"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 208
28. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Hinter dem Studiomikrophon, daß Gina minutenlang schluchzte. Oder unartikuliert herumgellte, bis neue Musik anfing. Die webcams bei Gina in der Studiowelt, die sonst immer eingeschaltet waren, waren plötzlich alle schwarz.
Ab jenen Morgenstunden hörte keiner jemals wieder die Telefon-Stimme Hans-Georg Taberts in Ginas Hör-Schau. Der Name Hans für Hans-Georg Tabert, von Gina nie wieder in den Mund genommen.
Für Gina war Hans - Hans-Georg Tabert - gestorben. Hans-Georg Tabert, für Gina ein Mann, toter wie tot.
Zwei kurze Wochen nach den Geschehnissen, daß Gina die Wahrheit über Hans-Geort Tabert erfahren hatte - die Quote der Hörer bei Gina am Morgen, die war total im Keller, die vielköpfige Zuhörerschaft hatte Gina erst mal verlassen - ereignete es sich, daß Gina aus ihrem Job beim Radiosender ausstieg.
Wie es in einer offiziellen Pressemitteilung der privaten Radiostation hieß, hätte Gina das ohnehin vorgehabt, mit ihrer Arbeit für den Privatsender aufzuhören. Weil Gina lange den Wunsch hegte, auf große Weltreise zu gehen. Die nächsten Tage, daß Gina die Reise antreten wollte.
Ziemlich schlimm erwischte das Unglück allerdings Hans-Georg Tabert. Für Hans-Georg Tabert begann nach der unvermittelten Trennung von Gina eine anhaltende Phase reinsten, boshaftesten Pechs.
Taberts Liebelei mit Gina, der Radiomoderatorin, hatte ein abruptes Ende gefunden, und es spielte sich bei Hans-Georg Tabert ab, daß er am Wochenende drauf in Geiersdorf verhaftet wurde. Ohnehin befand sich Hans-Georg nur auf Bewährung auf freien Fuß. Nun mußte Hans-Georg Tabert mit Sack und Pack ins Gefängnis, und die Ermittlungen gegen ihn wurden auf allen Ebenen intensiviert. Neue Straftaten, die die Behördenseite Hans-Georg Taberts Anwälten mitteilte.
Wie es ausschaute, hatte die Polizei Beweise in der Hand, daß Hans-Georg Tabert eventuell für zehn, zwölf Jahre hinter Gitter wandern konnte, stand im Lokalteil der Regionalzeitung zu lesen.
*
Siebenundzwanzigster Juli, meine Tagebuch-Datei offen.
Halb zehn Uhr am Vormittag.
Hab' ich schon beiläufig mitbekommen, daß mein Vater die letzten drei Tage frei hatte. Statt in die Arbeit ist mein Vater zu Tanja abgefahren, um dort bei Tanja Tanjas urlaubendem Ehemann beim Bau der neuen Garage zu helfen.
Heute ist zwar Samstag, trotzdem war es eine Überraschung, daß mein Vater, als ich für Frühstück bei Mutti in der Küche unten war, dazukam.
Mit Mutti und mir am Küchentisch sitzend, nölte Vater rum. Hauptsächlich mich hatte Vater auf dem Kieker.
Vater sagte, daß er nichts sehen würde, daß ich mal in die Arbeit ginge.
208
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte