"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 04
16. Februar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Unter anderem war da ein blaufarbenes Brieflein dabei.
Auf dem war mein Name draufgeschrieben. Weiter nichts.
Natürlich kannte ich die Schrift sofort.
Die Schrift Helens ...
Na, Tagebuch?
Denkt mein Tagebuch mit? Ist alles klar für Dich, Tagebuch?
In dem blauen Briefumschlag war der goldene Ring.
Der Ring, der mich beim Juwelier auch sechs Zweihunderterscheine und ein paar Zerquetschte gekostet hatte.
Mein Verlobungsring. Den ich Helen an den Finger gesteckt hab' ...
Ganz unmißverständlich, das mit dem Ring in dem blauen Brief, oder?
Jetzt ist die Geschichte sonnenklar: Deswegen habe ich gestern mein Zeug gepackt, bin heute nach Hause abgefahren. Zu meinen Eltern.
Beinahe fluchtartig bin ich in mein altes Elternhaus zurück.
Ich konnt's oben nicht mehr aushalten. Der Gedanke, Helen wiederzutreffen, war unerträglich.
Darauf konnt' ich gut verzichten, Helen in der Mensa oder sonstwo, wo wir uns zwangsläufig oder zufällig über dem Weg laufen, die nächste unschöne Szene machen zu müssen.
Deshalb habe ich den Entschluß gefaßt, den Wagentank vollzumachen und abzufahren.
Sollte es zwischen mir und Helen noch mal irgendwas zu bereden geben, dann bitte im Laufe des nächsten Semesters.
Nur glaube ich bestimmt, daß Helen und ich uns nichts mehr zu sagen haben.
Wenn ich mir vorstelle, liebes Tagebuch, daß Helen und ich seit Dezember die Absicht hatten, am Dreiundzwanzigsten im Juli dieses Monats zu mir herunterzufahren ...
Meinen Eltern wollte ich Helen endlich persönlich vorstellen. Das war der Gedanke.
Gleichzeitig war damals im Dezember geplant, einen standesamtlichen Heiratstermin für uns, Helen und mich, anzufragen. Nun, das Standesamt bei mir in der größeren Stadt hier. Ein Datum, entweder bis Ende der Semesterferien. Oder dann im Winter.
Die kirchliche Hochzeit, die sich besonders Helen mit allem Pipapo gewünscht hat, die sollten Helens Eltern vorbereiten. Für einen Termin irgendwann im nächsten Sommer.
Bei Helen in der Heimatstadt ...
04
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