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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 198

24. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Auf der Höhe von Ginas Popularität war von Gina schon mal so etwas ähnliches in der Zeitung gestanden, daß Gina normal grellweiße Schlüpfer mochte. Die Frage, in die Richtung der interessierten Leserschaft aufgeworfen: Hatte Gina überhaupt wirklich nichts drunter angehabt? Oder war das eine Täuschung? War das doch ein fuseliger Tanga? Weil: Gina hatte einen Fehler gemacht. Beim Herumdrehen am Drehstuhl und beim Aufstehen hatte Gina, die den knappsten Minirock anhatte, in die Richtung einer der Netzkameras im Studio die Beine viel zu weit auseinander. Auf der Lokalseite der Tageszeitung wurde ein Standbild mit Ginas Spreizepose ziemlich unscharf abgedruckt, zumindest, was das Wichtige anging.

 

 

Werktags, daß Gina das ihr lauschende Volk durch die Morgenstunden begleitete. Von fünf Uhr in der Früh bis zehn Uhr am Vormittag.

Beliebt, Gina, bei ihrer Zuhörerschaft.

Gina am Morgen - der lapidare Titel von Ginas Hör-Show.

 

Gina war auf den Einfall gekommen, sich in ihrer Radioshow selber als Preis auszuloben, den ein Mann, der bei ihr, Gina, am besten ankam, gewinnen konnte. Ein ganzes Wochenende alleine mit Gina.

Zwischen neun bis zehn Uhr vormittags ließ Gina Männer bei sich im Sendestudio anrufen. Männer, die die Aufgabe hatten, Gina klarzumachen, warum Gina ausgerechnet mit ihnen ein Wochenende verbringen sollte. Mit dem Versprechen von allem, was sich zwischen einem Mann und einer Frau abspielen konnte. Nichts, das Gina sich abenteuerlustig ersparen wollte, war das einer, der gut bei ihr ankam. Keine Küsse, keine Kissenschlacht.

Alle vierzehn Tage, drei Wochen, daß Gina, die Radiomoderatorin, von Freitag am Nachmittag bis Sonntagabend sich mit dem traf, der ihr Gewinner war. Mit dem, der es ihr am plausibelsten, nettesten rüberbrachte, warum er ein persönliches Treffen mit ihr, Gina, nötig hatte. Dabei einiges an Charme, Witz und Schlagfertigkeit besaß. Denn, nebenbei, überall, wo Gina und er sich aufhielten, lief ein Aufnahmegerät mit. Auch wenn die Sprungfeder des Betts nachts quietschte, das Gerät zeichnete auf.

Montags bis mittwochs arbeitete Gina die besten Bonmots des am Wochenende Erlebten in ihrer werktäglichen Hörsendung auf. Und Gina, die schaffte es, wißbegierige Hörerschaft, zumeist weiblich, zu fesseln.

 

Vor allem Gina war es, die es brachte, dem privaten Lokalradio zu Quote zu verhelfen.

Dauerhaft einen Anteil von sechzig Prozent der weiblichen Zuhörerschaft im Empfangsbereich des regionalen privaten Radiosenders, habe ich in einem Zeitungsartikel von vor einem dreiviertelten Jahr gelesen, der Gina am Morgen, Ginas Hör-Show, zum Thema hatte.

Gina war ein Knaller. Verhalf zu Werbekunden.

 

 

*

 

Sechsundzwanzigster Juli, meine Tagebuch-Datei offen.

 

 

 

 

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