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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 245

10. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Weiß nicht, was dagegenstand, Angelika anzufahren, Angelika eine volle Abfahrt zu verpassen. Statt jedoch was Gröberes in Richtung Angelika anzubringen, lasse ich mich von Angelika am Hemdsärmel mitziehen.

 

Als wäre zwischendrinnen nichts gewesen, sitze ich bei Angelika und diversen anderen, die ausschließlich Bekannte von Angelika waren, an dem eckigen Tisch. Angelika unterhält sich mit mir, als wäre ich ein Freund, der bei ihr als nächstes dran sein könnte. Und ich grinse, bin die Freundlichkeit in Person, spiele mit. Mache Angelika nicht auf ihr für mich totes Telefon der vergangenen paar Tage aufmerksam, auf ihr spurloses Verschwinden, was mich anbetrifft, obwohl ich den ganz Mittwoch über gedacht hatte, sie, Angelika, hätte es nötig mit mir. Weil ich den ganzen Mittwoch über erfahren mußte, was sie, Angelika, Schönes in der Welt vorhatte.

 

Dann passierte es, daß Laila mit Helen zusammen hereinkommt ins Café Lenz.

Nicht irgendwo, daß die zwei ihre beröckten Hinterteile hinplazierten, bei Angelika an der Tischfläche hatten Laila und Helen Aufmarsch.

Helen, der der Schleier vorm Mund fehlte, guckte in einer Tour so komisch an mir vorbei, daß ich mich locker lautstark darüber aufregen hätte können; nur im Innern hat es bei mir gebrodelt.

Bei Angelika taten Laila und Helen sich nebendran, Helen, ganz mich und meine Anwesenheit bei Angelika außen vor lassend. Vom Beten in der Moschee, daß Laila und Helen, Helen mit schwarzem Kopftuch auf, weißes Tuch darunter, gekommen sind. Das Nachmittagsgebet.

Ewig starrte Laila mich nach der Seite hin an, als müßte jeden Moment der erste Glaubenskrieger mit seinen Sprengstoffgürteln für mich herkommen. Während Helen sich angeregt mit Angelika unterhielt.

Über die Aufenthaltsorte der Frauen in Moscheen säuselte Helen. Was die verschiedensten Burkas zu bedeuten hätten. Eine farbenprächtige Burka hätte sie gesehen, die Angelika sicher auch gefallen würde; die sie ihr, Angelika, jederzeit besorgen könnte, wenn Angelika wirklich mal eine hübsche haben wollte, die ihr bestens stehen würde.

Blablabla. Aber Laila. So wenig ausstehen, hatte Laila mich wirklich lange nicht können, wie es auf mich den Eindruck hatte. Während ich Helen gleichgültig schien. Jedenfalls war ich nun an Angelikas Gästetisch als einziger isoliert. War dort am Herumsitzen wie einer, der den Anschlußzug nach irgendwo verpaßt hatte.

Dann wollten Laila und Helen noch woanders hingehen. Fragte Laila Angelika, ob sie nicht mit ihr und Helen mitkommen wolle. Kürzlich hätte Achmed sein Modegeschäft neu eröffnet. Die neuesten, tollsten Sachen aus Istanbul hätte Achmed. Bis um achtzehn Uhr hätte Achmed am heutigen Sonntag noch offen. Also ...

 

 

 

 

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