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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 109

25. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

Schmuck befand sich an Manuela; jede Menge Schmuck. Glitzerarmreife, schwere Ohr- und dicke Funkelfingerringe. Eine silberne Halskette, edelsteinbesetzt, die Manuela tief in den Ausschnitt ihres Kleides herabfiel. An der Silberkette war ein gewaltiger Edelstein unten dran; mitten zwischen den Brüsten Manuelas lag der weiße, kugelrunde Diamant auf.

Ein gekröntes Haupt hatte Manuela. Die Krone einer Königin saß Manuela am Kopf auf.

Ehrfurchtsgebietend, daß Manuela ausschaute. Wie eine, die Macht hatte.

Keine Ahnung. SIE allerdings auch nur dort im Traum zu schauen, IHR herablassendes Lächeln mir gegenüber wahrzunehmen - SIE war für mich Schrecken genug, mich schnell in die Welt des Wachen zurückzuschaffen.

 

 

Erhoben hab' ich, als ich das dann nach einem Weilchen konnte, Tagebuch, vom Bett. Um seitlich an das Zimmerfenster zu treten. Mich anzulehnen, durchzuatmen, mir die Augen herzureiben, vor denen es mir flirrte. Scheißdreckalbtraum und Drecksnachwirkungen der Tabletteneinwürfe.

Den Rolladen hab' ich hochgezogen. Tief ein- und ausgeatmet vorm offenen Fenster.

 

Ziemlich hell war es bereits außerhalb unter dem wolkenlosen, düster bläulichen Himmelsfirmament.

Glotzte durch das engmaschige Insektengitter vor der viereckigen Fensteröffnung auf die Welt draußen.

Da war unvermittelt Bewegung beim alten, dicken Walnußbaum, der grüne Kugelfrüchte trug.

Keuchend habe ich mich vor Schreck umgewandt, mich mit dem Rücken zur Wand gestellt. Das Herz, das rast mir. Böse war das, was meine Augen mir übermittelt haben.

Eine Gestalt in einem roten Mittelalterkleid, die für mich hinter dem Baumstamm unten hervortrat.

Eine fette Halskette um den Hals schmückte sie, fiel ihr tief in den Kleidausschnitt hinab. Am blonden Haarschopf bei ihr oben befand sich eine Goldkrone.

An der hölzernen Stange, die sie neben sich mit den Fingern hielt, auf dem Rasen aufgesetzt, befand sich eine kurze, dicke Kette, an der eine altertümliche Metallaterne herabhing.

 

Nicht zu glauben, Tagebuch. Der reinste Wahnsinn. Wahnsinn in Reinkultur.

Manuela! Ich blickte Manuela dort!

Beinahe exakt das Aussehen wie die Manuela, von der ich geträumt hatte.

Zu mir starrte Manuela herauf, sieht mich im Fensterrahmen. Zu mir winkte Manuela wichtig herauf.

 

Geistesgegenwärtig fasse ich nach dem Plastikband, sorge dafür, daß der Rolladen meines Fensters schnellstens herabfährt, lautstark unten am Fensterbord aufknallt.

Die Fragestellung in meinem Kopf: Manuela? Manuela, wie kann Manuela das da sein?

 

 

 

 

 

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