neue Galaxien, dich sich herausfiltern lassen. Weiter nichts als die nächsten dummen Galaxien. Kann bald keine Galaxien mehr sehen. Es MUSS doch mit ihnen ein Ende haben. Statt, daß sich was abbremst, sind die Dinger auch noch weiterhin zig Parsek schnell. Beschleunigen sich auf ein vielfaches an Parsek hoch."

Die zweite Stimme: "Wir sehen einfach an kein Ende. Dort ist dann wieder Ende, aber nur eins für uns. Es geht da auch noch weiter, weil sie Geschwindigkeit haben. Verdammter Dreck. So stellt man sich das nicht vor. So kommt man mit dem 'Urknall' nicht weiter."

Die erste Stimme: "Von mir aus könnten wir hier Schluß machen. Warum machen wir das Ganzne eigentlich immer weiter? Warum müssen wir ehrlich spielen? Das frage ich mich schon länger. Wir könnten aller Welt gegenüber andeuten, weiter könnten wir nicht sehen. Das wäre er, der Abschluß. Dann wäre es das doch denn."

Die zweite Stimme: "Nein! Wir müssen den Ehrlichen spielen. Was immer ist, es muß unwiderlegbar sein. Nicht, daß andere ... Dann haben wir uns zu früh gefreut. Wären wir alleine am Hof, könnten wir ... Sind wr aber nicht. Würd die Geschichte auch gern anders angehen. Aber, wenn es das dann nicht ist, bist du deine Preise schneller los als du schauen kannst. Wirst du geteert und gefedert. Stehst so in den Geschichtsbüchern, als ruchloser Fälscher. Das Geld lassen sie dich zurückzahlen. Auch wenn du die Arbeit los bist."

Die erste Stimme: "Lustig, die Parsek."

Die zweite Stimme: "Halt die Klappe mit den 'Parsek'!"

Die erste Stimme: "Lass mir doch den Mund nicht verbieten. Wir können uns das doch so erzählen, wie's ist. Oder nicht? Und wenn ich da Sachverhalte ehrlich verknüpfe, dann ... Dann ..."

Die zweite Stimme: "Will's nicht hören. Glaub mir, hier läßt sich keiner mehr den 'Urknall' kaputtmachen? Den gibt's doch jetzt auch schon wieder Jahrzehnte. So als das einzig Exklusive. Alle Welt sollte 'Urknall' sein. 'Urknall' war. Trotzdem könnt man zum Idioten werden."

Die erste Stimme: "Die Große Magellansche Wolke ..."

Die zweite Stimme: "Die Große Magellansche Wolke geht mir auf den Keks."

Die erste Stimme: "Die Große Magellansche Wolke, die ist auch nicht viel langsamer als die Galaxien da am Rand, die wir uns wieder aus der Schwärze holen mußten. Die Große Magellansche Wolke, sie heizt mit ihren vielfachem im Parsekbereich an uns ran. Unvorstellbar, wie schnell die ist. Und doch wird sie erst in vier Milliarden Jahren selber hier sein ..."

Die zweite Stimme: "Mich stinkt das genauso an wie dich."

Die erste Stimme: "Keiner mag mehr so recht was in Bezug setzen, hier bei uns. Hast du das die letzten Jahre schon gemerkt? Wenn wir nicht bald an den Abschluß blicken, dann ... Dann hält irgendwann wer nicht mehr länger sein Maul. Dann posaunt da einer mal was raus hier. Was, das keinem paßt. Weil das neue Probleme am 'Urknall' gäbe. Es ist aber 'Urknall'."

Die zweite Stimme: "Stimmt. Da hatte man als wer, auf der Suche nach Gott Jahre seinen Frieden. Und nun reden wieder welche drauflos: 'Gott ist tot.' Und man kann sie nicht recht mundtot machen. Nicht so wie zuvor."

Die erste Stimme: "Wir sind nicht viel weiter, nur daß wir das Paket mit dem 'Urknall' offen haben. Immerhin haben wir immer noch eine große Fahrtrichtung. In die gefahren wird. Überall geht's immer in eine einzige Fahrrichtung. Reiht man sich in eine Richtung ein."

Die zweite Stimme: "Gegenverkehr ist selten. Stimmt. Alles kommt an die Kreuzung an, nimmt dann eine Richtung, nicht die andere. Das ist unser Glück, daß die Fahrbahnen nie zweigeteilt sind."

Die erste Stimme: "Etwas sorgt für diese Ordnung. Für die Ausrichtung auf der entschiedenen Hauptstrecke. Als wäre die beschlossen. Da kann man nur Gott vermuten."

Die zweite Stimme: "Wärs anders, wär der 'Knall' schon hinüber. So hält er sich."

Die erste Stimme: "Trotzdem gibt's Karambolagen. Die Große Magellansche Wolke will die Karambolage."

Die zweite Stimme: "Hier im kleinen Galaxienhaufenmaßstab. Dumm dran ist, daß das bedeutet: ungefähr dassellbe Tempo wie dort, wo die Schwärze herrscht, wo rein wir diesen neuen Blick abkriegten. Widerspricht ja keiner hier der Tatsache: Diie Große Magellansche Wolke ist am Rasen. Auf uns zu."

Die erste Stimme: "Gegenverkehr ist, wird vermieden. Und doch ist alles gleich schnell. Hier, bei uns, wie dort. Eigentlich müßte das gemeldet werden, daß die verfluchte Magellansche Wolke nicht viel langsamer ist wie da was am Rand, das wir bei der Schwärze zum Vorschein bringen konnten."

Die zweite Stimme: "Stimmt, das mit dem fehlenden Gegenverkehr hält uns am Leben. An den Kreuzungen schaut's aus, als würde man sich einreihen. Wie eine Perle an der anderen Perle der Perlenschnur. Als wäre da die Hauptstraße, auf der alles dann aber bloß in eine Fahrrichtung fährt. Als wäre da eine wesentliche Gravitation, der man folgt. Wer einzeln kommt oder zu mehreren, der wird von den großen Haufen mitgenommen."

Die erste Stimme: "Die Milchstraße wird angegangen. Sie kommt mir neu hier drinnen im Haufen vor. Nicht so zugehörig. Die Große Magellansche Wolke geht sie an, als wolle sie für Ordnung sorgen. Der alte Bulle, der das Jungvolk ..."

Die zweite Stimme: "Wir sind das für den alten Kannibalen. Den Herrscher hier im Haufen. Zwischen den anderen herrscht ein Einvernehmen untereinander. Man ist eher aneinander gewohnt. Mit der Milchstraße hat diese Gewöhnung jetzt nichts zu schaffen."

 

 

 

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