"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 218
1. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Mit meinen in der Luft freischwingenden Armen schwimme ich an der unsichtbaren Grenzlinie entlang die Breite der Ein- und Ausfahrt hinüber. Das haute hin, das klappte bestens.
Über die unsichtbare Grenze hinwegzuspazieren, geradeaus weiter hineinzulatschen, das habe ich allerdings nicht vermocht. Das war nicht von mir zu bringen.
Wer immer das schon geschafft hat, bei Herrn Hans-Georg Tabert frech, unerwartet und uneingeladen in die Innenhofumgebung hineinzumarschieren - ich, ich rechne nicht zu diesen Kunden. Ich gehöre nicht zu diesem Personenkreis.
Ich wollte und wollte nicht darüber hinausgelangen. Vollbrachte es nicht, mich auf die geteerte Innenhoffläche hineinzugeben, um drinnen herumzublicken. In der Folge war es mir nicht möglich, auch nur kurz mal an der Haustüre zu läuten.
Für mich ein Ding der Unmöglichkeit.
Was den Angestellten von der Post oder sonst diversen Personen offenstand, auch schon einmal Scharen von Polizisten - mir war das nicht gegeben. Ich habe nicht zu Tabert hineingekonnt. Nicht einen Hauch viel drüber, daß ich auf die geteerte Geh-, Fahrfläche des Innenhofs gelangt bin.
Bis mir die Geschichte nach ewig langen Minuten unvermittelt so was von unheimlich wurde. Vollkommen verdattert bin ich nach meinen für jeden Zuschauer sicherlich spaßig zu beobachtenden Unternehmungen außerhalb des Tabert-Geländes auf zittrigen Knien von dort auf und davon, dem Bauernhofkomplex des Hans-Georg Taberts weggetaumelt. Daß ich wie einer ausgesehen haben muß, total besoffen.
Oder war ich echt so besoffen?
In Strömen, daß mir der Schweiß heruntergelaufen war. Das Herz hat mir rasend geschlagen. Eine namenlose Angst, die mir im Nacken saß, daß ich keinen Blick zurück wagte.
Konnte die von mir entdeckten Umstände der Tabert-Örtlichkeit in keinster Weise begreifen.
Wer hatte denn so was schon erlebt?
Als wäre über mich eine Art Hexerei gesprochen. Ich mit einer Art Bann belegt.
Bei mir, daß der Bannspruch beste Wirkung zeigte.
Oder - was war das? Was war das dort? Was war da am Platz mit mir los?
Und es ist mit einigem an Unheimlichem weitergegangen, auf meinem weiteren Weg ...
*
Siebenundzwanzigster Juli, meine Tagebuch-Datei offen.
Abend. Uhrzeit: 19:48.
Bis vor einer Minute war Mutti bei mir auf dem Zimmer.
Mutti, besser als Vater. Trotzdem habe ich die Stirn gerunzelt, kaum daß Mutti bei mir drinnen war und mit ihrer Ansprache angefangen hatte.
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