"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 249
12. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Kommt Christine Dombrowski mir dumm, erwische ich sie einigermaßen mit einer sauberen Hand, könnte es blitzschnell mit Christine Dombrowski und Christine Dombrowskis Anliegen vorbei sein. Dann liegt Christine vor mir am Erdboden rum, und Angelika, Angelika hat in der Zwischenzeit die Polizei herbeigerufen.
Soweit ich über Christine Dombrowski Bescheid weiß, ist Christine Dombrowski keine, die sich gerne mit Polizei konfrontiert sehen würde. Könnte nämlich gut möglich sein, daß Christine Dombrowski gerade mal wieder zur Fahndung ausgeschrieben ist. Daß ihr Wochen, Monate in Haft in Aussicht stünden, hätte sie engeren Kontakt mit staatlichen Behörden.
*
Dreizehnter August, meine Tagebuch-Datei geöffnet.
Mittwoch am Nachmittag. 14:33 Uhr.
Das mit den Anrufen auf meinem Phönchen geht weiter.
So in unregelmäßigen Abständen. Spätestens aber immer nach eineinhalb Stunden ist der nächste Anruf bei mir fällig.
Würde ich nicht auch heute noch etwas von Angelika erwarten. Das, daß es Angelika doch einfällt, mich anzurufen, mir eine SMS zu schreiben, hätte ich das Teil schon lautlos gestellt. Oder überhaupt ausgeschaltet.
So aber schaue ich auf die Anzeige drauf, rührt sich was. Oder ich gehe genervt dran. Höre mir den Spaß an, den die andere Seite anbringt.
Gegen halb zwölf Uhr war die unbekannte anrufende Person wieder auf einem Bahnhof.
Verstehe die Bahnhofsdurchsage bestens. Der Ort wird genannt. Derjenige Zug, der fährt hierher ab, hierher in die Stadt. Auf Gleis vier.
Meine ich in die Sprechmembran, Christine sollte mit den Unsinn aufhören, sich einfach melden, sagen, was sie genau möchte.
Wird geflüstert, etwas, das sich wie Man-nuh-äh-lah-foh-toh anhörte.
Der Flüsternde klang mir sehr männlich, kein bißchen wie Christine Dombrowski.
Sofort habe ich den Anruf weggedrückt.
Ein, zwei Minuten hat's mich darauf am Fußboden unten hübsch hergeschüttelt vor Furcht.
Schöner Horror, das.
Es kühl auf den Punkt gebracht versucht:
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