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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 22

23. Februar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

 

Droben traf ich Helen wieder.

 

Mein Vati erzählte meiner Mutti bis jetzt keine dieser Geschichten mit mir ...

Seit der Zeit, daß mich die Uniform eines Soldaten gekleidet hatte, ich mich von altem, dem Teenager behaftetem Gedankengut verabschiedet hab', das gegen Gott und die Welt gerichtet war - seit der Zeit verstand ich mich mit meinem Erzeuger allerbeste Wolle.

Sozusagen sind mein Vati und ich beste Kumpel geworden.

Mein Vati unterstützt mich gerne bei meinem Volkswirtschafts- und Soziologiestudium mit ein paar hochrangigen Scheinchen.

 

 

*

 

Immer noch der vierzehnte Juli, mein Tagebuch.

Jetzt halb elf Uhr. Genau: 22:32 Uhr.

 

Seit neunzehn Uhr bin ich im Bett gelegen.

Hatte den Arm über den Augen. Oder nicht.

Habe mich von einer Seite nach der anderen herumgewälzt.

Die Tour.

 

Dauernd die Bilder vor meinem geistigen Auge, die Worte in meinen Ohren.

Wirklich gehört habe ich SIE!

 

Wenn das mir nicht weggeht, kann ich mich auch hinsetzen, weiter davon schreiben.

 

Also, Tagebuch, man glaubt's nicht!

Meine Erinnerungen sagen mir nun, daß ich SIE ein weiteres Mal gesehen hätte.

Jaja!

Echt wahr, Tagebuch!

Heute mittag ist mir das plötzlich gekommen.

Nach der Flüchtigkeit bei der Videothek tatsächlich noch einmal - SIE ...

 

Vor vier Tagen, Tagebuch, in der Innenstadt des Städtchens. Ich bin durch die Gegend gelatscht.

Hab' mich nicht in ein Café reingehockt, wie ich das ursprünglich vorgehabt hab'.

An diesem Nachmittag schien mir das Angebot an hübscher Damenwelt in der Stadt nicht übermäßig zu sein, daß sich ein Verweilen irgendwo gelohnt hätte.

Derart viel Durchschnittlichkeit und Überalterung. Blonde oder kopftuchtragende Muttis mit Kind und Kegel.

Nichts dabei, das ich haben hätte wollen, überblickte ich die Schar der auf den Stühlen draußen in der Sonne Sitzenden, schaute durch die Glasscheiben innen hinein.

 

 

 

 

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