"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 167
14. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Einen Zehner wollte ich aus meinem Geldbeutel fingern, entdecke, daß mir passiert war, daß ich zwei Hunderter hochgezerrt hatte.
Ehe ich zu einer Reaktion komme, hatte Beppi sich die beiden Hunderterscheine zwischen Daumen und Zeigefinger geschnappt. Beppi: 'Dank dir schön, Bern-de! Hast heute wirklich deinen großzügigen Tag. Zwei Scheinchen - einer für mich, einer für Fransen. Wäre doch nicht nötig gewesen, Bern-de. Vielen Dank!'
Auf die Beine hüpft Beppi, erlaubte mir nicht, einen Satz zu seinem Text zu sagen.
Fransen hatte die gesamte Szene ebenfalls einwandfrei verstanden, beeilte sich, aus der Sitzposition hochzukommen, Beppi an sich vorüberzulassen, Beppi, der für Pils im Joeys auf dem Weg zu dem mit dem Mongolenbart und dem roten Totenkopfmotivtuch am Schädel hinter der Theke war.
Wieder sitzend, schaute mich Fransen weiterhin in einem äußersten Maße schmierig an, seltsam überall von Art zu viel Schuppenflechte eingestäubt, präsentierte mir, mich grinsend anfletschend, schwarze Zahnstummel.
Klar wie reinstes Schmutzwasser, daß ich im Joeys an den verkehrtesten Umgang geraten war, während anderswo durchaus hübsche Mädchen herumhockten. Zwar auf atmosphärische Dunkelheit gestylt, mit kupferroten, blauen Haaren, gelben, pinken, roten Strähnen. Aber sicher mit ihrer relativ teuren schwarzen Bekleidung, in engen Jeans, in knappen Miniröcken mit schwarzen Strumpfhosen mit größeren, kleineren Löchern oder im Mittelalterrockstil, besser als alles, was ich als traurige Wirklichkeit bei mir am Tisch hatte.
Mit einer echten Batterie von Pilsen auf einem übergroßen Serviertablett ist Beppi zu Fransen und mir zurückgekommen. Hat alles Mitgebrachte auf der Tischfläche plaziert.
Von einem Wechselgeld war keine Rede, das behielt Beppi in der eigenen Tasche. Oder Beppi hatte schnell so nebenbei Kleinigkeiten von seinem Schuldenberg beim Mongolen abgetragen.
Voller Spott, daß Beppi mich herablassend anguckt, Beppi, der sein nächste Pils auf Ex unten hatte.
Über nichts habe ich mich beklagen mögen, sondern mich an meinem Pilsglas festgehalten.
Wieder ein Pils, das Beppi und Fransen, die irrlichternd blickende Pennertype, dem die befremdliche Soße jetzt bedenklich die Mundwinkel herablief, gemeinsam aussoffen.
Beppi hielt sich spaßig die Hand vor den Mund, rülpste, währenddessen Fransen mich mit seinen schwarzen Augen dumpf anstierte.
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