Das Gestrige, das ins Heute hineinwirkt
SIE waren sich sicher, vor ein paar Jahrzehnten, daß es so und so sein würde. Auf der Kosmosstrecke. Und das mit IHRER Sicherheit, das schnitt tief hinein. Wie das Messer in die Butter. Weil IHNEN so viele waren und man sich einig werden konnte.
Während ehedem vielerorts Menschen in einer Lage lebten, etwa in Europa nach dem zweiten Weltkrieg, daß sie sich kaum für Fragen interessierten, die viel mit Wissenschaftlichem und dem Kosmos draußen was zu schaffen hatten. Da hielt anderes einen in Atem.
Derweil fühlte sich eine Seite am Tableau einwandfrei und auf der sicheren Seite. Wohlwollend, daß Priesterschaft zur Kenntnis nahm, daß es die Leute in ihre Tempel hineindrängte. Gläubiger als zuvor die Jahre manchmal, so präsentierte man sich rund um den Erdglobus.
Von dem her war das kein Thema, Glaubenswelten, in denen allgemein auch noch gelebt wurde, irgendwie zu hinterfragen. Auf irgendwas aufzupassen, wenn irgendwo mal Hintergründe erhellt wurden. Gehört, wahrgenommen wurde nicht viel. Außer dem, daß, wenn man so was wie den Urknall kundgab, es schon so sein würde, wie man es in breiter Öffentlichkeit daherbrachte. Wenn das Wissenschaftler unterstützten, mithin auch keine Kirchenwelt irgendwo größeren Widerspruch gegen irgendwas einlegte. Den Widerspruch hätte man ohnehin sonstwo noch hören wollen, damals. Als man dem Urknall, ehedem bei den Weltenentstehungslegenden eine von mehreren, zu einer weltweiten Großinstallation verhalf. Nochgerade in einer umfinsterten Epoche.
Selbst wenn das mit dem Urknall ein Wissen war, eine Wissensart, bei der man gleichzeitig zukünftige Generationen aufforderte, das Wissen um ihn, den Urknall, auch zukünftig mit Leben zu erfüllen.
Daß es einem bisweilen auch komisch anmuten hätte können. Nur, daß es deswegen den Wenigsten komischer zumute wurde. Daß man bisweilen von so was sprach, während man doch eine Wissenslage proklamiert hatte. Kaum das durchgehen ließ, auch nur im mindesten am Urknall zu zweifeln. Zweifler aus Wissenschaftskreisen konnten böse abgekanzelt werden.
Bloß, wer hatte dafür zu der Ära das kleinste Bewußtsein, wem fiel da größer was auf? So, wie die Lebenszeiten waren, die Situation auf Erden. Zwischen Trümmerhaufen und Wiederaufbauarbeit.
Nachdem der Große Knall zu einer ganz globusumspannenden Sache hochgezogen worden war, war alles nun mal so, wie es war. Praktisch war es irgendwann Urknall und viele Leute wußten eigentlich nichts davon, warum es nicht Urknall sein sollte, wenn es plötzlich Urknall war, weil Wissenschaftsleute Urknall riefen. Wer fragte da großartig irgendwas danach, weshalb dieses Urknall-Ding noch abgesichert werden sollte, wenn es doch gewußt wurde.
Hintergründe, Erläuterungen ersparte man sich mitunter bis heute, läßt sich ungern dahinterblicken. Wiegelt was harsch, barsch ab.
Einiges, das sich jedoch änderte, nach der allgemeingültigen großen Urknall-Installation. Etwa in den Wissenschaften. So bei den Wissenschaftsartikeln wurde beispielsweise nicht mehr alles so freiweg veröffentlicht. Die Begeisterung der Wissenschaftsleute schien sogar ein Stückweit abgeflaut. Nochgerade, man konnte meinen, der Geist des Urknalls erforderte eine gewisse Zensur. Das Unterlassen schlimmerer freier Meinungsäußerung. Geradezu nach dem einen Motto: wer nicht für den Urknall war, der war gegen ihn. Wobei man solche Betrachtungsweisen eigentlich kannte, wo hintun konnte.
Ziemlich konnte man zur Meinung gelangen, daß eine Art Wissenschaftskreationismus Einzug hielt, einer, bei dem der Horizont bei vier- bis achtzehn Milliarden Jahren liegt. Ab vier- bis achtzehn Milliarden Jahren, daß die Angelegenheiten komplizierter werden. Des weiteren brachte man als Wissenschaftler anbei beim Urknall viel von einem X-Faktor aufs Tapet. Der X-Faktor, der unzweideutig eine Religionsperspektive nimmt, allerdings bei einem wissenschaftlichen Satz. Mitunter eine Sprachregelung, wie früher mal unter sich ausgehandelt; bis man es mit ihr zur Allgemeingültigkeit bringen könnte.
So die Gottsucher-Wissenschaftler, die mit dem Siegeszug der Nordamerikaner in den Wissenschaften groß zu gehen begannen. Glaube und Religion und Wissenschaftliches, mit dem zunehmenden Aufkommen des Nordamerika-Einflusses, verbandelte sich das eine mit dem anderen. Das Nordamerikanische erlebte nach dem zweiten Weltkrieg in den Wissenschaften einen wahren Siegeszug. Während die aus Nordamerka immer schon die waren, bei denen sich Schamanen, Priester verhalten konnten. Ohne mit zuviel Argwohn, Widerspruchsbewußtsein angesehen zu werden.
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