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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 119

29. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

Reglos stand Manuela in der Sparkassenpassage herum, obwohl Manuela sich längst alleine drinnen aufhielt.

Durch die Glasscheibe glotzte ich rein, fing an, mich zu fragen, ob ich mich nicht zu Manuela hineinbegeben sollte, Manuela beim Geldziehen beizustehen. Was hinderte Manuela daran, hinzumachen?

Ungeduldig beobachtete ich Manuela, die, ihre Rückansicht zu mir, bei den Kontoauszugautomaten plötzlich Papier zerriß. Ziemlich minimierte Papierschnipsel, die Manuela in den Abfallkorb hinabregnen ließ.

Sicherlich nicht die eigenen Kontoauszüge. Weil, ich konnte mich beim besten Willen nicht drauf entsinnen, daß ich Augenblicke zuvor mitgekriegt hätte, daß Manuela vor einem Kontoauszugautomaten stehend einen einzigen Kontoauszug gezogen hätte.

Viel eher hatte ich den Eindruck, eine Schauveranstaltung zu erleben. Eine für mich, denjenigen, der von außerhalb Zuschauer war.

Schließlich trippelte Manuela zu einem der Automaten in der Mitte, aus dem die Scheinchen gebrauchsfertig herauszuholen waren.

Einer, der sich neu in die Sparkasse hineinbegeben hatte, verbaute mir großgewachsen die Sicht auf Manuela, daß ich nicht genau mitbekam, wie Manuela ihre Plastikkarte einschob, die Geheimzahl eintippte, Papiergeld übernahm. Alles ungefähre Tätigkeiten Manuelas, soweit es mich anbetraf.

Daraufhin hatte Manuela es jedoch geschafft. Hinter dem vielleicht knapp zwanzigjährigen Burschen tänzelte Manuela mir heraus aus der Sparkasse. Das Gesicht Manuelas war so ernst, als wäre Manuela passiert, daß der Geldautomat ihr die Karte eingezogen hatte.

Ich: 'Etwas passiert? Kein Geld gekriegt?'

Keinerlei Reaktion Manuelas.

Ich: 'Fünfziger oder Hunderter gezogen? Fünfer, Zehner?'

Ihre Sonnenbrille setzte Manuela sich auf die Nase, in Bewegung schaffte Manuela sich, den Gehsteig hinunter. Rasant, daß Manuela ausschritt, daß ich mich beeilen mußte, Manuela hinterherzukommen, ehe Manuela mir voraus überraschend um ein Straßeneck entschwand. 

Stumm latschten Manuela und ich nebeneinander.

Eindeutig, der Gesichtsausdruck Manuelas an meiner Seite, als hätte Manuela eine kleine Wut.

 

 

 

 

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