Simulationswelten (Jedem seine Hauptdarsteller)
Die Möglichkeiten variieren einem plötzlich, bei den Simulationen. Bei denen ist nichts fix. Wie bei einem Brauser-Spiel.
Während es im wahren Leben einigermaßen trist, limitiert zugehen kann. Manch Heldentum existiert im gewöhnlichen Leben so gar nicht; wenigstens, wenn man ehrlich zu sich wäre.
So bei sich kann man Dinge gewahren, was das Heldische angeht, das glaubt man nicht; daß nicht mehr viel von einem übrigbleibt, nimmt man da die verschiedensten Sachverhalte für Ernst. Dann wäre der wahre Held ganz wer anders; einzig und alleine: Wer kann sich auswechseln?
Der Ist-Zustand am Bildschirn ist mindesten genauso schlimm. Wie manche Sympathie-Werte. Daß man das, das man für sich als dem Sieger, Dauergewinner, das in der Vorhand auserkoren hat, praktisch ewig siegen lassen kann. Ohne irgendwie damit Bekanntschaft machen zu müssen, daß das, auf der Konsole der Exklusivgewinnler, kurz und schmerzlos in einem Augenblick verginh. Ohne noch mal irgendwelches Rumgetue - puff, es war weg. Kurz und schmerzlos.
Nur - solange man darauf Lust hat, kann man trotzdem praktisch jegliches weitersimulieren. Wenn das EINE, das Ausgewählte, Bevorzugte obsiegt, siegt es. Im Grunde ist man frei, muß sich an keine Vorlage halten. Sei es Tatsachen, die Wahrheit. Selbst das Geschichtsbuch, ist da und dort mitzukriegen, ist anders schreibbar.
Das, für das man Sympathie hegt, das gewinnt, ganz einfach. Selbst wenn das in der Realität das Örtchen war und ist, der Vergängnis geweiht. Nichts weiteres mehr gab es davon großartig zu sehen, bloß, bei bester Monitorsicht, da bleibt es DAS. Hält sich weiterhin am Markt. Stellt sich unverbrüchlich als das Siegreiche heraus. Hat eine Fortsetzungsgeschichte. Wahre Serien, die man dreht. Während das Gegenüberliegende ist, das tatsächlich gewonnen hat, weg ist - dem Horizont der Spielwiese verging.
Von dem Realen hört und sieht man am Monitorbild und bei den Geräuschen fast nichts mehr; nur noch ganz kurz in der Rückschau, daß es einem beiläufig wiederkehrt.
Demnach, der Blickwinkel an der Tastatur ist fast, daß es einen Aufpasser, Schiedsrichter geben muß. Jemanden, der mit Realtitäten vertraut bleibt. Der eine Ahnung hat, daß man aus eigenen Traumlandschaften zurückkehrt.
Was im Kosmischen in etwa DAS wäre, daß da die Galaxie Milchstraße DAS Ding ist, das nicht in der Großen Magellanschen Wolke bleibt. Die Galaxie Milchstraße, das Gebilde, das es nicht von der Großen Magellanschen Wolke besorgt kriegt. Als schwer, deformiert und unberechenbar, daß man die Galaxie Milchstraße derzeit als Galaxie Milchstraße-Abkömmling, -Insasse beschreibt. All diese Verwunderung über die Galaxie Milchstraße, die trotz manchen Umständen, Gewichten im Ätherischen herumsegelt, wobei ihr das schwerfallen sollte. Währenddessen die Galaxie Milchstraße mithin die eine Kleine Magellansche Wolke hinter sich herzerrt. Derweil an der einen Kleinen Magellanschen Wolke die gigantische Große Magellansche Wolke dranhängt. Unvorstellbarerweise.
Man muß sie am Ende nicht mögen, diese Perspektive.
Schwierig, sie geistig zu bewältigen. Die besagten Weltraumbegebenheiten. Die die Galaxie Milchstraße fest im Griff halten. Jene zwei Halo-Bereiche der Großen Magellanschen Wolke.
Bei einem Techtelmechtel der Galaxie Milchstraße mit einer jener Kleinen Magellanschen Wolken konnte sich die Galaxie Milchstraße richtiggehend Großes abholen. Geradezu eine Seuche.
Denn, am Schluß, die Galaxie Milchstraße, sie ist die, die im Kosmos-Gegenwärtigen arbeitet, tut, sich anstrengt, müht. Unvorstellbar, das Pensum, das die Galaxie Milchstraße bewältigt. Was diese anstellt. Eingedenk der Tatsache: die eine Kleine Magellansche Wolke, in der sich die umfängliche Kraft, gravitatorische Macht der Großen Magellansche Wolke abbildet - in der Form eines Bandes zwischen der einen Kleinen Magellanschen Wolke und der Galaxie Milchstraße. Eins, das sich präsentiert, das jeder, der will, sogar auf Fotolagen erkennen kann. Als wäre es etwas Materialisiertes. Dabei sicherlich unzerreißbar. Denn, am Schluß wird die Galaxie Milchstraße das Verbindungsteil nicht wieder los; dafür ist die Galaxie Milchstraße denn kräftemäßig zu schwach auf der Brust.
Anscheinend hätte die Galaxie Milchstraße von Anfang an nicht damit in Berührung kommen dürfen. Nicht bei der Großen Magellanschen und ihrem vielem Zeugs verweilen gedurft. Womit die zwei Kleinen Magellanschen Wolken nicht SO zu der Galaxie Milchstraße hinschwingen würden, wofür diese kleinen Wolken - die Halo's - auch erst mal Zeit haben mußten. Sich zu orientieren, nach der Galaxie Milchstraße hin auszurichten.
Nach dem einen Lebensmotto: für alles ist immer und überall ein geraumes Weilchen vonnöten. Die Galaxie Milchstraße mußte die eine Kleine Magellansche Wolke entdecken - und umgekehrt. Und dann scheint die Galaxie Milchstraße die eine Kleine Magellansche Wolke für etwas ihrer Kragenweite gehalten zu haben. Daß die Galaxie Milchstraße spontan aus-, zugriff, die eine Kleine Magellansche Wolke anpackte.
Fast eine pornografische Szene, die sich zum Ausdruck bringt, entfaltet: Abtasten, Herfummeln, Umarmen - und: Aneinanderdrängeln ...
Bis - vielleicht hat der eine Liebhaber, die Galaxie Milchstraße, die Flucht ergriffen. Ohne noch mal weg-, entkommen zu können.
Mittlerweile, daß die eine Kleine Magellansche Wolke der Galaxie Milchstraße nach überallhin mitkommt, gleichgültig, welche Richtung die Galaxie Milchstraße auch einschlägt, es bleibt ihr die Kleine Magellansche Wolke hintendran.
In Simulationswelten allerdings, in IHNEN könnte sich die Galaxie Milchstraße durchaus vom Acker machen, nicht?
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