"Drei Erwachen": 299
15. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"
sehr ich mir den Kopf auch zermartert hab. Seh mich jedoch auf Fotos zu mir hergrinsen ..."
"Sie leiden unter Gedächtnisaussetzern?" Wieder kreiste Frau Doktor Tatz etwas auf dem Zettel, den sie beschrieb, ein. "Oder ist das ein Zeichen, wieviel sie getrunken haben?"
"Nein, nein!" entfuhr es Joachim gereizt. "Ich trinke nicht. Und so viel, daß ich überhaupt nichts mehr wissen könnte, trinke ich nicht. Früher nicht. Heute ebensowenig."
"Alkohol kann eine üble Sache sein", konstatierte Frau Doktor Tatz. "Übler, als viele sich das denken. Auf die Dauer viel Alkohol ... Das kann die Wirkung harter Drogen haben."
"Ich trinke nicht, Frau Doktor Tatz!" beteuerte Joachim noch mal. "Bin doch kein Säufer. Aber ich sage auch nicht 'Nein danke', wird mir irgendwo ein Glas Wein angeboten. Bleibt's bei einem oder zwei. Darum geht's nicht, daß ich trinken würde."
"Worum geht's denn, Herr Herrmann?" Wieder brachte Frau Doktor Tatz ganze Sätze zu Papier, und Joachim wäre gerne aufgestanden, wäre vor die Frau Doktor hingetreten, nach dem Klemmbrett zu greifen, sich den Text der Dame anzuschauen.
"Es geht darum, Frau Doktor Tatz, daß ich manches erst dann irgendwie weiß, nachdem man mir Einzelheiten davon sagt." Mit dem Finger tippte Joachim mehrmals bei sich auf den blau behosten Oberschenkel. "Nina sagt mir was, was in der Vergangenheit zwischen uns los war. Dann ist es mir bewußt, obwohl ich im Grunde nichts davon genauer weiß. Verstehe das schon lange nicht mehr. Mit Alkohol hat das bei mir überhaupt nicht das geringste zu tun. Daß ich literweise trinken würde, keine Rede. Nina wird Ihnen das jederzeit bestätigen können, Frau Doktor Tatz, daß ich nicht im Übermaß trinke. Ich bin niemand, der viel trinkt."
"Ja, das Thema Alkohol hat bisher bei meiner Unterhaltung mit Ihrer Frau Nina keine größere Rolle gespielt", gestand Frau Doktor Tatz Joachim zu.
"Praktisch ist es so, Frau Doktor, daß ich mich an kaum etwas von jenseits der vergangenen drei Jahre erinnere", wiederholte sich Joachim. "Das heißt, ich erinnere mich schon an Dinge. Aber Nina, meine Kinder, meine langjährige Arbeit bei Muff - das spielt dabei als Erinnerung keine Rolle. Gar keine. Statt dessen entsinne ich mich an ein ganz ein anderes Leben. Anders
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