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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 26

24. Februar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

 

Ganz komisch schaut Mutti mich an, will eine Antwort.

 

Mensch, Scheiße, Tagebuch, war ich auf einhundertundachtzig.

Aus mir hat es herausgekräht, daß Mutti mich am Arsch lecken könnte. Sie könnte mich mal mit Helen, dieser Drecksfotze. Mit der Scheiß-Helen hätte das einen Scheißdreck zu tun, daß ich seit Tagen nicht mehr schlafen könnte.

Gerade noch rechtzeitig, daß ich wieder zu Sinnen gekommen bin. Hab' Mutti auf der Stelle wieder losgelassen.

Weil, das muß man sich vorstellen, Tagebuch: Ich war von meinem Stuhl aufgesprungen. Mit der linken Hand hatte ich Mutti vorne am Schlafhemd gepackt, mit der Rechten ausgeholt. Um mit der Faust zuzuschlagen. Mutti mitten rein ins Gesicht.

Im letzten Augenblick, daß ich nicht zugeschlagen hab'.

Der reinste Wahnsinn.

Abgewandt hab' ich mich von Mutti. Fluchtartig bin ich raus aus der Küche.

Nur weg wollte ich von da.

 

 

Unglaublich, das. Wie das zwischen Mutti und mir abgegangen war.

Und was da alles an Verdacht mitschwang.

 

Aber - bittesehr! Das mit Helen, das kann ich Mutti tatsächlich noch mal genauer verklickern.

Wenn Mutti das braucht, weil sie denkt ...

Gerne geb' ich ihr, Mutti, die Handy-Nummer von Helen ins Telefon ein.

Selber könnt Mutti bei Helens Eltern anrufen, weil die Nummer von Helens Eltern lange bei uns im Telefon im Nummernspeicher drinnen ist.

Alles, was Mutti braucht, glaubt Mutti, es brauchen zu müssen. Wenn ihr meine Geschichten nicht hinreichend sind.

 

Kommt man bis an den Grund von Muttis Gesülze heran, hat sich das ja direkt richtig angehört, als ob meine Mutti die Idee mit sich herumträgt, ich könnte Helen nicht nur verprügelt, sondern Helen auch noch vergewaltigt haben.

Helen vergewaltigt.

Daß ich heute deswegen nicht mehr einpennen kann.

Weil ich über Helen hergefallen wär, Helen ...

Mein schlechtes Gewissen, das mich heute nicht einschlafen läßt.

 

Man glaubt's nicht, Tagebuch.

 

 

 

 

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