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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 193

23. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Entweder ist man tot. Oder man ist nicht tot. Oder?

Dazwischen gibt's doch eigentlich nichts. Nur diese beiden Zustände.

 

 

Oder es ist dran etwas gedreht. Irgendeine Kleinigkeit.

Etwas, das ich nicht einsehen konnte, überblicken.

Weil mir bestimmte Teile des Puzzles fehlten.

 

 

 

Zunächst mal, das festzuhalten: Hans-Georg Tabert, das war kein armer Mann. Armut war woanders, nicht bei Hans-Georg Tabert.

Zum Beispiel bin ich vorvorgestern nachmittags vor dem Gehöft, das Hans-Georg Tabert am Rand von Geiersdorf gehörte, herumgestanden. Außerhalb davon auf- und abgeschritten.

Dabei habe ich überlegt, wollte ich das, was ich überschaute, Hans-Georg Tabert selber oder Hans-Georg Tabert über einen Mittelsmann abkaufen, müßte ich einige Millionen in der Hinterhand haben. Vielleicht sogar im zweistelligen Bereich.

 

 

Vorne, relativ knapp zur Straße hin, der langgezogene Flachdachbetonklotz, der ein Silo oder irgendwas dergleichen sein konnte, nutzte man das Innere. Am zweigeschossigen, wuchtigen Ökonomen-Bauernhaus, das der Mittelpunkt von allem war, an dem zählte ich vorne zehn blumengeschmückte Balkone. Deren Zierlatten waren dunkelbraun gestrichen; frisch wirkte der Anstrich. Dann gab es zwei Riesenställe links und rechts des hochherrschaftlichen Wohngebäudes für die großbäuerliche Großfamilie. Der obige zeigte Geiersdorf die lange Hinteransicht, versperrte der Geiersdorfern Randbewohnern die freie Sicht auf den weitläufigen Innenhof.

 

Habe stark da daran gedacht, als ich das Gesamte bewundert hab', daß sich Verbrechen eventuell lohnen könnte.

Zumindest ich, um zu solch einer Wohnanlage zu kommen, würde mich in meinem zukünfigen ehrlichen Beruf lange nach der Decke strecken müssen, mancherlei leisten, was mir reichliches von meiner Tages- und Lebenszeit abrang. Während meine hübsche Frau daheim sich vielleicht bald einen Liebhaber zulegte, weil ich, beruflich eingespannt, wie ich war, selten Zeit fand, mich um sie und ihre Bedürfnisse zu kümmern.

 

 

Als ich die Aufbauten so ausgiebig aus der Nähe bewunderte, fand ich das, Hans-Georg Tabert lediglich bescheiden mit Kleinkriminalität in Verbindung zu bringen, wie es der Geiersdorfer Bürgermeister im Verlaufe eines Zeitungsinterviews getan hatte, ziemlich abwegig. Viel eher war daran zu denken, daß hier einer - Hans-Georg Tabert mit Namen - war, der Erfolg hatte mit den Dingen, die er unternahm.

 

 

 

 

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