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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 175

17. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Der Friedhofsgärtner, nach dem ich mich umgewandt hatte, hat mich angenervt angeguckt, den Kopf wegen mir geschüttelt. Der Mann in olivgrüner Arbeitskleidung, er spricht ungefähr das zu mir: 'Was ist, mein Herr? Worauf warten Sie? Wollen Sie drinnen stehenbleiben? Kommen Sie bitte sofort wieder da raus, ja? Was soll das denn? Was denken Sie sich, wo Sie hier sind? Was Sie hier tun, dafür kann ich Sie anzeigen. Das ist grober Unfug.'

Tatsächlich, das sprach der deutlich: mich anzeigen! Eine Anzeige bei der Polizei, für mich.

Das verfluchte Manuela-Foto am Metallkreuz, das hatte mich in den Bann gezogen. Meine Gedanken hatte ich anscheinend in das fotografische Werk hineinprojeziert. Zu dem Unsinn hatte es mich verleitet, alles rundherum zu vergessen, ohne mein bewußtes Wissen in die Graberde hineinzusteigen. Eine andere vernünftige Erklärung hatte ich nicht dafür.

Ich: 'Entschuldigen Sie!'

Der Friedhofsgärtner: 'Nein, eine Entschuldigung reicht hier nicht. Zwar will ich von einer Anzeige absehen. Das heißt, wenn Sie friedlich bleiben. Das hier, das kostet Sie jedoch drei Hunderter. Drei Hunderter kostet der grobe Unfug Sie, den Sie sich hier leisten. Verstehen Sie, ich muß das ganze Beet wieder neu herrichten, neue Blumen pflanzen ...'

Ich: 'Ja ...?'

Der Friedhofsgärtner: 'Klar ist das so! Bitte, kommen Sie mit mir mit. Wir gehen schnell in die Sakristei. Da befindet sich ein kleines Büro neben der Umkleide. Ein Raum mit Rechner und Drucker. Dort will ich Ihren Ausweis sehen, hören Sie? Muß den kopieren.'

Muß unzufrieden aus der Wäsche geschaut haben.

Der Friedhofsgärtner: 'Das muß sein. Tut mir leid! Ich muß das tun, Ihre Daten aufnehmen. Keine Angst, ich werde, wie ich gesagt hab', darauf verzichten, Sie anzuzeigen. Diesesmal. Eine Anzeige erhalten Sie allerdings, wenn Sie die drei Hunderter nicht zahlen. Dann kommt die Polizei. Die kommt auch sofort, wenn sich ähnliches noch mal mit Ihnen hier wiederholt. Dazu brauche ich Ihre Daten, die Kopie Ihres Ausweises. Damit wir schon etwas von Ihnen haben, falls Sie nochmals hierherkommen, sich komisch aufführen. Das verstehen Sie doch, oder?'

Durchaus war ich in der Lage zu begreifen. Ich sage: 'Ja, klar, verstehe!'

 

Eine plötzliche Eingebung hatte ich. Die, ehe ich mit dem Friedhofsangestellten fortging, einen letzten Blick auf Manuela Dombrowskis fotografiertes Bildnis zu werfen. Derart hab' ich mich schnell noch hingedreht, daß ich das konnte.

Den Atem hab' ich dann vor Schreck scharf eingesogen.

 

 

 

 

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