"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 194
23. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Anstelle Hans-Georg Tabert Kleinkriminellen zu heißen, hätte ich in Hans-Georg Tabert lieber den Kopf einer kleineren kriminellen Organisation gesehen. Hans-Georg Tabert, eine Art lokaler Mafia-Boß. Wenn man sich nicht anschauen hätte sollen, ob Hans-Georg Tabert nicht zu was Größerem dazurechnete.
Alles, was ich von Hans-Georg Tabert wußte, schaute schließlich danach aus.
Ich meine: War nicht eine von Manuela Dombrowskis Geschichten gewesen, daß Hans Drogentouren veranstaltete? Die mit Manuela in der Hauptrolle, die war Richtung holländisches Gebiet gegangen.
Das hieß schon da an dem Nachmittag, als ich Manuela unheimlicherweise nachmittags getroffen habe, für mich: Hans-Georg Tabert einer, der war im Drogengeschäft.
Und Beppi, als ich ihm und diesen komischen Fransen bei Joeys drinnen gegenübergesessen war, hatte nebenbei so was ähnliches erwähnt, daß ich aus Beppis Worten haarscharf schließen konnte, daß Hans neben den Drogenleuten noch andere Banden hatte. Bestimmte, die für Hans Einbrüche verübten.
Kriegte ich das zwischen Beppi und Fransen richtig mit, sagte das aus, daß Hans der war, der ein bestimmtes Objekt auswählte. Und Leute wie Beppi stiegen dort dann Tage später bei einer günstigen Gelegenheit ein, nahmen mit, was an Zeug mitnehmenswert war.
Der Einbrecher - zum Beispiel Beppi - kriegte nach erfolgreich verübtem Einbruch einen Fixbetrag bar auf die Hand. Während Tabert, der Auftraggeber, der wer, der das Einbruchsgut nach Gutdünken zu guten Preisen an Kontakte weitervertickte.
Schon zwei Sachen waren das, in die ich also eigentlich bereits einen gewissen Einblick hatte, was das Tun und Lassen von Herrn Hans-Georg Tabert anging.
Anderes, um das sich die Zeitungsleute in ihren Zeitungsartikeln um die Zeit der Geschichte Hans-Georg Taberts mit der blonden Radiomoderatorin ausgiebig in der Sache Hans-Georg Tabert kümmerten, waren die Prostitution und der Menschenschmuggel. Außerdem stand in den Zeitungtexten nachzulesen geschrieben, daß man Hans-Georg Tabert beschuldige, im größeren Stil Geldwäsche zu betreiben..
Konnte man also, wenn so vieles sich summierte, bei so einem wie Hans-Georg Tabert wirklich noch von einem Idioten aus dem Kleinkriminellen-Milieu sprechen?
Oder erzählte einem das vielmehr von eigener bürgermeisterlicher Ignoranz beziehungsweise einem kleinen geistigen Horizont, der kaum über regionale Grenzen hinausreichte? Wenn das mit der Regionalität nicht die reinste Schutzbehauptung war, weil man selber mit Herrn Hans-Georg Tabert besser bekannt war.
*
Sechsundzwanzigster Juli, meine Tagebuch-Datei offen.
Freitag vormittag. 09:48 Uhr.
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