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Blog von TeddeMehr

"Die Augenzeugin": 178

22. Januar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Die Augenzeugin"

 

 

"Ihre Fähigkeit ist es, Ereignisse vorauszusehen, ehe diese stattfinden, Frau Tümmel", antwortete Kommissar Moinson Verena. "Erst ein paar Tage drauf in der Zukunft, daß das, was Sie gesehen haben, Wirklichkeit wird. Das heißt, wenn Sie etwas blicken, das in Ihre Wahrnehmung kommt - tut sich dann das auch wirklich so. Hm, sogar wahrscheinlich, daß nichts dagegen unternommen werden kann. Oder dagegen getan werden sollte. Sonst würden Sie das ja nicht so lebhaft vor Auge haben - wenn sich das dann nicht auch so abspielt. Hat es ja bisher immer. Eine wirklich verflucht vielschichtige Angelegenheit ist das. Wirklich, so was von vielschichtig. Zum Beispiel - auf jemanden wie diesen Räuber mit der Spielzeugpistole im Drogeriemarkt hier in der Stadt, auf so einen bräuchten Polizisten eigentlich nur zu warten. Um ihn dann festzusetzen und abzuführen. Auf frischer Tat ertappt - peng! Das war es für den, er wird weggeführt und eingesperrt. Eine verhältnismäßig simple Geschichte. Weil im Grunde keiner dabei zu Schaden kommt. Nur - was soll man unternehmen, wenn Sie, Frau Tümmel, vorausgesehen haben, daß es Tote gibt. Wirklich tot. Wie die zwei Jungs, die von der Gildebrücke gestürzt sind. Weil - wenn das die einzige Möglichkeit ist, die wir haben ... Obwohl wir genau darüber Bescheid wissen, alle warnen könnten ... Eine schwer vermittelbare Angelegenheit, die uns in einen Gewissenszwiespalt bringt. Müßten wir nicht informieren ...? Könnten wir das, was Frau Tümmel gesehen hat, nicht doch verhindern ...? Das müssen wir doch, Leben retten."

 

Eines Kommentars gegenüber Kommissar Moinson enthielt Verena sich lieber.

 

"Hahaha!" prustete Kommissar unvermittelt los vor Lachen. "Eh, Frau Tümmel ...? Glaube nicht, daß jeder Politiker, jede Politikerin das wollen wird, daß wir Sie, Frau Tümmel, dorthin schicken, wo er, sie demnächst hinreisen wird. Nein, echt nicht!"

 

 

 

 

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