"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 231
5. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Warten Sie, Herr Bernd! Sie haben hier was vergessen!
Natürlich, meine beiden Sporttaschen. Das war meinem bewußten Denken total entflogen, daß die Taschen bei den Dombrowskis am Gang drinnen herumstanden.
Zur Wohnungstüre der Dombrowskis kehrte ich ein nächstesmal zurück. Frau Dombrowski lächelte mir entgegen.
Frau Dombrowski: 'Ihre Taschen dürfen Sie nicht bei uns vergessen, Herr Bernd.'
Ich: 'Denk' ich auch.'
Ich bücke mich herab, zerre den Reißverschluß der linken Tasche auf, lege die Fotografien auf die zusammengelegte Jeans oben drauf.
Frau Dombrowski: 'Wenn Sie sich das Farbfoto hinten anschauen, Herr Bernd - werden Sie das sofort auch seltsam finden. Weiß wirklich nicht, wie ich das verstehen soll. Muß sich um einen Irrtum, Fehler handeln ...'
In Frau Dombrowskis Rücken torkelte ihre Ehegemahl über die Schwelle des Wohnzimmer, kam den Gang entlang hoch. Einen armlangen Baseballschläger hielt der alte, dürre Herr mit dem kränklichen Hohlwangengesicht in beiden Händen vor sich. Desgleichen höre ich vom alten Dombrowski: 'Jetzt werde ich den obergeschissenen Geckaffen aber mal schnell totschlagen. Der ist jetzt reif für den Friedhof, der oberscheißende Geckaffe. Mir die Frau herlachen, aber nicht da dafür zahlen wollen. Dafür kriegt er jetzt was von mir. Ich schlag' ihn tot, ganz groß.'
Das war er, mein Auftritt in der Hegelstraße.
Auf der Straße draußen war ich froh, daß ich gesund und munter war. Schließlich hatte ich den alten Dombrowski mit seinem Holz beinahe schon auf Schlagdistanz an mich herankommen lassen. Nur noch Mutti Dombrowski befand sich vor ihm in seinem Weg, und die hatte nicht die Absicht, ihrem Ehemann irgendwas zu blockieren. Zur Seite trat Mutti Dombrowski.
Der Spaß hätte eskalieren können, daß der Notarzt und die Polizei einen Einsatz haben hätten können.
Nichtsdestotrotz war ich schneller als der greise, ekelhafte Gewalttäter in seinem Suff, befand mich in einer Sekunde samt meinen beiden Sporttaschen bei der Haustür und war draußen.
Ein paar Meter weiter fort von dem Gebäude, daß ich im Neonröhrenlicht der Straßenlampe stehenbleibe. An meinem Standort unbelästigt von irgendwem, daß ich mir mit meiner mobilen Telefoniergerätschaft ein Taxi gerufen habe.
Das keine fünf Minuten später für mich angekommen war, mich Richtung städtischen Bahnhof zu bringen.
231
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte