"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 160
12. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Beppi, der sein zweites Pils fast ausgetrunken hatte, rülpste ausgiebig in meine Richtung, daß in der Nachbarschaft Leute zu Beppi und mir herguckten.
Ich: 'Briga war eine Schönheit, Beppi ... Kann mich noch gut an Briga erinnern. Briga oben ohne ...'
Beppi: 'He, Bern-de, Arschgesicht, wo sind wir denn heute? Ist heute dein Alter-Kamellen-Tag? Aber klar doch, stell dir vor, ich erinner' mich auch noch an was. Zu den Soldaten bist du. Eine Soldatenuniform hast du dir angezogen. Manuela mochte keinen Soldaten, und Manuela hat mit dir Schluß gemacht. Bei Briga und mir, um die Zeit rum, ebenfalls der Ofen aus. Hab' dann bei Manuela landen wollen. Nur hat Manuela mich nicht rangelassen. Nie. Obwohl Manuela sonst doch eigentlich jeden bei sich rangelassen hat ... Wirklich jeden. Warum ich nie bei Manuela rangedurft hab', wenn ich doch auch einen hochkrieg' ...'
Nichts, das mir dazu einfiel.
Den Mittelfinger hat Beppi mir gezeigt, den Mittelfinger zweimal hintereinander hochgeruckt.
Stumm, daß ich bleibe. Briga war das Thema, ansonsten hatte ich keins.
Beppi: 'Doch, doch, lieber Bernd! Ich weiß, wo Briga heute wohnt. Ich sag' dir, was das ist, das mit Briga heute. Briga ist verheiratet, hat drei Kinder. Vielleicht ist schon wieder eins unterwegs, bei Briga, was weiß ich. Brigas Ehemann heißt Gerd und ist Beamter im Finanzamt. Könnt' Briga gut mal am Tag besuchen. Bei Briga an der Wohnungstür läuten. Glaub' aber nicht, daß Briga sich sehr über meinen Besuch freuen würd'. Eher scharf dran zu denken, daß Briga schnell die Bullen rufen möchte, kaum daß Briga mich sieht. Daß die Bullerei mit Tatütatü bei Briga vorm Haus vorfährt, hinaufgelaufen kommt. Um mich in Handschellen abzuführen ... Nun, brauch' ich so was? Nein, Bern-de, so was brauch' ich nicht.'
Ich öffne wieder meinen Mund, fang' zögerlich an, weil Beppi so gesprächig war: 'Manuela, Beppi ... Heute nachmittag, heute nachmittag war ich fast den ganzen Nachmittag mit Manuela zusammen unterwegs. War zeitweise ganz nett, das mit Manuela ... Zufällig hab' ich Manuela vorm Unteren getroffen ...'
Beppi, starr der Blick. Beppi: 'Eh, was hast du, Bern-de-Arsch? Sag das noch mal! Was hast du?'
Ich plappere: 'War heute den ganzen Nachmittag mit Manuela zusammen in der Stadt unterwegs, Beppi. Erst wollten wir zu Joeys, dann sind wir ins Mezzolatte rein. Nach dem Mezzolatte hab' ich Manuela zu sich nach Hause gefahren. Dorthin, wo Manuelas Eltern früher gewohnt haben ...'
Großäugig starrte Beppi mich an, als sähe er einen Außerirdischen sich gegenübersitzen. Beppi: 'Was hast du Arschgesicht heute? Du hast Manuela nach Hause gefahren ...? Wirklich, du sagst, Manuela - deine Freundin Manuela von damals, mit der du heute ...?'
Mit dem Kopf, daß ich nicke.
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