"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 177
17. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
So, daß ich aus nächster Nähe auf Manuela Dombrowskis Bildnis unter der klaren Plastikabdeckung gestiert hatte, Manuela Dombrowski, bei der sich nicht wieder die kleinste Kleinigkeit auf der Fotografie verändern wollte.
Zutiefst erschrocken, über mich, von allem, was mir mitspielte, daß ich mich schleunigst auf die Beine hochstellte, mich zu dem Gärtner in Olivgrün umwandte.
Der Friedhofsgärtner: 'Bitte, mein Herr, sehen Sie sich das hier an. Das ist mein Smartphon. Ich habe die Nummer der Polizei auf der Anzeige. Wenn Sie hier weiter verrücktspielen, mir irgendwelche Umstände machen - werde ich draufdrücken. Die Nummer wird gewählt. Ja? Sie kennen das alles selber, nicht wahr? Die Polizei, die wird angerufen, und ich werde ein paar Worte zu dem Polizisten am anderen Ende der Leitung sagen. Dann kommt Polizei schnell hierher. Und Sie werden festgenommen. Überdies können Sie eine Anzeige erwarten. Wollen Sie das wirklich, daß das geschieht?'
Ich: 'Nein!'
Der Friedhofsgärtner: 'Dann kommen Sie bitte da raus und gehen friedlich mit mir mit. Oder - was soll ich tun? Hier - ein leichter Fingerdruck von mir ...'
Seine Gerätschaft präsentierte der Gärtner mir noch mal nachdrücklich.
Ich, wie ein begossener Pudel mich anhörend: 'Ich komm' ja schon.'
Aus dem Beet schwarzer Erde und von mir zertretenem Blumenschmuck, daß ich heraussteige. Von den Turnschuhen habe ich Erdbatzen geschüttelt.
Brav bin ich im Anschluß daran hinter dem Gärtner im olivgrünen Arbeitsanzug hergedackelt. Habe dem Mann in dem besagten kleinen Raum in der Sakristei meinen Ausweis hergezeigt, den von ihm kopieren lassen. Zu dem dazu habe ich sofort den Obulus für mein schändliches Treiben am Gnaden-Friedhof entrichtet.
Danach war ich frei, konnte alleine meiner Wege zu gehen. Den fort vom Friedhofsgelände.
Als ich auf dem Fahrersitz meines Autos dahockte, hat mich hinter dem Lenkrad das große Zittern überfallen.
Mit den Nerven war ich so was von runter, nicht zu sagen. Überdies empfand ich die Peinlichkeit dessen, wie das alles am Gnaden-Friedhof mit mir abgegangen war. Die Veranstaltung an und auf Manuela Dombrowskis Grab, die hatte etwas, die war tatsächlich was von einer Oberpeinlichkeit. Daß ich mittenrein gestiegen bin, zweimal, das war peinlich hoch zehn.
Beschworen hab' ich mich in meinem Auto schließlich, die Szene vernünftig zu betrachten. Alles mit Vernunft mir durch den Kopf gehen zu lassen.
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