"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 199
25. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Es ist früher Nachmittag. 14:17 Uhr.
War zum Mittagessen in der Küche. Ein wenig später als sonst.
Dann habe ich Mutti an der Spüle und beim Abtrocknen der Teller und Tassen geholfen.
Normales Leben, das. Nichts Besonderes. Als wäre meine Welt in allerbester Ordnung.
Ist sie aber nicht. In keinster Weise. Und Mutti, die weiß das. Mutti nervt mich an. Mit komischen Blicken. Mutti sagt Worte zu mir. Daß ich Mutti am liebsten angeschrien hätte. Nur mühsam, daß ich meine Aggressivität zügeln konnte.
Eigentlich wollte ich heute vormittag bei Altdorf, Personaler bei Mauth, anrufen ...
Dazu habe ich mich bis jetzt jedoch nicht das bißchen aufraffen können.
Anscheinend warte ich auf den Anruf von denen, denen von Mauth. Die kommen aber nicht auf die Idee, mich anzurufen,
Kann ich morgen aber auch noch was telefonieren, wenn ich dann Lust dazu habe. Bei Mauth ist auch samstags nicht arbeitsfrei.
Gina und Tabert - davon will ich hier jetzt weitertexten. Gina und Tabert ...
Gina mit ihrer letzten Moderationsstunde von neun bis zehn Uhr.
Auch Frauen riefen schon mal während der Stunde von neun bis zehn an. Fragten Gina, ob es nicht auch mit Gleichberechtigung zu tun hätte, wenn Gina sich mal übers Wochenende mit einer Frau traf. Zum Beispiel mit ihr, der Anruferin.
Im letzten Winter war das, passierte es, daß Hans-Georg Tabert im Laufe der Radiostunde von neun bis zehn Uhr zu Gina hinein ins Studio weitergeleitet wurde. Und Hans-Georg Tabert - das konnte meine Mutti mir glaubhaft machen, Mutti, die gerne bei Gina zugehört hatte - besaß schlagfertigen Charme und einiges an Witz.
Mußte der männliche Anrufer aber auch in der Tat haben, sonst war der Ofen für ihn bei Gina bald aus, und der nächste bei Gina in der Leitung. An Anrufern bei Gina in der Sendung mangelte es nicht. Mit ordinärem Dahergelaber und einem Auftritt der Marke Dumpfbacke bei Gina auf Sendung und mit Gina am Wochenende war bei und mit Gina nichts zu machen.
Einem war es passiert, erinnerte sich Mutti, daß Gina, kaum war Gina bei ihm für die Geschichte fürs ganze Wochenende eingetroffen, keine Viertelstunde mit ihm zusammengeblieben war.
Mit sieben Herren, die als Auswahl übriggeblieben waren, ging Hans-Georg Tabert bei Gina in die zweite Woche.
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