"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 222
2. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Seit Sonntag letzter Woche halb sieben in der Früh bin ich hier zurück. Nicht mehr im Haus meiner Eltern auf meinem alten Kinderzimmer.
Hatte bloß bis heute nicht die geringste Lust, mit dem hier fortzusetzen. Überhaupt, das von dem Stick, auf dem ich es abgespeichert hatte, hierher draufzutun.
Jetzt habe ich das jedoch gemacht, es hierher draufgetan.
Nachdem ich zuvor lange genug mit dem Stick in den Fingern herumgespielt hatte, mußte das sein.
Auch wegen des Vergessens, der Veränderung der Dinge im Kopf je mehr Zeit verstreicht. Der Grundgedanke, warum in der Tagebuch-Datei überhaupt lange getippt wurde. Die ganz normale alltägliche Demenz.
Das mit dem Stick, das ist eine lustige Geschichte.
Die erklärt total, warum ich mich heute in meiner Studentenwohnheimflucht befinde.
Was war also letzte Woche im Haus meiner Eltern los?
Man muß sich das vorstellen, was mir da passiert ist. Mein Vater - mein hoher Herr -, der hat mir den Strom abgestellt.
Plötzlich hatte ich auf meinem Zimmer keinen Strom mehr.
Klack hat's gemacht - alles Gerät war aus. Der Monitor, vor dem gesessen bin, schwarz. Um mich herum Finsternis.
Bin ich dagesessen am Drehstuhl. Habe darüber nachgedacht, was ich anstellen sollte, mit der ganzen Situation.
Ist Mutti mit der Taschenlampe in der Hand zu mir ins Zimmer hereingelaufen gekommen.
In meine Richtung hat Mutti mir geleuchtet, zu mir gemeint, daß ich ganz ruhig bleiben sollte.
Als ob ich etwas anderes vorgehabt hätte. Etwa blöde aufgestachelt den Wilden spielen. Daß am Schluß sogar die Polizei eintreffen könnte, Polizisten, die mich in die Mitte nahmen. Eventuell, daß einer von denen mir Handschellen anlegt.
Zu Mutti schwatze ich, daß ich jetzt die Nase voll hätte; abfahren würde ich. Ich wüßte keinen Grund, nichts Größeres, was ich angestellt haben könnte, daß mein Vater so gegen mich sein müßte. Daß Vater plötzlich solche Sachen aufführt, bei ihm Kleinigkeiten derart gegen meine Person bei ihm aus dem Ruder liefen. Richtiggehend boshaft, feindselig, der Mann. Wenn Vater nicht aufpassen würde, käme ich dann gleich zu ihm hinunter. Für eine Unterhaltung unter vier Augen.
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