"Drei Erwachen": 300
15. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"
ich das nicht ausdrücken. Noch nie hab ich mit jemandem darüber gesprochen. Sprech nicht darüber."
"Ja ...?" Durchdringend, der Blick von Frau Doktor Tatz.
"Bis vor drei Jahren hab ich nach meinen Erinnerungen ein ganz ein anderes Leben geführt, Frau Doktor Tatz", plapperte Joachim hilflos. "Dieses hier irgendwie nicht. Und das kann nicht sein, oder? Bitte, nehmen wir meine Arbeit bei Muff. Da hab ich mich am Anfang vielleicht schwer getan bei allem. Wäre total untergegangen, obwohl ich bereits Jahre dort gearbeitet haben soll. Nach dem, was mir gesagt wurde. Hätte ich mich nicht so gut mit Anke, meiner damaligen Büropartnerin, verstanden, hätte ich die Arbeit kaum richtig machen können. Im wahrsten Sinne des Wortes hat Anke alles bei mir nachgesehen, geprüft. Anke hat mich tolerant regelrecht eingearbeitet, daß ich das mit Anke überhaupt nicht begreife, daß Anke das für mich getan hat. Praktisch hat Anke lange zwei Schichten parallel gefahren, meine und ihre. Ohne groß darüber zu murren. Immer war Anke an meiner Seite, hat mir über die Schulter geschaut, mir Ratschläge gegeben. Bitte, die verfertigten Protokolle, Dokumente von mir, Anke hat sie durchgesehen, mir bei Zahlenkolonnen, Aufstellungen hinterhergerechnet. Öfter als oft hat Anke mich korrigiert. Ich kann das nicht sagen, wie dankbar ich Anke dafür heute noch bin. Es war sicher für Anke nicht zu begreifen, was bei mir plötzlich los war. Aber Anke hat sich nichts von ihren möglichen Gedanken anmerken lassen. Als hätte ich nicht bereits Jahre vorher bei Muff im Laden gearbeitet, hab ich mich aufgeführt. Dabei soll ich das, was bei Muff verlangt wird, von der Pieke auf gelernt haben. Meine Bewerbungsunterlagen bei Muff hab ich nachgesehen, auf die hin ich bei Muff eingestellt worden bin. Einwandfrei. Zuverlässig, fehlerlos in der Arbeit war ich zuvor, immer. Allerbestens, mein Ruf. Und - plötzlich - hab ich Anke gebraucht, da die nächste Arbeitsstunde zu überleben ... Mann-o-Mann! Hätte Anke mir nicht helfend unter die Arme gegriffen, sondern mich fertigmachen wollen ... Mit hundertprozentiger Sicherheit wäre ich damals bei Muff rausgeflogen. Ohne Ankes Freundlichkeit, Freundschaft, wäre ich zu einhundert Prozent bald
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