"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 124
31. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Ich und Manuela, wir beide in meinem Auto unterwegs ...
Um zu dem Mietshaus zu gelangen, in dem - wie ich mich erinnerte, Manuela früher gewohnt hatte - mußte ich quer durch die ganze Stadt kutschieren. Zig Ampeln waren zu bewältigen.
Das war gut fürs Dauerschimpfen und die Flucherei, bedeutsames Lenkradschlagen.
Das Gebäude, zu dem ich hinfuhr - eine Route, die Manuela nicht zu ändern einfiel -, befand sich am oberen Ende der Stadt, Stadtrandgebiet mit verschiedenen mehrstöckigen Wohnklötzen.
Texte ich wieder Ungefähres vom Gequassel zwischen Manuela und mir ...
Ich: 'Mist! Mist! Diese Ampeln - warum schalten sie alle nicht schneller?'
Manuela, ruhigen Tones: 'Die letzte Ampel, Bern-die. Die letzte. Sind denn da. Dauert höchstens fünf Minuten bei mir oben. Dann komm' ich wieder runter, wenn ich alles habe.'
Ich: 'Gehst du gern an die Weiher, Manuela? Fahr' jeden Sommer viel an die Weiher der Umgebung. Kann mich aber nicht erinnern, daß ich dich mal wo an einem gesehen hätte.'
Manuela: 'Wohn' ja erst kurz wieder bei meinen Eltern. Ein paar Wochen.'
Ich lenke meinen Vierräder voran. Ich: 'Ach ja! Du hast ja gesagt, daß du im ...'
Manuela: 'Genau, Bern-die! Ganz genau! Hier, Bern-die!'
Auf die Bremse steige ich.
Manuela: 'Jetzt wärst du bald vorbeigefahren, Bern-die. Hier sind wir jetzt.'
Die Parkplätze gegenüber von dem Haus, in dem Manuelas Eltern vor Jahren drinnenwohnten, waren allesamt frei. Mein Fahrzeug hab' ich hingeparkt, den Motor abgestellt und Manuela angeguckt.
Manuela schaut mich so seltsam verquer an. Als würe sie gern hungrig über mich herfallen, müßte sich die Idee aber aus irgendeinem Grund verkneifen.
Fand, Manuela könnte ruhig augenblicklich losmachen, wenn sie es so nötig hatte.
Statt dessen bleibt Manuela sitzen. Manuela: 'O ja, Bern-die! Läßt mich einfach im Gefängnis, Hansi ... Hat ein richtig großes Bauernhaus, oben in Geiersdorf. Anderswo aber auch Immobilien, Hansi. Hansis Geschäfte waren sehr einträglich, die letzten Jahre. Weiß viel von Hansis Geschäften. Könnte ich viel erzählen. Schlimm böse könnt Hansi werden, würd er erfahren, daß ich Leuten viel erzähle, Bern-die. Das will ich nicht, brauch' ich nicht. Vier Jahre waren Hansi und ich ein Paar, das läßt sich nicht einfach weglöschen. Hm! Nachdem ich Hansi verlassen hab', bin ich wieder bei meinen Eltern eingezogen.'
Ich: 'Ganz schön lange. Vier jahre, auch eine schön lange Zeit, daß du mit deinem Hansi zusammen warst ...'
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