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Blog von TeddeMehr

Eine Brünette

30. Oktober 2022 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #kleine Szenen

Ui, gestern in diesen elenden Notzeiten an einer vorbeigegangen. Während ich von wo herkam.

Sie, die Heldin hier, ein kleines Gesicht. Eine Niedliche, eigentlich. So nett im Anschein. Im ersten Moment.

Irgendwie dreh ich mich nach ihr um - und sie - Überraschung! - starrt mir hinterher.

Dann, aus jetziger Sicht, war das eine läufige Hündin, eine bei einem hübschen Glücksspiel. Ein Pokerspiel, das mitunter betroffen machen kann, ist was davon mitzukriegen, wie dann und wann was bei den Karten ausgeht. Endet.

Zwei-, dreimal wende ich mich tatsächlich noch mal nach ihr um. Ziemlich offensichtlich, daß eine gewisse Reaktion von ihr zu mir hin kommen hätte können. Ein kleiner Ruf in meine Richtung, ob ich was von ihr will.

Vielleicht brauchte sie das in dem Moment nicht unbedingt, daß ich eventuell kehrtmache. Sie ihre Finger in den meinen verschränkt.

Da seh ich sie nun, im Heute, der Blickwinkel von mir: eine Wepsige, Unruhige, die scheinbar was nötig hatte.

Auf der anderen Straßenseite geht sie ein paar Momentchen später längs. Aber, weiterhin mir hinterher. Voll in Sicht bleibt sie mir, und ich ihr. Bei Orten befindet sie sich überdies, an denen in der Vergangenheit schon Ereignisse für mich waren. SIE, wirklich mehr als genug hübsch, für alles mögliche.

Komisch was, nicht? Nur, keine Angst, ich helle ein bißchen etwas auf. Unter Umständen allerdings auch nicht.

Sie hat dann mal ihr Phon am Ohr, das eine, das sie auch an der Ohrmuschel hatte, als ich sie zuerst dastehen sah, ehe ich am Gehsteig an sie rankam. An ihr vorüberschritt.

He, Tatsache, daran ist Leuten nichts zu verschweigen: das war ein Treffpunkt, an dem auf der einen Straßenseite gegenüber dann wer mit ein bißchen Verspätung eintraf. Einer kam an, der bei ihr den Erfolg hatte. Einen Treffer bei und mit ihr landete. Präsenz hatte eine rotfarbene Protz-Karre für den Besitzer, der aufs Gaspedal drücken mag.

Dieses Gefährt, daß gewissermaßen vorfuhr, bei ihr anhielt.

Zwar nicht die Pünktlichkeit. Wegen der Ortsunkenntnis mußte man sich erst finden, zusammentelefonieren. Für SIE hatte er sich umständlich in der Gegend herumzuorientieren. Aber, am Schluß war ER glücklich da, blickte sie in voller Größe. Schön war sie, nicht mußte an ihr vorübergekarrt werden.

Ziemlich tiefergelegt, der besagte Schrotthaufen. Hoher Kostenpunkt, nicht der kleine Geldbeutel. Dürfte vierzig-, fünfzigtausend mindestens kosten. Dazu: alles abbezahlt, bei den Raten der Autofirma, manchmal mit eigenem Geldinstitut? Kann der Autofahrer schon die Barzahlung?

Die eine Süße, die sich im Grunde mit allem Pipapo an jedem FKK-Strand präsentieren könnte, die sich die Seitentüre geöffnet hat. Oder schwang diese für sie auf? Herabgebückt, daß sie hineinblickte, sich geschwind aufrichtete. Da, daß sie scheint's wen kennt und in einem Sekündchen bei dem einsteigt. Bei einem am Fahrersitz - ich erinner mich im Beilauf, als was bei mir vorüberkutschierte, an blonde Kopfbehaarung -, ging es weiter in die steile Kurve. Bei einem an Bord, auf den SIE sehnsuchtsvoll gewartet zu haben scheint. Heiße erwartungsfrohe Unruhe, die sie an den Tag legte. Und zwischendrinnen mir hinterhergaffen mußte.

Auf Bildern von ihm, der eine rote Lackierung für seinen Vierräder ausgesucht hatte, muß sie was gesehen, Dinge in ihm entdeckt haben. Was weiß denn ich? Nun, nachdem ich zu wem wurde, allerhöchste Flüchtigkeit, weggeblinkt.

Nur, ob das tatsächlich eine tolle Angelegenheit bei ihr ist, die jede Freundin vor Neid erblassen lassen kann? Der Kerl, der sie anfuhr, nichts als paletti?

Schließlich braucht der eine einhundertprozentig hohe Geldbeträge. Für die Autoversicherung, das Benzin, den Diesel. Allerlei Klimbim könnte er meinen, für sich zu benötigen. Wie so die protzigen Goldkettchen und -ringe des Gangstas, Pimps und so.

Daß sich mir die Frage stellt, wie es heute morgen so bei IHR ausschaut, zugeht. Alles noch genauso fit im Schritt. wie gestern? Daß es sich am Vormittag des Vortags gelohnt hat, sehnsuchtsvoll, angespitzt umständlich hinzuwarten? Auf jenen einen? Dem Typen endlich in der harten Wirklichkeit zu begegnen?

Oder, was geht gerade bei der Schönheit ab? Was ist ihr schon abgedeckt, von mancher Szenerie bei IHM? Wo ist sie gelandet? Wie geduldig ist er des weiteren? Oder verfügt er längst über ihre Telefonie, Ausweispapiere? Hat er das Pferdchen fürs Zureiten schon weitergereicht, Kumpanen überlassen? Sprich, wie rasch klappt das, daß sie zu einer wird, die sich IHM dienstbar zeigt? Bei seinem ausschweifenden Bedarf an Geldwertem und so? Wie bunt sind demnach im Moment noch die Lichter bei ihr? Wie angenehm seine Kumpels? Oder hat sie einen Preis, für den man sie verkaufen kann? Ist sie vielleicht schon an den verkauft, der am meisten gezahlt hat? Ohne, daß ihr das zu direkt ein Begriff ist? Erst, wenn einer sie mit Nachdruck mitnehmen will ...

Oder - doch was einer echten, wahrhaften Liebesgeschichte? Eine fürs Herzilein? Die Schluchzer und den Taschentuchverbrauch? Bei einem Bühnenbild mit Netzwerkanbahnung? Ein Träumchen, daß es der Wahnsinn ist? Das, was jedes Partneranbahnungsinstitut für ihr Klientel auf der Wunschliste hätte.

 

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