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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 219

1. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Zunächst mal hat Mutti mir aufs neue versichert, daß ich mir um nichts Sorgen machen müßte. Solange dürfte ich daheim im Haus meiner Eltern wohnen bleiben, wie ich das möchte. Selbst wenn ich die Zeit meiner Semesterferien keine Arbeit für mich fände.

Vati, der wäre eben die letzten paar Tage gereizt; ich wüßte ja, warum. Müßte mir aber deswegen nicht lange viel denken. Wenn ich Vati einfach aus dem Weg ging, dürfte es für mich keine größeren Probleme mit Vati geben.

Auch wenn Vati, redet Mutti mir weiter hin, gedroht hätte, mich bei erstbester Gelegenheit handgreiflich anzugehen. Nur, da würde sie, Mutti, schon aufpassen, daß sie rechtzeitig dazwischenkäme.

So was, daß sich Familienmitglieder mit Hand oder Faust angriffen, das bräuchte man in keinem Haus. Und das würde sie, Mutti, Vati auch deutlich auseinandersetzen, sobald er wieder daheim war. Kein Mensch müßte so was haben, wenn die Dinge bei einem Mitglied der Familie gerade schlechter liefen.

 

Am Kopf kratze ich mich. Fragte mich, ob ich alles richtig verständlich gehört hätte.

He, wo waren wir hier hingekommen?

Mutti, die will mich schützen. Vor Vati.

Bin ich nicht dreißig, bin ich noch sechzehn? Oder was? Oder wer oder was bin ich plötzlich?

Was habe ich eigentlich wirklich Größeres bei Vater angestellt, daß er mir dauerhaft derart feindselig ankommen möchte? Bin ich Vater am dicken Geldbeutel gewesen? Habe ich mir seine Scheckkarte genommen, ihm das Konto leergeräumt?

 

Spreche ich also deutlich zu Mutti, daß Vati mal hübsch selber aufpassen sollte. Am Schluß schmeckt IHM das nicht gut, wenn er mich tätlich angeht, müßte ich mich zur Wehr setzen. Würde da ein paar hübsche Griffe kennen. Hatte schließlich genügend Zweikampftraining in meinem Leben gehabt, als ich noch Soldat war. Während der Zeit, daß ich mich auf ganz etwas anderes vorbereitet hatte als auf die Möglichkeit, von meinem eigenen Vati angegriffen zu werden.

Die feste Absicht hatte ich, auf Auslandseinsatz zu gehen. Ehe mir das mit der schweren Kiste passiert war, die mir nach dem Verladen ins Transportflugzeug von oben herab ins Kreuz gefallen war. Und zwar brutal. Daß ich einen bleibenden Rückenschaden davongetragen hatte, daß ich denen höchstens noch für Bürozeit gut war.

 

Ich wiederhole das Mutti, daß Vati der sein könnte, der bei mir im Schwitzkasten landet. Daß er nicht weiß, wie ihm das geschehen wäre.

 

 

 

 

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