Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 189

21. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Konnte es nicht abschütteln, das mit meiner älteren Schwester Bettina - ein blaues, übergroßes Shirt an, daß ich bei ihr jede Menge Landschaft der Brusthügel überblickte, wenn Bettina sich vor- oder hinabbeugte -  vor meinem geistigen Auge zu sehen. Bettina, die mich vor die Brust stieß, mich den steilen Abhang hinabschubste.

Was für eine Gefahr für mein Leben für mich! Nur einen Meter weiter, ich wäre nicht den grünen Wiesenabhang meterweit hinabgerollt, sondern hätte wahrscheinlich für ein Kinderbegräbnis den Abflug in die Tiefe des Steinbruchs mit seinen kantigen Vorsprüngen gemacht.

Einzig und alleine das passierte mir, daß ich mir am einzigen Stein der steil abfallenden Wiese da das Knie aufgeschlagen hatte. Minutenlang hab' ich ziemlich geblutet und lautstark geflennt, in den Armen meiner Mutti.

Am Ende des Ausflugs, die Familie war bereits auf dem Heimweg zum Auto, hat mir Bettina meine geliebte Zorro-Maske heruntergerissen und hinabgeschmissen. Jenseits flog die schwarze Maske, landete in der Granitwand. Vier Meter in der Tiefe. Für mich sehr schwer erreichbar. Dorthin hinabzuklettern, mir meine Zorro-Maske wiederzuholen, das untersagten mir Vati und Mutti. Obwohl ich herumkreischte und heulend tobte, unbedingt zu meiner Lieblingsmaske hinuntersteigen wollte.

 

Nie wieder habe ich danach in meinem Leben eine Zorro-Maske getragen. Trotz der Tatsache, daß mir meine Mutti bereits am Montag der neuen Woche drauf in der Stadt eine neue gekauft hatte.

 

 

*

 

Sechsundzwanzigster Juli, meine Tagebuch-Datei offen.

In der Nacht. 02:53 Uhr.

 

 

Bin wieder auf meinem Zimmer.

Weil, es war komisch: keinerlei spürbare Präsenz. Deswegen bin ich raus aus meiner Zimmerflucht, die Stiege runter, habe aufgesperrt und bin zur Haustüre hinaus.

Zweimal bin ich unterm Sternenhimmel mit schnell schlagendem Herzen rund ums Haus herumgeschritten.

Jede Menge Umrisse in der Finsternis, bei den Straßenlampen. Allerdings blieb es dabei, daß nichts und niemand mir unvermittelt in den Weg treten wollte.

Keine Manuela Dombrowski. Oder sonst irgendwer. Mich absichtsvoll zu konfrontieren. Sich mir gegenüber aufzustellen. Schlimmstenfalls, mich anzugreifen.

 

Wochenlang, daß ich mich des Nachts kaum aus meinem alten Kinderzimmer hinausgewagt hatte.

Selbst aufs Klo ins Badezimmer, das war ein weiter Weg, der mir Herzschlag verursachte

 

 

In Ordnung also. Mache ich hier tippend zurück nach vorgestern, als ich in Geiersdorf war ...

 

 

 

 

189

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post