"Drei Erwachen": 75
12. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"
mußte lediglich zugreifen, eine rausdrücken. Aus dem silbernen Alupapier. Arnikafläschchen, sich daraus was auf die Haut zu träufeln. Verbandsstoff, vor allem für seine Linke. Die sich selbst bei besserem Befinden einzubinden ...
Zum Glück war der Schnitt im Handballen nicht so schlimm, wie es ihm zuerst vorgekommen war. Daß er sogar dran dachte, er müßte genäht werden.
Was war das nun für eine Idee, aus dem Krankenbett rauszumachen? Bloß, weil die Fiebrigkeit sich momentan ein bißchen abgeschwächt hatte. Der Grund, der war Joachim tatsächlich entfallen. Eventuell, daß er sich Traubenzucker mit Multivitamin einbildete. Der war am Bett aus. Dafür hätte es jedoch Multivitaminsaft gegeben, aus verschiedenen Flaschen.
Vitamine im Zucker oder zu trinken, das war gut, wenn man nichts Festes, Wurst oder so aus dem Kühlschrank, runterbrachte. Bei Fruchtjoghurt würgte Joachim erst recht. Nachdem er sich ein paar Löffelchen reinwürgte, hatte er das Zeug spucken müssen.
37,2 - die letzte Messung, mühsam vom Fieberthermometer abzulesen. Vorvorgestern waren es einmal 39,7. Knapp am Sterben.
Ein Glück, daß das mit der Temperatur variierte. Sonst hätte Joachim überhaupt nichts unternehmen können. Schließlich stellte sich niemand ein, ihm Verbandsstoff anzulegen, was Trinkbares einzuflößen. In die Küche mußte er selber, war das für ihn zu bringen. Wasser kochen. Oder ins Bad, sich einigermaßen vom Dreck zu säubern. Die Notdurft aus den Eimern neben dem Doppelbettchen hineinschütten in die Kloschüssel ... Das alles hing davon ab, welche Fiebergrade er gerade hatte.
Über eine Woche her, daß er, Joachim, in der Platzapotheke eingetroffen war. Ohne daß jemand der Bewohner der Privatwohnung anbei der Apotheke Stunden drauf hereinmarschierte, den Mann mit dem Fieberschütteln in Vatis und Muttis doppeltem Ehebett auffand. Schwer verletzt, am Körper überall aus den Poren blutend, die weißen Bettlaken, hübschen Kissen besudelnd. Reif, der Eindringling, für die Abreise ins Krankenhaus. Nach der Erstversorgung seiner Wunden. Der Aufnahme seiner persönlichen Daten. Name, Adresse ... - für die
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