"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 190
22. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
In Geiersdorf am Stadt- und Marktplatz bin ich in ein Bekleidungs- und Zubehörgeschäft für Angler und Jäger.
Einen dunkelgrünen Jägersleuterucksack hab' ich mir gekauft. Ein Sonderangebot, dreißig Prozent reduziert. Dazu eine Sonnenbrille: Preisreduktion sogar fünfzig Prozent. Zum halben Preis.
Danach begab ich mich in den Gemischtladenwaren nach nebenan. Kaufte zwei Literflaschen Mineralwasser, ein Sechserpack Halbliterdosen helles Bier.
Das mußte reichen, fand ich. Zu Mittag gegessen hatte ich ja im Restaurant. Auch mit Nachtisch.
Das Eingekaufte im Rucksack verstaut, habe ich mich zu Fuß auf den Weg gemacht, hinaus aus Geiersdorf und die Bergstraße hinaufzumarschieren.
Oberhalb von Geiersdorf war die vom Taxifahrer mir beschriebene Kurve. Auch gewissenermaßen eine Gefahrenkurve. Brauchbar für den allerbesten Automobilabflug. Wollte einer, eine das wissen, wie weit am Berg droben in bester Kurvenlage die eigenen Fahrkünste bei überhöhter Geschwindigkeit reichten, ob's nicht jenseits der Leitplanke für einen Abflug gehen konnte.
Über den Plankenviertelkreis bin ich drübergestiegen. Ungefähr zehn Meter weiter unten habe ich mich auf das sattgrüne Wiesengras niedergehockt und hinabgestarrt.
Im Sitzen habe ich mir den Rucksack heruntergenommen. Anschließend war ich zugange, habe mir die Sechserpackung Dosenbier aus dem Rucksackinnern herausgeholt.
Die erste Dose, die ich aufgerissen habe, mir die Dosenöffnung, aus der es heraussprudelte, an den Mund gesetzt. Ein paar tiefe Trinkzüge, der Blechdoseninhalt war von mir ausgetrunken.
Wie von dem Taxifahrer versprochen, war von der Örtlichkeit von oberhalb aus Geiersdorf recht gut zu überblicken. Besonders aber das Gehöft Hans-Georg Taberts.
Die Wohnanlage Hans-Georg Taberts am unteren Dorfrand von Geiersdorf, etwas abgesetzt von den ersten Geiersdorfer Häusern. Als hätten die Wiesengrundstücke rund ums Tabert-Haus noch keine Besitzer gefunden. Oder es würde aus irgendeinem Grund nicht ans Tabert-Gelände herangebaut. Ganz davon abgesehen, daß die Grundstücke eventuell den Tabert-Leuten selber gehörten. So daß verhindert wurde, daß zu nah an Tabert-Wohneigentum gebaut wurde.
Die ganze Zeit, die ich droben unter der Kurve auf der Wiesenfläche gesessen bin, rührte sich bei den Tabert-Gebäuden nicht das bißchen was.
Kein Traktor, der ein oder aus fuhr. Kein kleines oder mehrere kleine Männlein, die am Innenhof herumliefen, um irgendwelche unbestimmte Kleinigkeiten zu erledigen.
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