"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 25
24. Februar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Zum Essen und Trinken hab' ich mich auf die mittlere Steinstufe des oberen Stadtbrunnens gehockt. Dem, auf dem die große Ritterstatue prunkt.
Über mir hat Wasser geplätschert, hinter der einen Meter hohen Metallgitterabsperrung.
Nahe beim Sockel mit dem Ritter droben, daß in so halbminütigen Abständen kleine Fontänlein hochzischten. Im steten Fluß, daß das Naß handbreite Steinterrassen herabrann. Um, unten angekommen, in der Untiefe einer Engstelle abzulaufen.
An der Tafel, die an Gitterwerk da angebracht war, stand zu lesen, daß Menschen nicht von dem Wasser probieren sollten; nicht trinkbar.
*
Fünfzehnter Juli, mein Tagebuch.
Es ist 01:04 Uhr.
Mann!
War bis eben in der Küche drunten, Tagebuch.
Meine Mutti ist mir im langen, weißen Schlafhemd dazugekommen. Weil sie Licht in der Küche gesehen hatte.
Mußte Mutti das sagen, daß ich gerne ein Schlafmittel hätte; deswegen würde ich in der Küche herumsuchen.
Mutti hat mich informiert, daß es im ganzen Haus keine Schlaftabletten gibt. Nur Melissengeist und Baldriantropfen.
Davon hat Mutti mir also was aus dem Fläschchen in ein Drittel mit Mineralwasser gefülltes Trinkglas getröpfelt. Das Glas mir zum Trinken hingeschoben.
Dann hat Mutti mir mit Text angefangen. Mit dem, daß ich seit zwei, drei Tagen jetzt schon sehr schlecht ausschauen würde.
Ob das wegen Helen wäre. Weil Helen und ich uns getrennt haben. Ob sie, als meine Mutti, wirklich alles wüßte, was zwischen Helen und mir droben in der Universitätsstadt passiert wäre. Schließlich hätten Helen und ich die Absicht gehabt, zu heiraten. Ein Ehepaar zu werden.
Na klar, daß ich das hätte, ihr, meiner Mutti, alles erzählt, habe ich in deutlicher Sprache zurückgegeben.
So fertig, wie ich heute ausschaue - wollte Mutti mit ihrem Dreck nicht aufhören -, wüßte sie als meine Mutter schon noch gerne was Genaures, von dem zwischen Helen und mir.
Geradeheraus fragt mich meine Mutti, ob ich etwas mit Helen angestellt hätte. So unschöne Dinge mit Helen getan.
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