Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 272

19. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Irgendwelche Krächzlaute, die Fransen vernehmen ließ, mich zu beschwichtigen.

 

Nein, Fransen, das war eine Laus. Zwar eine Laus, eine zum Zerdrücken.

Allerdings beabsichtigte ich nicht, der zu sein, der das tun würde.

Mit einem Wink habe ich Fransen bezeigt, daß er von mir fortmachen könnte. Daß er das ohne weiteres dürfte, ohne daß ich irgendeine Kleinigkeit dagegen zu unternehmen gedächte.

Wenigstens nicht, solange Fransen nicht ein bißchen etwas dafür machte. Solange mit Fransen nicht viel los war. Fransen, ja, nichts als ein feiger, langweiliger Meuchler, gut dabei, wenn es sich um Sachen von hinterrücks handelte. Während Fransen von jemand Ahnungslosem die Rückansicht präsentiert kriegte, war Fransen zu allem fähig. Da entwickelte er große Macht.

Tatsächlich, nicht lange, daß Fransen sich von mir bitten lassen wollte. Die Möglichkeit nützte Fransen, die ich ihm in meiner Großzügigkeit gewährte. Nicht etwas für ein Zweikampf, Mann gegen Mann. Herum warf sich Fransen, der am Rücken dagelegen war. Auf allen vieren kroch Fransen die letzten Meterchen den Hang hoch, mir seine Rückansicht mit beflecktem Mantel und Schuhen mit kaputten Sohlen darbietend.

Die Baumgrenze des Waldes erreichte Fransen.

Einige wenige Sekunden, dann war Fransen zwischen älteren, dickstämmigeren Tannen-, Eichenbaumgestalten meinem Blick entschwunden.

 

Kaum war Fransen auf und davon, daß sich bei mir das Adrenalin mit Höchstgeschwindigkeit abbaute. Regelrecht, daß ich im Stehen in mich zusammensackte.

Grellsten Schmerz spürte ich von hinten, von meinem Rückgrat her. Die Folgen meiner alten Verletzung aus meiner Soldatenzeit.

Trotz der Pein, die mich zum Weinen, zum Keuchen und zum Seufzen brachte, konnte ich noch knapp aufrecht stehen. Mich außerdem einigermaßen fortbewegen, um vorsichtig Richung Teerstraße hinuntersteigen, die Augen verdrehend, durch die Gegend keuchend.

 

 

Der Sport war Mord für mich gewesen. 

 

 

*

 

Siebzehnter August, meine Tagebuch-Datei erneut geöffnet.

Nach der Mitternachtsstunde. 01:12 Uhr.

 

 

Hach!

 

Ich bin zurück auf meiner Bude. Kein Mensch außer mir drinnen.

 

 

Bis vor ein paar Minuten war ich am Gang draußen.

 

 

 

 

272

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post