Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 180

18. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Die Dopplerkarte zu bringen, hat die Oberbosse-Type gemeint, damit wäre die Sache für mich erledigt. Den Rest, den mache jetzt die Werkstatt und später der Käufer. Mein Auto, das würde vorerst abgemeldet. Sobald sich ein neuer Besitzer fände, würde mein Fahrzeug wieder neu angemeldet. Alles klar für mich? Dann, weil nichs dagegenstand, Unterschrift bitte auf den Abtretungsvertrag, dorthin, wo ich das Kugelschreiberkreuzchen sah.

Habe genickt, meinen Servus brav druntergesetzt.

Damit war endgültig alles für mich sonnenklar. Zwar keine Barzahlung auf die blanke Kralle. Aber die fünf Tausender, bereit für alles Volk, das Geld von mir sehen wollte, gingen die nächsten paar Tage auf meinem Bankkonto ein.

Auch was Schönes, oder?

Mit meinem Ausdruck des Vertrages bin ich grußlos raus aus dem Büro.

Habe zum Schluß noch ein paar Kleinigkeiten aus meinem Vierräder geholt, die mir gehörten. Mit diesen in der von mir mitgebrachten Sporttasche bin ich hinfort, hab' mir außerhalb von dem Werkstätten-Gelände mit meiner mitreisenden Telefongerätschaft ein Taxi bestellt.

Als das herbeigekommen war, hab' ich dem fröhlichen Passagierbringer mitgeteilt, daß ich zum Bahnhof der Stadt möchte. Dorthin sind wir also zusammen abgedüst.

Im Bahnhofsgebäude hab' ich meine Tasche in ein Ganztagesschließfach eingesperrt.

 

Wie die Zeit mir verflogen war!

Kaum hatte ich kurz umgeschaut, war es für mich halb zwölf Uhr mittags geworden.

Heimwärts wollte ich nicht, also bin ich in ein besseres Restaurant.

In dem habe ich mir das teuerste Menü auf der Speisekarte bestellt. Das mit Langustenfleisch und Südseekrabben; helle holländische Sauce mit bunten Trüffelnudeln. Dazu eine Flasche Weißburgunder für einen Fuffziger.

Hatte zwar nichts Großes zu feiern, aber immerhin. Nichts war doch auch etwas. Ich meine, es mußte sein, daß ich es mir gutgehen ließ, wenn ich schon fünf Tausender in Erwartung hatte. Auch wenn dafür mein Automobil den Abgang gemacht hatte.

 

Während ich auf meinem Edelholzrestaurantstuhl gesessen bin, vor mich hin gespeist habe, ist mir Manuela vor meinem geistigen Auge entstanden.

 

 

 

 

180

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post