"Drei Erwachen": 318
16. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"
"Ist auch eine schöne Stadt, Herr Herrmann." Schulterzucken bei Herrn Doktor Muff. "Könnten Sie zuschauen, Ihre gesamte Familie dorthin mitzunehmen. Nach Amsterdam. Gibt auch bestens eingerichtete Kindergärten. Allerbeste Sprachenschulen. Selbst der Chinese, hat er Kind und Kegel dabei, kann in Amsterdam was für seine Kinderlein tun, um sich sorglos der Tagesarbeit widmen zu können."
Joachim hustete sich in die Handfläche vorm Mund.
"Eine andere Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gibt es nicht für Sie bei mir, Herr Joachim Herrmann." Den Finger hob Herr Doktor Muff. "Stimmen Sie nicht zu, für mich nach Amsterdam abzureisen, schickt Ihnen mein Büro im Lauf der nächsten zwei, drei Wochen Ihre Entlassungspapiere. Selber brauchen Sie sich deswegen nicht wieder extra hier rein herbemühen."
"Was ist denn los in Amsterdam?" wollte Joachim wissen, als wäre er irgendwie neugierig.
"Ach, viel Genaures wissen wir nicht." Die Kaffeetasse, die Herr Doktor Muff sich für ein paar Schlückchen vorhielt. "Es ist nur die letzten Tage zu einem Abgleich der Daten zwischen Amsterdam und dem Büro hier gekommen. Dabei war zuerst die Datenfülle größer, schön unterschiedlich, die Zahlen. Das, das ich anspreche, war urplötzlich da, um wieder vom Schirm verschwunden zu sein. Als Frau Axt wieder draufgeschaut hat, waren das andere Zahlenreihen, nun welche mit wesentlich geringeren Summen und pipapo. Total verschieden. Als ob die am anderen Ende plötzlich den Fehler in der Übertragung bemerkt hätten, auf das andere, ursprünglich zu liefern beabsichtigte Programm umgeschaltet hätten. Zu dem, was sich Frau Axt gezeigt hatte, war nicht wieder zurückzukommen, Herr Herrmann. Obwohl wir deswegen schon einiges versucht haben. Auch die folgenden Tage. Ich sage Ihnen, die aus Amsterdam haben das erste, das hier bei uns angelandet ist, augenblicklich zurückverfolgt, es spurlos gelöscht. Sie haben uns keine Möglichkeit der Wiederherstellung gegeben. Wir können gar keinen Beweis erbringen, daß etwas los war. Hätte es Frau Axt überhaupt auf sich beruhen lassen, hätten wir nicht den Hauch einer Idee. Vielleicht spinnt Frau Axt ja,
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