"Drei Erwachen": 317
16. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"
Amsterdam wie früher Ihre Arbeit aufnehmen und nahe dran an der Musik der Chefetage zuarbeiten. Nebenbei sollen Sie eine delikate Aufgabe für mich erfüllen. Die ein bißchen an Detektivarbeit erinnert. So eine - öhm! - detektivische Sammelwut verschiedenster Daten. Verstehen Sie mich, Herr Herrmann? Richtig gefährlich wird's schon nicht werden. Denk ich wenigstens."
"Nicht?" schaffte Joachim heiser hervor, Joachim, der gerne etwas zu trinken gehabt hätte, dem jedoch nichts von einer Tasse Kaffee angeboten wurde. Lediglich Herr Doktor Muff, der sich aus der Glaskanne einschenkte, Milch dazutat, Würfelzucker, mit dem Löffel umrührte.
"Also, Herr Herrmann, Sorgen müßten Sie sich keine machen, wegen nichts", war die Fortsetzung von Herrn Doktor Muff. "Nicht das bißchen. Sollten die in Amsterdam Nachforschungen anstrengen, Erkundigungen einziehen, werden die genauestens über Ihre psychische Problematik und sexuellen Praktiken Bescheid bekommen. Das ist schließlich eine reale Geschichte, daß Sie sich Wochen im Albertz-Sanatorium aufgehalten haben. Daß man spricht, Sie und Ihre Frau - na ja, Peitschen und das. Daß Sie heute derart große Schwierigkeiten mit denen vom Jugendamt haben, daß die Schwester Ihrer Frau die Anträge ausgefüllt hat, die Erziehungsberechtigte für die drei Kinder von Ihnen zu werden. Das kann denen in Amsterdam in den Rachen geworfen werden. Das alles zu erfahren, das wird die Leute in Amsterdam in Sicherheit wiegen. Einiges an mißtrauischer Aufmerksamkeit von Ihnen abziehen, Herr Herrmann. Auch wenn Sie durch meine dringende Empfehlung zum Mitarbeiter bei den Damen und Herren da werden. Ich Sie denen sozusagen aufs Auge drücke."
"Amsterdam, Herr Doktor Muff?" Das Kinn rieb Joachim sich nachdenklich her.
"Genau, Herr Herrmann!" Mit der Hand warf Herr Doktor Muff etwas Unsichtbares nach der Seite weg. "Nahe der Amsterdamer Börse, die Niederlassung. Wenn Sie weiter für mich arbeiten wollen, Herr Herrmann, müssen Sie laut den Wunsch äußern, nach Amsterdam umziehen zu wollen."
"Ams-ter-dam ...", raunte abgehackt Joachim unzufrieden daher.
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